Category Archives: Dessert

Mokkacreme mit einem Hauch von Zitrone und Sahne

Schokolade und Kaffee, diese Mischung mochte ich schon als Kindergartenkind, damals am liebsten in Form von Softeis. Heute gibt es das leider nicht mehr zu kaufen, die Eisdiele ist längst verschwunden. Zum Glück kann man jedoch Kaffee auch selbst mit Schokolade mischen und das ganze auch noch etwas spannender gestalten, zum Beispiel, indem man Zitrone oder Orange ergänzt. Die Schale natürlich nur.

Dabei entsteht ein geschmacksintensives Festdessert mit einer cremig-leichten Konsistenz, das man in kleinen Portionen zum Beispiel nach einem Fleischessen genießen kann. In unserer mokkaliebenden Familie ein klarer neuer Dessertfavorit.

Mokkacreme mit einem Hauch von Zitrone und Sahne für 4 kleine Portionen

Zutaten:

  • 1 Blatt Gelatine
  • 1 dl Milch (mind. 3,5 % Fett)
  • ca. 125 g dunkle Schokolade (wir: 50 g Schokolade mit 50% Kakao, 75 g mit 70 % Kakao)
  • 2 leicht gehäufte TL Instant Espressopulver
  • ca. 1 EL brauner Zucker
  • 1 dl Sahne
  • 1 dl Sahne
  • 1 TL Vanillezucker
  • etwas fein gehackte Zitronenschale von 1 Bio-Zitrone
  • Zesten von ca. 1/2 Bio-Zitrone

Zubereitung:

Die Blattgelatine in kaltem Wasser für ca. 5 Minuten einweichen.

Milch, Schokolade, Espressopulver und braunen Zucker in einem Topf mischen und so lange erwärmen, bis die Schokolade geschmolzen ist.

Die Gelatine leicht ausdrücken und in der warmen Schokoladenmasse auflösen.

Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Dabei regelmäßig im Topf rühren, damit die Creme nicht am Topfboden bereits fest wird.

Die Sahne aufschlagen und unter die Creme mischen. Sofort in Portionsschälchen füllen und kühl stellen.

Kurz vor dem Servieren die “Deko”-Sahne zusammen mit dem Vanillezucker und etwas fein abgeriebener Zitronenschale steif schlagen.

Die Mokkacreme mit einem Klecks Sahne versehen und mit einigen Zesten einer Bio-Zitrone garnieren.

Kefir Panna Cotta mit Kakicreme

IMG_1275Lange ist es her, seit das letzte Dessertrezept auf dem scheckenlaks erschienen ist. Das liegt einfach daran, dass wir nur einmal pro Woche ein solches essen. Beim letztwöchigen Lebensmitteleinkauf gab es 1 kg Schalen mit Kakis und lose Süßkartoffeln im Angebot. Beides landete natürlich bei uns im Korb. Am Wochenende fragte ich mich dann, ob man aus den Kakis nicht auch irgendetwas herstellen könnte, um nicht alle pur oder im Obstsalat essen zu müssen.

Was macht man? Man fragt das Internet und stößt bei diversen italienischen blogs auf ein Panna Cotta mit Kaki. Die Idee! Warum bin ich da eigentlich nichts selbst darauf gekommen. Nun kann ich kein Italienisch, jedoch dachte ich mir, dass ein säuerliches Panna Cotta gut zu den süßen Kakis passen würde. Deshalb gibt es unser bereits mit Rhabarber erfolgreich ausprobiertes Kefir Panna Cotta, dieses Mal mit Kakihaube. Ein kleiner Bonuspunkt, Kefir ist durch seine Milchsäurebakterien gut für unser Verdauungssystem, wodurch das Panna Cotta ein klitzekleines bisschen gesünder wird.

Kefir Panna Cotta mit Kakicreme für 3 Personen

Zutaten:

  • 2,5 dl Kefir
  • 1 dl Sahne
  • 35 g Zucker
  • 1 Pck. Echter Vanillezucker
  • 2 Blatt Gelatine
  • 2 kleine oder 1 große Kaki
  • ca. Saft von 1 kleinen Zitrone
  • evtl. 1/2 EL Zucker
  • einige Tropfen Rosenwasser (wer hat, wer nicht, lässt es einfach weg)

Zubereitung:

Für das Panna Cotta Sahne, Zucker und Vanillezucker in einem Topf mischen und zum Kochen bringen. Die Mischung ca. 1 Minute unter Rühren köcheln lassen, damit sich der gesamte Zucker gut auflöst. In der Zwischenzeit die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen.

