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Herzhafter Linseneintopf mit Debrecziner Wurst

Kurz vor der letzten Wochenmenüplanung kamen wir am Familientisch zu der Erkenntnis, dass wir trotz des, verglichen mit anderen Jahren, langen Winters bisher noch nicht einmal einen richtigen herzhaften Linseneintopf gegessen hatten. Da das laptop gerade in Reichweite stand (nein, das ist keine gute Angewohnheit, dass es mit auf dem Familientisch steht), blätterte ich fix auf der Suche nach Inspiration durch meine inzwischen beinahe unendlich lange Linksammlung zu Fotos und Rezepten, auf die ich im Laufe der Zeit gestoßen bin.

Beim diesem Eintopf, im Original hier bei Chili und Ciabatta verbloggt, blieben wir hängen. Er hörte sich so hervorragend an, dass ich ihn mit nur wenigen Mengenänderungen direkt nachgekocht habe. Er wärmt richtig gut durch, ist ausgewogen würzig und lohnt das Nachkochen.

Herzhafter Linseneintopf mit Debrecziner Wurst für 3 Personen

Zutaten:

  • 190 g braune Tellerlinsen
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 750 ml Rinderbrühe (am besten selbst hergestellt aus ausgekochten Knochen)
  • 1 größere Kartoffel (ca. 100 g)
  • 1 Stück Porree (ca. 100 g)
  • 1 große Möhre (ca. 100 g)
  • ca. 50 g Knollensellerie
  • Salz
  • Pfeffer
  • getrockneter Majoran
  • getrocknete Chiliflocken
  • 120 g Debrecziner, alternativ Cabanossi
  • Schalenabrieb von 1/2 Bio-Zitrone
  • 1 – 2 EL heller Balsamico-Essig (oder mehr, wir mögen Linsen nicht so sauer)
  • frische, gehackte Petersilie zum Bestreuen

Zubereitung:

Die Linsen für mehrere Stunden in kaltem Wasser einweichen. Das Wasser danach weggießen.

Das Gemüse, die Zwiebel und die Knoblauchzehe putzen, schälen und in Würfel bzw. kleine Stücke schneiden.

Etwas Olivenöl in einem Suppentopf erhitzen und darin Zwiebel und Knoblauchzehe anbraten, bis die Zwiebel glasig geworden ist. Das Tomatenmark hinzugeben und kurz mitbraten. Danach die abgetropften Linsen zusammen mit der Rinderbrühe ergänzen und alles für 20 – 30 Minuten abgedeckt köcheln lassen (Kochzeit richtet sich nach der Einweichzeit und der Zubereitungsbeschreibung der Linsen auf der Verpackung).

In einer Pfanne ebenfalls etwas Olivenöl erhitzen und darin die Gemüsewürfel bei mittlerer Hitze für ca. 15 Minuten anbraten, jedoch nicht nennenswert bräunen. Dabei mit Salz, Pfeffer, Majoran und getrockneten Chiliflocken würzen.

Die Wurst in Scheiben schneiden.

Angebratenes Gemüse und Wurst zu den Linsen geben und für weitere 5 Minuten durchziehen lassen. Dabei mit Essig und Zitronenschale sowie ggf. etwas Salz abschmecken.

Mit gehackter Petersilie bestreuen und genießen.

Indisch gewürzte Hackfleischbällchen in Kokosmilchsauce

img_2961Sich endlich einmal wieder quer durch den Gewürzschrank kochen, genau das kann man mit diesen indisch gewürzten Hackfleischbällchen, die in einer nicht zu scharfen, jedoch ungeheuer wärmenden, cremigen Sauce baden.

Praktischerweise bäckt man bei diesem Rezept die Fleischbällchen im Herd, so dass das spritzende Anbraten in der Pfanne entfällt. Das bedeutet, hat man alle Gewürze zusammengesucht, ist das Essen trotz der längeren Zutatenliste relativ schnell auf dem Tisch.

Indisch gewürzte Hackfleischbällchen in Kokosmilchsauce für 4 Personen

Zutaten:

  • 190 g Basmatireis
  • 3,2 dl Wasser
  • etwas Salz
  • 500 g Hackfleisch (Schwein)
  • 1 Scheibe Toastbrot
  • etwas Milch oder Wasser zum Einweichen
  • 1 großes Ei
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL Kurkuma
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 1 TL Garam Masala (indische Gewürzmischung)
  • 1/2 TL gemahlener Kardamom
  • knapp 1/4 TL gemahlene Nelken (Vorsicht beim Würzen, Nelken schmecken sehr intensiv)
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 große Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • frischer Ingwer (Stück ca. 3/4 Daumen groß)
  • 3 EL Olivenöl oder Ghee (geklärte Butter)
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/4 TL Zimt, ggf. etwas mehr
  • 4 dl Kokosmilch
  • 2 gehäufte EL griechischer Joghurt
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • etwas Cayennepfeffer
  • Salz
  • Pfeffer
  • einige Spritzer Limettensaft
  • frischer Koriander zum Garnieren, alt. Petersilie

Zubereitung:

Für die Hackfleischbällchen das Toastbrot in etwas Milch einweichen. Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Danach alle Zutaten für die Bällchen vermischen und gut durchkneten. Den Teig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mit nassen Händen 16 kleine Bällchen formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.

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Die Bällchen im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene bei 200 °C (Ober- und Unterhitze) für 15 Minuten backen. Sie erhalten dabei eine leichte Bräunung. Danach dürfen sie noch ca. 10 Minuten in der Sauce baden.

Währenddessen die Sauce zubereiten. Dafür Zwiebel, Knoblauchzehen und Ingwer schälen und grob hacken. Danach in Öl in einem Topf anschwitzen. Die Zwiebel soll dabei nicht bräunen. Koriander, Kurkuma und Zimt hinzufügen und bei mittlerer Hitze mitbraten lassen, bis sie anfangen zu duften.

Kokosmilch und Joghurt hinzugeben und alles mit dem Stabmixer pürieren. Für 5 Minuten köcheln lassen. Die gemahlenen Mandeln hinzufügen und die Sauce mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer bis zur gewünschten Schärfe würzen. Etwas Limettensaft liefert eine angenehm säuerlich frische Note. Schmeckt die Sauce wie gewünscht, dürfen die gebackenen Fleischbällchen hinein und für weitere 10 Minuten mitköcheln. Vor dem Genuss mit einigen frischen Korianderblättern bestreuen, als Alternative kann auch frische Petersilie genutzt werden.

Den Reis in einem Topf mit dickem Boden zusammen mit dem Wasser und dem Salz zum Kochen bringen und für 10 – 15 Minuten (siehe Packungsanweisung) köcheln lassen. Den Reis vor dem Servieren mit einer Gabel etwas auflockern.

Dazu passt ein grüner Salat oder Raita, ein indischer Gurken-Joghurt Salat.

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Spaghetti mit Fleischbällchen in Tomatensauce

IMG_1811Selten, selten kommt es vor, dass ich im Alltag einem Essen erlaube, mehrere Stunden vor sich hin zu köcheln. Dazu fehlt mir normalerweise einfach die Zeit. Hier jedoch habe ich eine Ausnahme gemacht und diese Tomatensauce rechtfertigt wirklich den Zeitaufwand. Sie entwickelt zwischen Stunde 2 und 3 ein wunderbares Aroma, das man bei Kurzkochsaucen einfach nicht hinbekommt. Dazu dann noch wohlschmeckende Fleischbällchen und fertig ist so ein richtiges Schlechtwetterwohlfühlessen.

Bei dem Aufwand kocht man am besten gleich eine größere Portion und friert den Rest von Sauce und Hackfleischbällchen ein. Und wenn man schon einmal an die Küche gebunden ist, kann man die Zeit natürlich effektiv nutzen und zum Beispiel nebenbei noch ein Suppenhuhn verarbeiten oder Knochenbrühe aus Rinderknochen kochen. Das gibt dann zwar einen ordentlichen Geruchswirrwarr, aber man hat den Gefrierschrank hinterher mit vielen guten “Fertiggerichten” gefüllt.

Jedoch noch einmal zurück zu diesem Rezept. Ich habe mich dazu von Chili und Ciabatta inspirieren lassen, jedoch für 6 Personen die Saucenmenge halbiert und die Hackfleisch- sowie Spaghettimenge reduziert.

Spaghetti mit Fleischbällchen in Tomatensauce für 6 Personen

Zutaten Sauce:

  • 2 EL Olivenöl
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1/4 TL getrocknete Chiliflocken, evtl. etwas mehr
  • 4 Dosen (je 400 g) stückige Tomaten
  • 1 – 2 Lorbeerblätter
  • ca. 1 TL getrockneter Oregano
  • Salz
  • Pfeffer
  • Zucker
  • 1/2 Bund frisches Basilikum

Zutaten Fleischbällchen:

  • 500 g gemischtes Hackfleisch (am besten Schwein, Rind und Kalb, Schwein und Rind geht jedoch auch)
  • 2 große Eier (L)
  • ca. 40 g Weiß- oder Toastbrot, leicht trockenIMG_1806
  • etwas Milch zum Einweichen
  • 2 – 3 Knoblauchzehen
  • 65 g frisch geriebener Parmesan
  • 15 g gehackte, frische Petersilie
  • 1/2 TL Salz, evtl. etwas mehr
  • 3/4 TL getrockneter Oregano
  • ca. 1/3 TL Pfeffer
  • 1/3 TL gemahlene Fenchelsaat
  • 1/3 TL getrocknete Chiliflocken
  • Olivenöl zum Braten

Zutaten Zubehör für 3 Personen:

  • 225 g Vollkornspaghetti (3 Personen)
  • Salz für das Kochwasser
  • frisch geriebener Parmesan zum Bestreuen
  • frische Petersilie zum Bestreuen

Zubereitung:

Man beginnt mit der Tomatensauce. Dafür die Knoblauchzehen schälen und in Scheiben schneiden. Etwas Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und darin den Knoblauch leicht anbraten. Die Chiliflocken hinzufügen, umrühren und ebenfalls kurz mitbraten lassen.

Nun die Tomaten, Lorbeerblätter, Oregano sowie Salz, Pfeffer und etwas Zucker hinzufügen. Gut umrühren und dann alles abgedeckt für 2,5 – 3 Stunden vor sich hin köcheln lassen. Dabei ab und zu rühren. Die Sauce entwickelt dabei viel Aroma und dickt ein.