Die Sahne-Zuckermischung etwas abkühlen lassen, danach den Kefir unterrühren. Nun die Gelatine gut ausdrücken und in das Panna Cotta geben, gut verrühren.

Das Panna Cotta in Portionsgläser verteilen und für mind. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, damit es fest wird.

Für die Kakicreme die Kakis waschen, den Stielansatz entfernen und das Fruchtfleisch in grobe Stücke schneiden. Nun alles mit einem Stabmixer fein pürieren. Mit Zitronensaft und Zucker abschmecken, bis man eine feine Balance zwischen süß und säuerlich erreicht hat.

Wer Rosenwasser vielleicht noch von der Weihnachtsbäckerei übrig hat, kann mit Vorteil ein paar Tropfen an die Creme geben. Aber Achtung, nicht zu viel verwenden, sonst schmeckt es am Ende wie Marzipan und das wollen wir nicht.

Das Püree im Kühlschrank ebenfalls erkalten lassen, dadurch wird es angenehm fest.

Kurz vor dem Servieren die Kakicreme vorsichtig auf das Panna Cotta geben. Gut gekühlt am Wochenende genießen.

Solltet ihr nicht alles von dem Kakipüree benötigen, könnt ihr den Rest abgedeckt in einer Schüssel im Kühlschrank aufbewahren und am nächsten Morgen als Marmelade verwenden.

Sächsische Quarkkeulchen oder Quarkkäulchen?

IMG_0813Oh, oh, seit heute bin ich uneins mit dem Duden, dem allmächtigen Herrscher über die deutsche Rechtschreibung. Der sagt nämlich, dass das Keulchen eigentlich “Käulchen” geschrieben werden muss, weil es von “Kaule” kommt. Na toll, aber nicht hier im Erzgebirge, da wird es Keulchen geschrieben, mit “e”, basta.

Das ist genau so sicher wie, dass Quarkkeulchen hier früher im “Armeleuteland” nicht als Nachspeise wie im gutbürgerlichen Dresden, sondern als Hauptgericht verspeist worden sind. Wer hatte schließlich schon genug Zutaten für so einen Luxus wie ein Dessert? Stattdessen musste man versuchen, aus den wenigen, allgemein verfügbaren Zutaten wie Kartoffeln, Mehl, Quark, Öl, etwas Zucker und ein bisschen Salz, immer neue Zusammensetzungen für den Mittagstisch zu finden, damit es nicht gar zu langweilig wurde. So stelle ich mir als Nichthistoriker zumindest vor, wie man auf die unzähligen Varianten von Kartoffeln mit … (irgendetwas) gekommen ist.

Die Quarkkeulchen sind eine dieser Variationen, eine besonders leckere und auch heute noch beliebte. Da sie in unserer Familie jedoch keine ausgeprägte Tradition hatten und meine Oma immer nach Gefühl und nicht nach Rezept kochte, habe ich heute auf ein altes Rezept aus dem “Ratgeber für Herd und Haus” von Bertha Dißmann zurückgegriffen. Das Kochbuch, das aus den 1930er Jahren stammt, haben wir glücklicherweise von meiner Oma geerbt.

Da wir heute, gemessen an den damaligen Verhältnissen, in wahrem Luxus leben und Zugang zu allen möglichen Rohwaren haben, bin ich hinsichtlich der zugesetzten Zitronenschalenmenge vom Originalrezept abgewichen. Ich habe sie erhöht, was den Keulchen etwas mehr Aroma verleiht.

Insgesamt sind die Keulchen nicht allzu süß, wer also den Fertigproduktgeschmack erwartet, sollte sich darauf gefasst machen, dass man bei diesem Rezept nicht nur Zucker, sondern auch die anderen Zutaten zu schmecken bekommt :-). Der Teig ist übrigens einfach zu handhaben, auch beim Braten, so dass ich nur jeden ermutigen kann, die Quarkkeulchen selbst herzustellen.

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Sächsische Quarkkeulchen für 3 Personen (14 – 15 Stück)

Zutaten:

  • 750 g mehlig kochende Kartoffeln (roh und mit Schale gewogen)
  • 375 g Quark (20 % Fett oder Magerstufe)
  • 90 g Mehl
  • 45 g Zucker
  • 8 g Salz
  • 1 kleines Ei
  • abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Zitrone
  • 55 g Korinthen
  • 25 g Semmelbrösel
  • reichlich Öl oder Öl und Butter zum Braten
  • Zucker oder Zimt und Zucker zum Bestreuen
  • Apfelmus, am liebsten selbst hergestelltes, als Beilage

Zubereitung:

Die Kartoffeln in der Schale für ca. 25 Minuten kochen, bis sie gar sind. Abhängig von der Größe der Kartoffeln kann die Kochzeit abweichen.

Die Korinthen für mind. 30 Minuten in Wasser einweichen.

Die Kartoffeln noch warm schälen und mit einer Kartoffelpresse durchquetschen. Wer keine besitzt, kann die Kartoffeln auch reiben.

Die Bio-Zitrone gut waschen und die Schale dünn mit einem Zestenreißer abschälen. Achtung, nur das Gelbe der Schale darf verwendet werden, sonst schmeckt alles bitter.

Für den Teig nun die Kartoffeln mit Quark, Mehl, Salz, Zucker, Ei, Zitronenschale und Korinthen (ohne Einweichwasser) vermischen und von Hand zusammenkneten. Dabei entsteht ein homogener Teig, der sich gut formen lässt.

Den Teig mit leicht befeuchteten Händen zuerst zu Kugeln formen, die dann mithilfe der Semmelbrösel flach gedrückt werden. Dabei aufpassen, dass keine Risse entstehen. Die Keulchen sollten ungefähr handtellergroß werden.

Öl oder ein Öl-Buttergemisch in einer Pfanne erhitzen. Die Keulchen darin von beiden Seiten braun braten. Das dauert bei mittlerer Hitze (an unserem Herd Stufe 7 von 9) ca. 3 Minuten je Seite. Die fertig gebratenen Keulchen zum Warmhalten in den auf 80 °C vorgeheizten Herd stellen.

Die Quarkkeulchen mit Zucker oder Zimt und Zucker bestreuen und warm mit Apfelmus genießen.

Bratäpfel mit Haferflocken-Walnuss Füllung und Vanillesauce

IMG_0743Optimalerweise wäre es jetzt draußen schön novemberig nasskalt, so dass man so richtig Lust auf ein wärmendes und herrlich duftendes Wohlfühldessert hat. Da sich der Herbst bzw. Winter jedoch in absehbarer Zeit nicht zu zeigen scheint, unsere Äpfelvorräte jedoch so ganz langsam dem Ende entgegen gehen, konnten wir nicht länger auf die Wärmekapriolen Rücksicht nehmen. Denn Bratäpfel müssen wir haben, unbedingt, mit unseren eigenen Äpfeln vom Baum.

In dieser Variante werden die Bratäpfel mit einer nicht so süßen Mischung aus Haferflocken, Nüssen, winterlichen Gewürzen, Orangenlikör und Honig gefüllt, die für etwas Biss beim Essen sorgt. Zusammen mit einer Vanillesauce entsteht ein schmackhaftes Herbst- bzw. Winterdessert, das sich sehr einfach zubereiten lässt.

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Bratäpfel mit Haferflocken-Walnuss Füllung und Vanillesauce (4 – 6 Stück)

Zutaten:

  • 4 große oder 6 kleinere aromatische, saftige Äpfel
  • 50 g zarte Haferflocken
  • 25 g Walnüsse
  • 1/2 TL Zimt
  • ca. 2 Pr. gemahlene Nelken
  • 1 knapper EL Vollkornmehl (Weizen oder Dinkel)
  • 25 g Butter, geschmolzen
  • 25 – 30 g flüssiger Honig (je nach Süße der Äpfel)
  • 1 – 1,5 EL Orangenlikör oder Orangensaft
  • ca. 1,5 dl Orangensaft, am besten frisch gepresst
  • 300 – 400 ml fertig zubereitete Vanillesauce

Zubereitung:

Die Walnüsse grob zerkleinern, die Butter schmelzen, jedoch nicht bräunen. Die Orange auspressen.

Haferflocken, Walnüsse, Vollkornmehl, Zimt und gemahlene Nelken in einer Schüssel vermischen. Honig, geschmolzene Butter und Orangenlikör (alternativ Orangensaft) hinzugeben und unterrühren. Die Honigmenge richtet sich dabei nach der Süße der Äpfel.

Die Äpfel waschen. Danach entscheiden, auf welcher Seite der Apfel besser steht. Auf der anderen Seite eine kleine Scheibe des Apfels wegschneiden und das Kerngehäuse entfernen. Das geht mit einem spitzen Messer relativ einfach. Achtung, nicht bis ganz durch den Apfel bohren, sonst fällt die Füllung heraus.

Die Äpfel nun füllen und nebeneinander in eine Auflaufform setzen. Die restliche Füllung als Deckel auf den Äpfeln verteilen. Den Orangensaft über die gefüllten Äpfel in die Form gießen.