Kurz vor Ende der Garzeit, die Lorbeerblätter aus der Sauce fischen und das Basilikum hinzufügen. Mit einem Stabmixer alles grob pürieren. Abschmecken und evtl. mehr Salz, Pfeffer und Zucker hinzufügen.

Während die Sauce köchelt, die Hackfleischbällchen zubereiten. Dafür das leicht trockene Brot in etwas Milch einweichen. Danach gut ausdrücken. Nun alle Zutaten in einer Schüssel gut miteinander verkneten und den Teig abschmecken. 16 – 18 Fleischbällchen formen. Das geht am einfachsten mit leicht feuchten Händen.

Die Bällchen in etwas Olivenöl in einer großen Pfanne portionsweise für 5 – 8 Minuten ringsherum anbraten, bis sie gebräunt sind. Danach die Bällchen in die Tomatensauce legen und für 10 – 15 Minuten darin köcheln lassen, bis sie vollständig gar sind.

Die Spaghetti entsprechend der Anweisung auf der Verpackung in reichlich Salzwasser kochen. Danach nicht mit kaltem Wasser abschrecken, sondern nur in einem Sieb gut abtropfen lassen und mit einigen Esslöffeln Sauce vermischen.

Spaghetti, Fleischbällchen und Sauce auf Tellern anrichten und mit Parmesan sowie gehackter Petersilie bestreut genießen.

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Überbackene Makkaroni mit Tomatensauce, Würstchen und Gemüse

IMG_1710Unsere ältere Nachbarin erzählte mir neulich, dass sie immer, wenn ihr Enkel sie besucht, Makkaroni mit Tomatensauce und Würstchen für ihn kocht. Genau wie meine Oma das früher häufig, wenn auch meist mit etwas Protest, für mich als Wunschessen hergestellt hatte. Ihr Protest bezog sich darauf, dass erstens Nudeln kein richtiges Mittagessen seien und zweitens gar kein Gemüse in dem Essen vorkam, was unmöglich gesund sein konnte. Letzterem Punkt kann ich inzwischen uneingeschränkt zustimmen.

Trotzdem, seit dem Gespräch mit unserer Nachbarin hatte ich so richtig große Lust auf Makkaroni mit Tomatensauce und Würstchen. Mit Gemüse. Das bekommt man nämlich ganz einfach mit in die Sauce gelockt. Als Pluspunkt verleiht es ihr sogar noch einen intensiveren, abwechslungsreicheren Geschmack. Das hätte meiner Oma sicher auch gefallen, nur leider konnte man in den 1980er Jahren in der DDR weder Zucchini, noch Paprika oder Dosentomaten kaufen. Und Rot- oder Sauerkraut passte nun wirklich nicht zu diesem Essen. Wie gut, dass es heute so einfach ist, zu jeder Jahreszeit verschiedenstes Gemüse kaufen zu können.

Bleibt nur noch ein Minuspunkt: Wir hatten keine Makkaroni im Haus! Stattdessen mussten Spiralnudeln als Ersatz herhalten. Sowas aber auch…

Überbackene Makkaroni mit Tomatensauce, Würstchen und Gemüse für 3 Personen

Zutaten:

  • 190 g Makkaroni oder andere kurze Nudeln (wir hatten nur Spiralen im Haus)
  • Salz für das Kochwasser
  • 200 g Wiener Würstchen
  • ggf. etwas Olivenöl
  • ggf. etwas Currypulver
  • 2 mittlere Zwiebeln
  • 2 Knoblauchzehen
  • etwas Olivenöl
  • 1 große, rote Paprikaschote
  • 1 mittlere Zucchini
  • 1 Dose stückige Tomaten (400 g)
  • etwas Wasser (ca. 1/3 der Tomatendose)
  • Salz
  • Pfeffer
  • getrockneter oder frischer Oregano
  • einige getrocknete Chiliflocken
  • ca. 1 TL Zucker
  • einige Tropfen Worcestersauce
  • 50 – 75 g geriebener Käse, z. B. Gouda

Zubereitung:

Die Würstchen in nicht zu kleine Stücke schneiden und wenn gewünscht in etwas Öl und mit Currypulver bestreut kurz anbraten, bis sie leicht hellbraun geworden sind. Diesen Schritt kann man jedoch auch weglassen und die Wiener ungebraten verwenden.

Zwiebeln und Knoblauchzehen schälen und in kleine Stückchen schneiden. Das Gemüse putzen und würfeln.

Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen (gern in der gleichen, in der man die Würstchen angebraten hat) und Zwiebeln und Knoblauch darin andünsten, bis die Stücke weich geworden sind. Danach das Gemüse hinzufügen und für ca. 10 Minuten unter regelmäßigem Wenden bei mittlerer Hitze mitbraten lassen.

Danach die Tomaten und etwas Wasser angießen. Die Sauce mit Salz, Pfeffer, Chiliflocken, Oregano, Zucker und Worcestersauce kräftig würzen. Alles für 5 Minuten köcheln lassen. Abschmecken.

Die Nudeln entsprechend der Packungsanweisung in reichlich Salzwasser gar kochen. Nach dem Garen, das Wasser weggießen, die Nudeln jedoch nicht abschrecken.

Nun die Nudeln mit der Tomatensauce sowie den Würstchen mischen und in eine Auflaufform füllen. Mit geriebenem Käse bestreuen und bei 250 °C (Ober- und Unterhitze) im vorgeheizten Backofen im oberen Drittel für ca. 5 Minuten backen, bis der Käse zerlaufen ist.

Genießen.

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Oberschlesische Gummiklöße

IMG_1256Gummiklöße? Ja, noch ein Rezept, das meine aus Oberschlesien stammende Oma mit hierher ins Erzgebirge gebracht hat. Als kleines Kind habe ich immer darauf gewartet, dass meine Mutter eines sonntags mal zuviel Gummi in die Klöße geben würde. Dann könnte man sie nämlich an die Wand werfen und sie würden genauso wie ein Ball wieder zurück auf den Tisch springen. Das hatte mir zumindest mein Vater erzählt. Es hat ein paar Jahre gedauert, ehe mir bewusst wurde, dass a) das Kloßwerfen nicht so gut für die Wohnzimmertapete sein würde und b) gar kein Gummi in den Gummikloß kommt. Die Prüfung der väterlichen Behauptung steht daher bis heute noch aus.

Stattdessen besteht der Kloß aus gekochten, gequetschten Kartoffeln, Kartoffelstärke, etwas Mehl und Ei, von Gummi also absolut keine Spur. Der Name bezieht sich vielmehr auf die Konsistenz des Kloßes, die deutlich anders ist als bei z. B. grünen Klößen.

Gegessen wird der Gummikloß, der Familienlegende nach in unglaublichen Mengen von 7 – 8 Stück pro jungem Mann, bevorzugt zu Fleischgerichten wie Rouladen, Schweinebraten oder Pute. Dazu gibt es immer und ausschließlich Rotkraut, jedenfalls in unserer Familie. Sollten trotz aller Rekordverzehrsversuche Klöße übrig bleiben, ist das nicht schlimm. Man kann sie einfrieren und bei nächster Gelegenheit in Scheiben geschnitten in etwas Butter knusprig anbraten. So kann man sie mit etwas Salz oder Zucker bestreut, herzhaft oder süß als Snack verputzen.

Oberschlesische Gummiklöße für 4 Personen, bei Rekordversuchen langt es nur für 3 😉

Zutaten:

  • 600 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 170 – 180 g Kartoffelstärke
  • 1,5 gestrichene EL Mehl
  • 1 Ei
  • 1 gestrichene TL Salz + 1 TL Salz für das Kochwasser

Zubereitung:

Die Kartoffeln in der Schale gar kochen. Je nach Größe der Kartoffeln kann das zwischen 25 und 35 Minuten dauern. Das Kochwasser weggießen und die Kartoffeln etwas auskühlen lassen.

Noch warm schälen und durch eine Kartoffelpresse quetschen.

Die Kartoffeln mit den restlichen Zutaten von Hand zu einem Teig kneten, der sich gut zu Klößen formen lässt. Je mehr Kartoffelstärke man zugibt, desto “gummiiger” werden die Klöße.

Nun etwa handtellergroße, flache Klöße formen.

In einem großen Topf reichlich Wasser, mit 1 TL Salz versehen, zum Kochen bringen. Man benötigt so viel Wasser, dass die Klöße im Topf schwimmen können.

Die Klöße in das kochende Wasser geben, die Hitze etwas reduzieren und warten, bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen. Ab dann die Klöße für ca. 10 Minuten in dem warmen Wasser ziehen, jedoch nicht mehr kochen lassen.

Die fertigen Klöße mithilfe einer Schaumkelle aus dem Wasser heben und zusammen mit Fleisch, viel Sauce und Rotkraut sonntäglich genießen.

Übrig gebliebene Klöße kann man für kurze Zeit im Kühlschrank aufbewahren oder für längeres Aufheben einfrieren. In Scheiben geschnitten lassen sie sich in Butter prima anbraten und entweder als süßer Snack mit Zucker oder herzhaft mit etwas Salz bestreut verputzen.

Herbstliches Ofengemüse mit Äpfeln, Blauschimmelkäse und Portwein-Zwiebel-Sauce

IMG_0561Die Äpfel müssen verbraucht werden, jetzt, wenn sie am besten schmecken. Gleichzeitig benötigen wir Platz im Tiefkühlschrank, es muss also alles an “Einzelstücken”, was in Dosen eingelagert ist, dem neuen Vorrat an Apfelmus und -kuchen weichen. So “entdeckten” wir bei der Räumaktion zwei Mini-Portionen von bereits gebratenem Fleisch in Scheiben, ohne Sauce.

Nun ist es nicht ganz so einfach aus dem Nichts eine Sauce zu zaubern, außer man lässt das Konzept einer deutschen Bratensauce ganz außen vor und konzentriert sich auf andere Beilagen. Mit dem herbstlichen Ofengemüse, das durch säuerlich-fruchtige Äpfel, angeröstete Walnüsse und würzigen Blauschimmelkäse ergänzt wird, ist man auf der sicheren Seite. Es schmeckt auch ohne dunkle Sauce einfach nur gut.