Die Äpfel im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene bei 180 °C (Ober- und Unterhitze) für ca. 30 Minuten backen. Dabei alle 10 Minuten mit dem Orangensaft aus der Auflaufform begießen.

Die Backzeit hängt dabei von der Größe der Äpfel ab und davon, wie weich man sie gebacken haben möchte. Wir mögen es, wenn sie noch etwas Festigkeit im Fruchtfleisch aufweisen. Um den Garzustand zu prüfen, kann man mit einem dünnen, angespitzten Holzstäbchen in den Apfel stechen.

Die Äpfel entweder richtig heiß oder lauwarm am besten mit kalter Vanillesauce servieren. Diese kann man entweder selbst herstellen (hier) oder halbfertig bzw. ganz fertig kaufen. Das richtet sich nach euren Vorlieben und der verfügbaren Zeit.

Die Bratäpfel lassen sich auch prima im Kühlschrank aufbewahren, dann kann man sie am nächsten Tag entweder morgens klein geschnitten im Müsli essen oder nochmals als Dessert für ca. 10 Minuten im Backofen aufwärmen.

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Kürbis-Smoothie, ein Trunk nicht nur für Halloween

IMG_7636Kürbis im Smoothie? Wirklich? Ja klar, wenn er vorher gebacken wird, ist das nicht nur kein Problem, sondern auch noch richtig lecker. Ein bisschen, wirklich nur ein bisschen Gewürzunterstützung ist dabei nicht verkehrt, auch etwas Süße von Honig und Vanillezucker nimmt er gern an.

Im Ergebnis entsteht ein schmackhafter Kürbistrunk, der sicher nicht nur zu Halloween als Dessert oder Snack Anwendung finden kann.

Kürbis-Smoothie für 3 Personen

Zutaten:

  • 280 g Kürbis (geputzt gewogen)
  • 2 Pr. Salz
  • etwas gemahlener Ingwer
  • einige getrocknete Chiliflocken
  • 400 g Joghurt, naturell
  • 1 EL Saure Sahne
  • 2 EL flüssiger Honig
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • evtl. etwas Wasser
  • 2 EL gemahlener Mohn

Zubereitung:

Den Kürbis putzen, schälen und in Stücke schneiden. Mit etwas Salz, gemahlenem Ingwer und einigen getrockneten Chiliflocken würzen.

Die Kürbisstücke im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Ober- und Unterhitze) auf der mittleren Schiene für 15 – 25 Minuten backen, bis sie weich geworden sind. Danach abkühlen lassen. Die Backzeit unterscheidet sich ja nach gewähltem Kürbis und natürlich nach der Größe der Stücke. Wir hatten einen Butternut-Kürbis in kleinen ca. 1,5 cm Würfeln.

Joghurt, Saure Sahne, Honig und Vanillezucker in einem Becher mit dem gebackenen, ausgekühlten Kürbis mischen und mit einem Stabmixer gut pürieren.

Erscheint der Smoothie zu dick, kann man jetzt gern noch etwas Wasser zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Den Kürbistrunk abschmecken, in Gläser füllen und mit dem gemahlenen Mohn bestreuen.

Lächelndes Apfelgebiss für Halloween oder Zahnarzttermine

IMG_7521Morgen ein Zahnarzttermin, am Samstag Halloween, was benötigt man für beide Termine? Ein lächelndes Apfelgebiss vielleicht? Ganz klar!

Gesehen habe ich die witzigen Apfelgebisse letztes Jahr auf einem Foto bei instagram, leider weiß ich nicht mehr wo, sonst würde ich es hier verlinken.

Lächelndes Apfelgebiss für Halloween oder Zahnarzttermine

Zutaten:

  • 1 rotschaliger Apfel
  • etwas Zitronensaft
  • Nutella oder Erdnussbutter
  • kleine weiße Marshmallows

Zubereitung:

Den Apfel waschen und in Spalten schneiden. Mit etwas Zitronensaft beträufeln, damit sie nicht so schnell braun anlaufen.

Die Apfelspalten nun auf jeweils einer Seite mit Nutella oder Erdnussbutter bestreichen. Die kleinen Marshmallows darauf ankleben und die Lippen montieren. Als Backenzähne eventuell kleine Apfelstücke verwenden, dann halten die Lippen besser zusammen. Alternativ kann man auch eine dritte Apfelspalte von der nichtbezahnten Seite aus zwischen die Apfellippen legen, auch dadurch wird das Gebiss etwas stabiler.

Happy Halloween oder zumindest einen gruselfreien Zahnarztbesuch!