Möchte man noch etwas mehr Spannung und geschmackliche Abwechslung haben, kann man sich diese aus der Portwein-Zwiebel-Sauce holen. Intensiv und süß-säuerlich im Geschmack ist sie die perfekte Ergänzung zu Fleisch und Ofengemüse.

Zusammen erhält man ein interessantes Wohlfühlessen für neblig-graue Herbsttage.

Herbstliches Ofengemüse mit Äpfeln, Blauschimmelkäse und Portwein-Zwiebel-Sauce für 3 Personen als Beilage zu z. B. Schweinefleisch

Zutaten Herbstliches Ofengemüse:

  • 1 kleine oder ca. 1/3 große Sellerieknolle
  • 5 – 6 kleinere, festkochende Kartoffeln
  • 1/4 – 1/3 Hokkaido-Kürbis
  • 2 – 3 säuerliche, festfleischige Äpfel
  • ca. 3 EL Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer
  • frischer Thymian
  • 1 große Handvoll Walnüsse
  • Blauschimmelkäse
  • frischer Thymian

Zutaten Portwein-Zwiebel-Sauce:

  • 3 rote Zwiebeln
  • 2 EL Butter
  • ca. 50 ml dunkler Balsamicoessig
  • ca. 200 ml Portwein
  • etwas Zucker
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung Herbstliches Ofengemüse:

Kartoffeln und Sellerie schälen, putzen und in kleine Würfel schneiden. Die Stücke sollten nicht zu unterschiedlich groß sein, damit beides gleichmäßig gar wird.

Hokkaido und Äpfel waschen und putzen, beides ebenfalls in Stückchen schneiden, ein Schälen ist nicht notwendig.

Da Sellerie und Kartoffeln eine längere Backzeit als Kürbis und Äpfel benötigen, sollten sie nicht gleichzeitig in den Backofen geschoben werden.

Ein Backblech mit etwas Olivenöl bestreichen. Das geputzte Gemüse ebenfalls mit etwas Olivenöl vermischen. Danach Kartoffeln und Sellerie gleichmäßig auf dem Backblech verteilen und mit etwas Salz, Pfeffer und Thymian würzen.

Kartoffeln und Sellerie bei 225 °C für 10 – 15 Minuten auf der mittleren Schiene bei Ober- und Unterhitze garen.

Danach Kürbis- und Apfelstücke, die ebenfalls mit Salz und Pfeffer gewürzt sind, auf das Blech geben und für weitere 10 – 15 Minuten backen. Die Backzeit ist sehr davon abhängig, wie klein man Kartoffeln und Gemüse vorher geschnitten hat, daher am besten gegen Ende der Garzeit ein Kartoffelstück kosten.

In den letzten 5 Minuten die gehackten Walnüsse mit auf das Blech streuen.

Vor dem Servieren mit frischem Thymian bestreuen.

Zubereitung Portwein-Zwiebel-Sauce:

Während sich das Gemüse im Ofen vergnügt, kann man sich in aller Ruhe der Portwein-Zwiebel-Sauce zuwenden. Dazu die Zwiebeln schälen und in grobe Stücke schneiden.

Die Butter in einem Topf erhitzen und darin die Zwiebeln anbraten, bis sie glasig und weich geworden sind.

Balsamicoessig und Portwein angießen und mit etwas Zucker (abhängig davon, wie sauer der Essig ist) würzen. Die Sauce danach einkochen lassen, bis sie eine etwas dickere Konsistenz erlangt hat. Das dauert ca. 15 Minuten.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Das Ofengemüse zusammen mit etwas Fleisch, der Portwein-Zwiebel-Sauce und einigen Stücken Blauschimmelkäse anrichten.

Borschtsch – eine Variante

IMG_0526Borschtsch gab es heute bei uns nach einem Rezept aus der Ukraine. Ich bin absolut kein Experte, was ukrainisches oder russisches Essen anbelangt, so dass ich hier nicht behaupten möchte, DAS Borschtsch-Rezept zu veröffentlichen, da es mit Sicherheit viele verschiedene Varianten gibt.

Grundlegend scheinen die Zutaten Tomaten, Rote Bete, Weißkraut, Möhren und Kartoffeln zu sein, die dank der Roten Bete allesamt wunderbar rot eingefärbt werden. Die Mengenangaben sind dabei nicht so wichtig, man kann also gut nach eigenen Vorlieben variieren. Wichtig ist nur, dass die Suppe sehr inhaltsreich wird. Wie auch bei deutschem Weißkrauteintopf schmeckt der Borschtsch gut durchgezogen am besten. Man kann ihn daher gut und gern abends kochen, wenn man ihn am nächsten Tag essen möchte.

Häufig wird für den Borschtsch im Vorfeld gekochtes Rindfleisch verwendet, wobei die dabei entstehende Brühe die Grundlage des Eintopfes bildet. Wir hatten kein geeignetes Fleisch und haben daher auf Gemüsebrühe und Fleischwurst als Einlage zurückgegriffen. Hervorragend geschmeckt hat er trotzdem.

Borschtsch für 3 Personen

Zutaten:

  • 750 ml gute Rinder- oder Gemüsebrühe
  • 1/4 Weißkraut
  • 3 mittelgroße Kartoffeln
  • 2 Lorbeerblätter
  • ca. 2 EL Olivenöl
  • 2 – 3 kleine Rote Bete
  • 3 mittelgroße Möhren
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 Dose stückige Tomaten (400 g)
  • Salz
  • Pfeffer
  • einige getrocknete Chiliflocken
  • etwas Zucker
  • frische Petersilie
  • ggf. etwas fertig gekochtes Suppenfleisch oder Wurst
  • Saure Sahne oder Crème Fraîche beim Servieren

Zubereitung:

Das Weißkraut putzen und in feine Streifen schneiden. Kartoffeln, Möhren und Rote Bete schälen. Die Kartoffeln in Stücke schneiden, Möhren und Rote Bete in dünne Streifen. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.

Die Fleisch- oder Gemüsebrühe in einem Suppentopf zusammen mit dem Weißkraut, den Kartoffeln und den Lorbeerblättern zum Kochen bringen. Danach die Hitzezufuhr reduzieren und alles abgedeckt weiter köcheln lassen.

Währenddessen Butter oder Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Darin Zwiebeln, Knoblauch, Rote Bete und Möhren anbraten, bis alles rot eingefärbt ist. Das dauert 7 – 8 Minuten. Das Tomatenmark einrühren und kurz mit braten lassen. Achtung, es darf dabei nicht anbrennen.

Den Pfanneninhalt nun in den Suppentopf zum Weißkraut und den Kartoffeln geben. Die Tomaten hinzufügen und mit Salz, Pfeffer, Chiliflocken und etwas Zucker würzen.

Den Borschtsch für 20 – 25 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse richtig weich geworden ist. Mit Salz, Pfeffer und ggf. etwas Zucker abschmecken.

Zum Schluss die Fleischstücke oder die Wurststücke hineingeben und mit erwärmen.

Mit frischer, gehackter Petersilie bestreut sowie mit einem Klecks Saure Sahne oder Crème Fraîche versehen servieren.

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Gulasch mit indischen Gewürzen und Cashewkernen

IMG_9655Hah, nicht nur wir Menschen können verreisen, auch unser Schwarzbiergulasch war unterwegs und hat sich in Indien umgesehen, virtuell natürlich. Als Reisemitbringsel hat er sich mit einigen, exotischen Gewürzen angereichert und mit Cashewkernen zusammengetan. Auf seiner Reise hat er zudem die Kartoffeln und das Sauerkraut verloren, stattdessen ist er nun mit einem hübschen, currygelben und würzigen Couscous liiert.

Uns bleibt angesichts dieses Abenteuers nur zu sagen, dass die neue Verbindung ebenso glücklich ausgefallen ist wie die alte. Sie ist exotischer, spannend und weckt ganz ordentlich die Urlaubsstimmung.

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Gulasch mit indischen Gewürzen und Cashewnüssen für 4 Personen

Zutaten:

  • 600 g Schweinefleisch
  • 2 EL Butterschmalz
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 rote Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 5 Möhren
  • 1/2 TL Kreuzkümmel, ganz
  • 3 dl Schwarzbier
  • 1 Dose Stückige Tomaten (400 g)
  • 1 Zimtstange
  • 2 TL Garam Masala (indische Gewürzmischung)
  • 1/4 TL gemahlener Kardamom
  • 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • ca. 3/4 TL getrocknete Chiliflocken
  • etwas Zucker
  • etwas Limettensaft
  • frischer Koriander oder frische Petersilie
  • 2 Handvoll Cashewkerne
  • 190 g Couscous
  • 225 ml Gemüsebrühe
  • 1/2 EL Butter
  • ca. 1 TL Curry
  • frischer Koriander oder frische Petersilie

Zubereitung:

Schweinefleisch, am besten noch im leicht gefrorenen Zustand, in Würfel schneiden.

Knoblauchzehen, Zwiebeln und Möhren schälen und putzen. Knoblauch fein, Zwiebeln grob hacken, Möhren in große Stücke zerschneiden.

Auf dem Herd eine große Pfanne und einen Fleischtopf bereitstellen.

Den Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Die gewürzten Gulaschstücke darin von jeder Seite anbraten, bis sie ringsherum gebräunt sind. Dafür ist es wichtig, dass alle Fleischstücke mit dem Pfannenboden in Berührung kommen. Deshalb am besten in 2 oder 3 Durchgängen braten. Das Fleisch nach dem Braten mit Salz und Pfeffer würzen und in den Fleischtopf umfüllen.

Danach Zwiebeln, Knoblauch, Möhren und den Kreuzkümmelsamen in der Pfanne anbraten, bis die Zwiebeln glasig bis leicht gebräunt sind. Ebenfalls in den Fleischtopf umfüllen.

Nun mit der Hälfte des Schwarzbiers die Pfanne “deglasieren”, d.h. auskochen. Dazu das Bier in die heiße Pfanne gießen, alles einmal aufkochen und währenddessen mit einem hölzernen Pfannenwender den Pfannenboden abschaben. Dadurch nimmt das Bier die Röstaromen des Fleisch- und Gemüseanbratens auf. Das Bier nun in den Fleischtopf umgießen.

Das restliche Bier, die stückigen Tomaten sowie die Gewürze (außer Zucker und Limettensaft) in den Fleischtopf geben und kurz umrühren. Es sollte soviel Flüssigkeit zugegeben werden, dass das Fleisch knapp davon bedeckt ist.