Fruchtiges Quittenmus mit Schlagsahne

IMG_0641Quitten! Unser Nachbar hat sie in großen Mengen geerntet und uns einen Wäschekorb voll geschenkt. Merke, wenn man vorher Äpfel verteilt, kehrt ganz sicher auch die eine oder andere Frucht in der Folge zu einem zurück. Das erhöht die Auswahl und ist ganz und gar super. Das sollte man also unbedingt beachten, ehe man sein halbes Gelände mit Obstbäumen bepflanzt, deren reichhaltigen Ertrag man dann weder selbst verarbeiten und vor allem nicht mit einer Familie allein essen kann.

Aber zurück zum Quittenwäschekorb, in dem ein gänzlich neues Geschmackserlebnis auf uns wartete. Bis gestern hatte ich nämlich noch nie Quitten aus der Nähe gesehen, verarbeitet oder gekostet. Ich belas mich also erst einmal, was ich mit ihnen so alles anstellen könnte.

Als erstes wollten wir sie jedoch in einem möglichst puren Zustand kosten, damit wir ihren Eigengeschmack kennenlernen konnten. Die Entscheidung fiel deshalb auf das folgende Quittenmus, das wir wie Apfelmus hergestellt haben.

Überrascht war ich von der unerwartet kurzen Kochzeit der Stücke, besonders nachdem ich mich beim Schneiden der harten Früchte durchaus etwas gequält hatte. Die To-Do Liste enthält seitdem den Punkt: “Dringend Messerschärfen”.

Geschmacklich wird man dann jedoch ausgiebig belohnt. Das Quittenmus schmeckt fruchtig, frisch, zitronig-orangig, leicht säuerlich und eben nach Quitte – sehr interessant.

Jetzt freue ich mich schon auf die Verarbeitung der weiteren Quitten im Korb, aber erst, wenn die Messer “gewetzt” sind.

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Fruchtiges Quittenmus mit Schlagsahne für 4 Personen

Zutaten:

  • 3 große Birnen-Quitten
  • 150 ml Wasser
  • Saft von 1/2 großen Zitrone
  • ca. 3 EL Zucker
  • 125 ml Schlagsahne
  • 1 leicht gehäufter TL Vanillezucker

Zubereitung:

Als erstes mit einem Küchentuch den “Pelz” von den Quitten reiben. Dieser enthält Bitterstoffe, die nicht ins Essen sollen. Die Quitten danach mit einem scharfen Messer teilen, das Kerngehäuse gründlich entfernen, schälen und das Fruchtfleisch in Stücke schneiden.

Zusammen mit dem Wasser, dem Zitronensaft und dem Zucker in einem Topf mischen und aufkochen. So lange weiterköcheln lassen, bis die Stücke anfangen zu zerfallen. Bei uns ging das enorm fix, so dass wir den Topf bereits nach 6 – 7 Minuten wieder vom Herd nehmen konnten.

Das Quittenmus auskühlen lassen und ggf. mit noch etwas mehr Zucker abschmecken.

Die Sahne mit dem Vanillezucker verrühren und aufschlagen.

Das Quittenmus in Schälchen geben und mit einem Sahnehäubchen versehen.

Sicher lässt sich das gekochte Mus genauso wie Apfelmus einfrieren, dann kommt man auch im Winter an diesen fruchtig-frischen Dessertgenuss.

Dickmilch-Sahne Pudding mit Heidelbeeren

IMG_0047Die Heidelbeeren sind reif und was für Prachtexemplare das dieses Jahr sind. Die Wärme hat sie besonders süß und aromatisch werden lassen. Natürlich, ich weiß, die Waldheidelbeeren, speziell die am Femunden (großer norwegisch-schwedischer See) mit angrenzendem, ausgedehntem Wald und einem Naturschutzgebiet, sind die besten und schlagen die Kulturheidelbeeren in Geschmack und Antioxidantiengehalt. Trotzdem lohnt es sich eigene Heidelbeeren im Garten anzubauen, wenn man nicht an einem dieser “Heidelbeerwälder” wohnt.

Im Gegensatz zu z. B. Johannisbeeren oder Aronia schmecken sie pur und roh ganz hervorragend und eignen sich darüber hinaus für die Zubereitung von Kuchen, süßem Gebäck, Torten, Desserts, Marmelade, Blaubeersuppe, Pfannkuchen oder Crêpes, Smoothies und Frühstücksvariationen. Damit sind sie nicht nur gesunde, vitaminreiche Allrounder, sondern sie eignen sich auch als Zuckerersatz. Wer Heidelbeeren, z. B. in Desserts oder beim Frühstück verwendet kann den Zuckergehalt der Speisen deutlich reduzieren.