Ab jetzt sollte man dem Gulasch ca. 1,5 Stunden Zeit geben, in dem er bei geringer Hitze abgedeckt vor sich hinköcheln kann. Dann zieht er ordentlich durch und entwickelt sein volles Aroma.

10 Minuten vor Ende der Kochzeit den Deckel entfernen und den Gulasch offen weiter köcheln lassen. Sollte die Sauce zu dünn sein, diese mit etwas in Wasser verquirltem Mehl andicken. Ganz zum Schluss den Gulasch mit etwas Zucker, Salz, ggf. weiteren Chiliflocken und Limettensaft abschmecken. Mit den Cashewkernen sowie frischem Koriander oder gehackter Petersilie bestreuen.

Für die Zubereitung des Couscous, die Gemüsebrühe zusammen mit der Butter und dem Currypulver in einem Topf aufkochen. Den Topf vom Herd nehmen, den Couscous einrühren und abgedeckt 5 Minuten quellen lassen. Dabei saugt der Couscous die gesamte Flüssigkeit auf. Den Couscous danach mit einer Gabel auflockern. Kurz vor dem Servieren mit frischem Koriander oder etwas gehackter Petersilie bestreuen.

Den exotischen Gulasch zusammen mit dem Couscous genießen.

Grillspieße mit Rind und Ananas in Petersilienmarinade

IMG_9824Saftige Grillspieße gesucht? Ich hätte da etwas für euch – mit fruchtiger Ananas zwischen zartem Rindfleisch, das sich vorher für mehrere Stunden in einer süß-säuerlichen Marinade mit Petersilie wälzen durfte. Das hört sich nicht nur lecker an, sondern ist es auch.

Die Ananas entwickelt beim Grillen eine angenehm fruchtige Süße, die für einen interessanten Kontrast zum würzigen Grillfleisch sorgt. Allerdings darf man die Spieße auf keinen Fall “totgrillen”, dass heißt, sie brauchen keine extra 5 – 10 Minuten über dem Grillfeuer, damit sie auch ja durch sind. Dabei wird das Fleisch nur trocken und unschmackhaft.

Für saftige Spieße reichen ca. 3 Grillminuten je Seite, wobei das natürlich stark von der Hitze des Grillfeuers abhängig ist. Zum Glück kann man beim Grillen recht unkompliziert kosten, was die Sache einfacher macht als zum Beispiel beim Rinderbraten.

Genießt den Sommer!

Grillspieße mit Rind und Ananas in Petersilienmarinade für 3 (hungrige) Personen

Zutaten:

  • ca. 500 g Rumpsteak oder Rinderfilet
  • Salz
  • Pfeffer
  • reichlich 1/2 große Ananas
  • Petersilie (12 – 14 Stiele)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1,5 – 2 EL Rotweinessig
  • 1 TL getrocknete Chiliflocken
  • 1 – 1,5 TL Zucker
  • 1 TL Meersalz
  • Pfeffer
  • ca. 1 dl Olivenöl

Zubereitung:

Das Fleisch in möglichst gleich große Würfel (3 x 3 cm) schneiden, leicht salzen und pfeffern.

Für die Marinade die Petersilie waschen und von den groben Stielen befreien. Die Knoblauchzehen schälen. Nun alle Zutaten mit Ausnahme des Olivenöls in einem Food Processor / Mixer fein zerkleinern. Das Olivenöl nach und nach hinzufügen, bis sich alles gleichmäßig vermischt hat.

Die Marinade abschmecken und ggf. nachwürzen. Sie sollte süß-säuerlich und würzig schmecken.

Die Fleischstücke in einer Schüssel oder Plastiktüte mit ca. der Hälfte der Marinade vermischen. Alles abgedeckt im Kühlschrank für mehrere Stunden durchziehen lassen.

Die Ananas putzen und in ebenso große Würfel wie das Fleisch schneiden.

IMG_9814Fleisch und Ananas abwechselnd aufspießen. Achtung, Holzspieße sollte man vorher wässern, damit sie nicht während des Grillens abbrennen.

Die Spieße mit etwas der restlichen Marinade übergießen. Die jetzt noch übrige Marinade wird nach dem Grillen über den Spießen verteilt.

Die Spieße nun bei etwas über mittlerer Hitze von jeder Seite für ca. 3 Minuten grillen, dann ist das Fleisch innen noch rosa. Wer das nicht mag, grillt sie etwas länger. Dabei jedoch Vorsicht walten lassen, sonst werden die Fleischstücke trocken und schmecken gar nicht mehr gut.

Mit der letzten Marinade bepinselt, sind die saftigen Rind-Ananas Spieße essfertig. Dazu passt ein grüner Salat ganz ausgezeichnet.

IMG_9825Die Inspiration zu diesem Rezept habe ich mir von einem norwegischen blog (fru timian) geholt, jedoch hier und da kleinere Änderungen vorgenommen.

Historisch norwegisch: Kalbfleischtopf mit Zitronen, Anchovis und Oliven

IMG_9472Wir bleiben noch ein bisschen in der historischen Ecke und bei den norwegischen Rezepten anno 1800. (Mehr zum Hintergrund kann man hier oder hier lesen oder direkt im norwegischen Blog des Riksarkivets hier).

Heute gibt es ein “Freckadour” – sehr lustiger Name, der jedoch wohl eher auf einen Schreibfehler des französischen Fricandeau zurückzuführen ist. Das meinten auf jeden Fall die norwegischen Archivare. Mit Fricandeau bezeichnet man demnach Gerichte, die aus dünnen (Kalb-)fleischscheiben oder festem Fisch bestehen und in reichlich Flüssigkeit gekocht werden.

In der Zubereitung scheint damit auch eine Verwandtschaft zum Boeuf Bourguignon zu bestehen, wobei die historische Variante mit nur drei Gewürzen (Salz, Pfeffer, Muskatnuss) auskommen muss. Dafür erhält sie u. a. Zitronenscheiben, Oliven und Anchovis. Letztere zerkochen beim Garen und geben der Brühe einen unvergleichlich interessanten Geschmack, der hervorragend mit der leicht säuerlichen Zitronennote harmoniert. Das Fleisch wird während des Kochens herrlich zart, saftig und aromatisch. Ein rundherum schönes historisches Rezept, auch wenn es rein optisch jetzt nicht so viel hermacht.

Historisch norwegisch: Kalbfleischtopf mit Zitronen, Anchovis und Oliven für 4 Personen

Zutaten:

  • 600 g Kalb- oder Rindfleisch (Unterschale oder gulaschgeeignetes Fleisch)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Mehl
  • ca. 2 EL Butterschmalz zum Anbraten
  • 4 Scheiben American Bacon (Original: ca. 100 g Speck)
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • ca. 1 dl entsteinte Oliven (wir hatten grüne)
  • ca. 1/2 dl Anchovisfilets in Salzlake (ohne Lake verwenden)
  • 3 Scheiben einer Bio-Zitrone
  • 2 dl trockener, kräftiger Rotwein
  • 2 – 3 dl gute Rinderbrühe
  • 1/4 – 1/2 TL geriebene Muskatnuss

Zubereitung:

Das Fleisch* zunächst quer zur Fleischfaser in relativ dünne Scheiben schneiden (ca. 1,5 cm dick), danach leicht klopfen bzw. mit einem schweren Küchenmesser eher platt drücken und dann in Stücke schneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen, danach in Mehl wälzen.

Zwiebel schälen und grob hacken. Die Bio-Zitrone gut waschen und 3 Scheiben abschneiden. Die Scheiben vierteln. Die Anchovisfilets ohne Lake verwenden. Wenn sie sehr salzig sind, unter fließendem Wasser kurz abspülen, danach in Stücke schneiden. Oliven halbieren.

Auf dem Herd eine große Pfanne und einen Fleischtopf bereitstellen.

In der Pfanne den in Stücke gerissenen Bacon anbraten, bis er gebräunt ist. Den Speck danach in den Fleischtopf geben.

Etwa 1 EL Butterschmalz in der Pfanne erhitzen und das Fleisch darin anbraten, bis es von allen Seiten schön gebräunt ist. Dafür ist es wichtig, dass alle Fleischstücke mit dem Pfannenboden in Berührung kommen. Deshalb am besten in 2 oder 3 Durchgängen braten. Das Fleisch nach dem Braten in den Fleischtopf umfüllen.

Zwischen den Bratdurchgängen die Pfanne mit etwas Rotwein “deglasieren”, d.h. auskochen. Dazu den Wein in die heiße Pfanne gießen, alles einmal aufkochen und währenddessen mit einem Pfannenwender den Pfannenboden abschaben. Dadurch nimmt der Wein die Röstaromen des Fleischanbratens auf. Den Rotwein danach in den Fleischtopf umgießen.

Den restlichen Rotwein sowie die Fleischbrühe in den Topf gießen, bis das Fleisch knapp bedeckt ist. Zwiebel, Anchovis, Zitrone und Oliven hinzufügen. Mit geriebener Muskatnuss würzen. Ab jetzt alles je nach Fleischqualität für 30 Minuten (das stand im Originalrezept, da war unser Fleisch jedoch noch hart) bis 2 Stunden abgedeckt vor sich hin köcheln lassen. Das Fleisch ist fertig, wenn es zart und weich ist.

Mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Muskatnuss abschmecken. Zum Servieren einige Zitronenscheiben hinzufügen.

Der Rindfleischtopf lässt sich sehr gut bereits am Tag vor dem Verzehr zubereiten, er wird beim Durchziehen nur besser.

Da im historischen Kochbuch nichts zum Zubehör stand, haben wir uns wahrscheinlich vollständig unhistorisch für Kartoffeln und ein Möhren-Kohlrabi-Gemüse entschieden. Für uns hat das sehr gut zusammengepasst, auch wenn 1750 die Kartoffel in Norwegen noch weitgehend unbekannt war. Vielleicht aß man flatbrød (eine Art dünnes Knäckebrot) oder anderes Brot dazu.

*Im Originalrezept stand, dass das Fleisch zunächst mit dem Speck gespickt werden sollte. Diesen Schritt habe ich jedoch weggelassen und stattdessen etwas American Bacon knusprig angebraten (faule moderne Küche :-)). 

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