All dies kommt auch in dem folgenden, erfrischendem, fein säuerlichem und fruchtigem Dessert zum Tragen. Es besteht aus einem Dickmilch-Sahne Pudding, der mit Zitronen- und Limettensaft versetzt und einer frischen Sauce aus Heidelbeeren versehen wird. Die Sauce bleibt dabei ungekocht, damit alle Vitamine der aromatischen Beeren erhalten bleiben.

Der Dickmilchpudding mit Beerensauce (Him- oder Brombeeren eignen sich ebenfalls) ist als moderner Klassiker in der norwegischen Küche anzusiedeln, wobei der gut gekühlte, sommerliche Genuss von Dickmilch oder Dikmelk auch in Norddeutschland nicht unbekannt ist. Dort bin ich ihm jedoch eher als Dickmilch bestreut mit Zimt und Zucker begegnet.

Wenn ihr etwas Fruchtigeres ausprobieren wollt, können wir den folgenden Pudding mit Heidelbeersauce uneingeschränkt empfehlen. Ein wunderbares Sommerdessert, das eine angenehm kühlende Wirkung erzielt und sehr interessant schmeckt.

Dickmilch-Sahne Pudding mit Heidelbeeren für 4 – 6 Personen (4 große oder 6 kleinere Portionen)

Zutaten:

  • 2 dl Sahne
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 45 g Zucker
  • 2 EL Limettensaft
  • 2 EL Zitronensaft
  • Schale von 1 Bio-Zitrone
  • 2 Blätter Gelatine
  • 2,5 dl Dickmilch
  • 200 g Heidelbeeren + ca. 40 Beeren zwecks Garnierung
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 2 Pr. Sternanispulver
  • 1 EL Limettensaft
  • ca. 1/2 EL geraspelte weiße Schokolade

Zubereitung:

Zuerst den Pudding zubereiten, da dieser vor dem Verzehr mind. 4 Stunden im Kühlschrank zubringen sollte, um fest zu werden.

Die Gelatineplatten in einem Becher mit kaltem Wasser einweichen. Die Platten müssen dabei vollständig mit Wasser bedeckt sein.

Die Bio-Zitrone gut waschen und mit einem Zestenreißer die Schale dünn abschälen (nur das Gelbe verwenden, sonst wird es bitter).

In einem Topf Sahne, Vanillezucker, Zucker, Limetten- und Zitronensaft sowie die Zitronenschale verquirlen und alles unter Rühren zum Kochen bringen. Die Mischung für 5 -10 Minuten leicht köcheln lassen.

Danach alles durch ein Sieb abgießen, damit die Zitronenschale entfernt wird.

Die Gelatineplatten aus dem Wasser nehmen, gut ausdrücken und in den Pudding einrühren. Den Pudding etwas abkühlen lassen, ehe die Dickmilch hinzugefügt und gut untergeschlagen wird.

Nun die Masse in 4 große oder 6 kleine Dessertgläser oder Schalen füllen. Für mind. 4 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen.

IMG_0046Für die Heidelbeersauce kann man frische oder tiefgekühlte (vor der Verwendung auftauen lassen) Beeren verwenden. Die Beeren zusammen mit dem Limettensaft, Vanillezucker und Sternanis kurz pürieren, bis man eine etwas stückige Sauce erhalten hat.

Abschmecken und ggf. noch etwas mehr Sternanispulver hinzufügen. Die Sauce soll nicht direkt nach Sternanis schmecken, sondern nur eine interessante Note erhalten.

Kurz vor dem Verzehr die Heidelbeersauce auf den Pudding geben und mit den frischen Heidelbeeren sowie etwas geraspelter weißer Schokolade garnieren. Gekühlt genießen.

Käsekuchen-Muffins mit Himbeeren

IMG_9640Als echter Sachse habe ich durchaus eine gewisse Schwäche für Quarkkuchen, am liebsten mit einem fruchtigen Belag oder einer Sauce versehen.

Als wir bei unserem ersten Sprachkurs in Trondheim jedoch aufgefordert worden sind, ein typisches Essen unserer Heimat auf Norwegisch zu beschreiben, war das allein schon eine schwierige Aufgabe. Wer kennt schließlich nach 2 Wochen Kurs in einer Fremdsprache schon die entsprechenden Bezeichnungen für die Zutaten? Also Wörterbücher durchstöbert, Substantive lassen sich zum Glück einfach übersetzen.

Bewusst wählte ich nicht die sächsische Eierschecke als Kuchen aus, denn wie sollte ich diese “Schecke” umschreiben. Ich wählte einen Quarkkuchen, nicht ahnend, dass ich mich dabei in genauso große Schwierigkeiten begeben hatte wie mit der Schecke. Es stellte sich nämlich nach intensiver Recherche, die auch den abendlichen Besuch eines Supermarktes umfasste, heraus, dass es in Norwegen, anno 1999, gar keinen Quark gab und demzufolge auch keine direkte Übersetzung dafür. Hatte ich bis dahin noch gar nicht bemerkt.

Stattdessen werden “Quark” – Käsekuchen mit echtem Frischkäse und ggf. Rømme, einer Art stichfester, fettreicher Saurer Sahne, gebacken, was ebenfalls zu einem ausgesprochen leckeren Ergebnis führt. Wie man auch im folgenden Rezept sehen kann, für dass ich mich habe hier inspirieren lassen.

Allerdings habe ich die Zuckermenge ca. halbiert und ich schwöre die Muffins sind immer noch süß genug. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass sie zwingend in einem Muffinblech und nicht nur in Papierförmchen gebacken werden sollten. Letzteres führt nämlich zu einem unrunden Ergebnis, das man gut auf dem letzten Foto bewundern kann. Dem Geschmack tut dies zum Glück keinen Abbruch.

Käsekuchen-Muffins mit Himbeeren (12 Stück, normales Muffinblech)

Zutaten:

  • 100 g Haferkekse
  • 50 g Butter, zimmerwarm
  • evtl. Zucker, ich fand ihn unnötig, da die Kekse bereits recht süß waren
  • 250 g sahniger Frischkäse, pur
  • 75 g Saure Sahne (20 % Fett)
  • 75 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 25 g Mehl
  • 2 große Eier (L)
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 125 g Himbeeren
  • evtl. 1 EL Zucker

Zubereitung:

Ein Muffinblech mit Papierförmchen auskleiden.

Die Haferkekse in einem Mixer (oder von Hand mithilfe einer Plastiktüte) zerkleinern. Die zimmerwarme Butter einkneten. Die Bodenmasse abschmecken und evtl. noch etwas Zucker in den Teig mischen. Den Keksboden in die Förmchen verteilen und gut andrücken.

Für die Käsemasse Zucker, Vanillezucker, Mehl und Frischkäse mischen und gut miteinander verrühren. Ein Ei nach dem anderen hinzufügen und die Masse weiter gut aufschlagen. Zum Schluss die Saure Sahne einrühren und alles mit dem Zitronensaft abschmecken.

Die Käsemasse gleichmäßig auf die Förmchen verteilen.

Die Himbeeren mit etwas Zucker vermischen und so lange verrühren, bis sich der Zucker vollständig mit den Beeren vermischt hat. Die Himbeersauce nun durch ein Sieb streichen, damit die Kerne entfernt werden.

Die Himbeersauce in die Mitte der Muffins geben und z. B. mit einem Holzstäbchen nach außen ziehen, so dass ein sternförmiges Muster entsteht. Hier sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Die Muffins im vorgeheizten Backofen bei 170 °C (Ober- und Unterhitze) auf der 2 Schiene von unten für ca. 25 Minuten backen. Sie sind fertig, wenn die Käsemasse relativ fest geworden ist und eine goldgelbe Oberfläche aufweist.

Sobald die Muffins etwas abgekühlt sind, sollte man sie mitsamt der Papierförmchen aus dem Blech heben und bis zum Verzehr kühl stellen. Am nächsten Tag schmecken sie übrigens immer noch ganz hervorragend.

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Sommerfrische Zitronentarte

IMG_9772Ist euch auch so heiß? So, als ob ihr in mitten im Sommer in Frankreich unterwegs sein würdet? Dann habe ich die perfekte Tarte für euch, die genau zu diesem “Frankreich im Sommer Gefühl” passt.

Uns erinnert sie jedenfalls immer an einen unserer Frankreichurlaube, bei dem wir nach einer ungeplant durchfahrenen Nacht völlig übermüdet in dem schönen Ort Allevard aus unserem Auto krabbelten. Kaum hatten wir jedoch unsere Nasen aus dem Auto gesteckt, umwehte uns vom Marktplatz her schon ein ungeheuer leckerer Duft. Es roch nach frischem Baguette und süß nach Kuchen oder Croissants.

Wir beschleunigten das Zusammensammeln und Strecken unserer in Sitzhaltung festgerosteten Knochen, um sofort unseren Nasen folgen zu können. Die führten uns dann schnurstracks zu einer Boulangerie, deren Auslage uns vorkam, als wären wir im Paradies gelandet. Kleine Tartes mit den verschiedensten Füllungen, Eclairs, Croissants und anderes Backwerk, Baguettes gab es natürlich auch.

In unserem müden Zustand, von der Auswahl etwas überfordert, endeten wir bei einem Baguette, zwei Eclairs und einer kleinen Zitronentarte. Seitdem fühlen wir uns jedes Mal wie in Frankreich, wenn wir eine gute Zitronentarte essen. Natürlich kennen wir das Rezept der Boulangerie in Allevard nicht, aber unsere Tarte schmeckt ganz ähnlich. In jedem Fall ist sie im Hochsommer ein frischer, leicht säuerlicher Genuss, der durch verschiedene Beeren oder essbare Blüten aus dem Garten prima ergänzt werden kann.

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Sommerfrische Zitronentarte (Tarteform mit herausnehmbarem Boden, ø 24 cm)

Zutaten Mürbeteigboden:

  • 200 g Weizenmehl
  • 100 g Butter, kalt
  • 65 g Zucker
  • 2 Pr. Salz
  • 1 kleines Ei
  • Schale von 1 Bio-Zitrone

Zutaten Füllung:

  • 5 große Eier (L)
  • 150 g Zucker (Rohmasse abschmecken, evtl. etwas mehr)
  • 170 ml Sahne
  • 125 – 150 ml frisch gepresster Zitronensaft (ca. 3 Bio-Zitronen)
  • Schale von 1,5 kleineren Bio-Zitronen
  • Puderzucker zum Bestäuben
  • frische Him- oder Erdbeeren oder essbare Blüten zur Garnierung

Zubereitung Boden: 

Man beginnt mit dem Mürbeteigboden, da dieser vor seiner Verwendung mindestens 1 Stunde, jedoch gern auch länger, im Kühlschrank lagern sollte, damit er beim später nötigen Ausrollen leichter handhabbar ist. Der Teig ist schnell hergestellt. Dazu Mehl, Zucker, Salz und die abgeriebene Zitronenschale auf eine Arbeitsplatte geben. Die kühlschrankkalte Butter in Stückchen schneiden und zusammen mit dem Ei auf dem Mehl verteilen. Daraus am besten mit den Händen schnell einen Teig kneten. Wichtig ist, dass die Zutaten gleichmäßig im Teig verteilt sind. Nun den Teig in eine Plastikfolie wickeln und im Kühlschrank verwahren.

Für die eigentliche Tartebereitung, den kalten Teig auf der Arbeitsfläche ungefähr in der Größe der Tarteform ausrollen. Danach die Form mit dem Teig auslegen, ringsherum einen Teigrand formen und den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Den Boden danach vollständig inkl. der Ränder mit Backpapier bedecken, darauf getrocknete Erbsen, Bohnen o.ä. verteilen. Den Boden nun im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Ober- und Unterhitze) auf mittlerer Schiene für ca. 20 Minuten vorbacken. Das Backpapier samt der Erbsen oder Bohnen entfernen und den Tarteboden für weitere ca. 10 Minuten backen, bis er eine leicht goldene Farbe angenommen hat. Während man die Füllung zubereitet, den Boden etwas auskühlen lassen.

Zubereitung Füllung: 

Die Bio-Zitronen gut waschen, danach die Schale mit einem Zestenreißer dünn abreiben. Achtung, dabei nur das Gelbe der Schale verwenden. Den Saft aus den Zitronen pressen.

Nun Eier, Zucker und Sahne mit einem Handrührgerät gut miteinander verschlagen. Zitronenschale und -saft hinzufügen und unterrühren. Es entsteht eine dünnflüssige Masse.

Die Füllung abschmecken, evtl. noch etwas mehr Zitronensaft hinzufügen, wenn es säuerlicher werden soll oder noch etwas mehr Zucker, wenn sie zu sauer erscheint.

Die Füllung vorsichtig auf den vorgebackenen Boden gießen.

Die Zitronentarte auf der mittleren Schiene im vorgeheizten Backofen bei 175 °C (Ober- und Unterhitze) für 30 – 35 Minuten backen. Die Tarte ist fertig, wenn die Füllung zwar noch weich, jedoch nicht mehr flüssig ist.

Die Tarte abkühlen lassen und vor dem Verzehr für mindestens 2 Stunden im Kühlschrank aufbewahren. Gut gekühlt schmeckt sie so richtig sommerlich frisch.

Kurz vor dem Servieren mit etwas Puderzucker bestäuben und mit frischen Beeren oder Blüten garnieren. Wir fanden Erd- oder Himbeeren besonders lecker dazu.

Die Tarte hält sich ohne Probleme bis zum nächsten Tag im Kühlschrank frisch.

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