Category Archives: Süßspeisen

Kleine glutenfreie Buchweizenpfannkuchen

Nach zwei arbeitsintensiven Wochen melde ich mich heute mit einem wohlschmeckenden Pfannkuchenrezept zurück. Wir, als große Pfannkuchenfans, sind immer auf der Suche nach etwas gesünderen Varianten derselben, so dass wir schon einige Experimente hinsichtlich der Vermeidung von einfachem Weizenmehl durchgeführt haben. Nicht alle waren von Erfolg gekrönt, das trifft jedoch nicht auf diese kleinen, glutenfreien Buchweizenpfannkuchen zu. Sie schmecken interessant, leicht nussig und etwas herzhafter als ihre Weißmehlverwandten. Deshalb habe ich mich auch für die Beigabe von etwas Sirup bzw. Honig im Teig entschieden. Sie würden sicher mit einem herzhaften Belag ebenfalls sehr gut schmecken.

Kleine glutenfreie Buchweizenpfannkuchen für 3 Personen

Zutaten:

  • 3,8 dl Buchweizenmehl
  • 1,5 TL Backpulver
  • ca. 3 dl Milch
  • 2,5 – 3 EL Ahornsirup oder 1,5 EL Honig
  • 2 kleinere Eier (Größe M)
  • 1 Pr. Salz
  • ca. 40 g Butter, geschmolzen + etwas Butter zum Braten der Pfannkuchen
  • Bananen und Beeren zum Belegen + evtl. Marmelade, Gelee oder Ahornsirup

Zubereitung:

Die Butter zerlassen und ganz leicht bräunen. Etwas abkühlen lassen.

Mehl und Backpulver miteinander vermischen.

In einer anderen Schüssel Milch, Sirup bzw. Honig, Eier und Salz miteinander gut verschlagen. Die Butter zum Schluss unterrühren.

Nun die Mehl-Backpulvermischung gut einrühren, so dass ein klümpchenfreier und recht dickflüssiger Teig entsteht. Diesen für 15 Minuten quellen lassen.

Etwa einen halben TL Butter in einer Pfanne erhitzen und mit einem großen Löffel Teig für 3 – 4 kleine Pfannkuchen hineingeben. Diese bei mittlerer Hitze braten. Sobald der Teig auf der Oberseite Bläschen zeigt und etwas angetrocknet ist, die Pfannkuchen wenden und von der anderen Seite goldbraun braten.

Mit dem restlichen Teig ebenso verfahren.

Die Pfannkuchen mit Bananenscheiben und frischen Beeren belegen sowie ggf. mit Marmelade oder Ahornsirup gesüßt genießen.

Gesunder Brei: Quinoa, Hirse, Buchweizen mit Apfel und Gojibeeren

img_2884Schon lange sind wir auf der Suche nach gesunden Süßspeisen bzw. einem richtig guten “grøt” (Brei). Die Dänen und Norweger haben uns da einiges voraus mit Kopenhagens “Grødbar” , verschiedenen trockenen Fertigmischungen sowie vielerlei Rezepten. Nach einigem experimentieren mit u. a. Amaranth, der nicht unser Freund geworden ist, haben wir jetzt endlich auch unseren ultimativen “Gesundheitsbrei” gefunden.

Er schmeckt angenehm nussig, sättigt aufgrund seiner langsam verdaulichen Kohlehydrate lange, ist glutenfrei, enthält einen Teil Protein, viele Mineralstoffe und geht zusätzlich auch noch unseren Apfelvorräten an den Kragen. Die geriebenen Äpfel steuern eine leichte Säuerlichkeit, Frische und Vitamine bei. Die Gojibeeren mussten einfach mit aufs Foto, sind sie doch zurzeit einer der Superfoodstars. Wer keine hat, nimmt Rosinen, hier geht es eigentlich mehr darum, dem Brei etwas Zucker zukommen zu lassen.

Wir haben den Gesundheitsbrei an unserem Süßspeisentag als richtige Mahlzeit gegessen, als Frühstück eignet er sich ebenso gut, vorausgesetzt man hat genug Zeit dafür.

Gesunder Brei: Quinoa, Hirse, Buchweizen mit Apfel und Gojibeeren für 4 Personen

Zutaten:

  • 1,5 dl Quinoa
  • 1,5 dl Hirse
  • 1,5 dl Buchweizen, ganz
  • 3 EL gehackte Mandeln
  • 3 EL gequetschter bzw. geschroteter Leinsamen
  • 2 Pr. Salz
  • 8 dl Wasser
  • ca. 4 dl Milch (alternativ Wasser)
  • ca. 1 TL Zimt
  • 3 mittelgroße Äpfel, gerieben
  • 1 Apfel in Scheiben
  • 4 EL Gojibeeren (alternativ Rosinen)
  • evtl. etwas Zimt und Zucker oder Honig

Zubereitung:

Am Abend vorher Quinoa, Buchweizen und Hirse mischen und mit kochendem Wasser übergießen. Etwa eine Minute ziehen lassen, danach in ein Sieb geben und unter fließendem Wasser nochmals abspülen. Diese Prozedur entfernt einen Teil der im Quinoa enthaltenen Saponine (Bitterstoffe) sowie Gerbstoffe, die auch in Hirse und Buchweizen zu finden sind. Dadurch wird der Brei milder und ist für unseren Körper besser verdaulich.

Nun Mandeln, Leinsamen und Salz dazugeben und die Mischung mit 8 dl kochendem Wasser in einem Topf übergießen. Abdecken und über Nacht quellen lassen. Diese Prozedur verkürzt die Kochzeit am nächsten Tag.

Am “Kochtag” den Brei mit zunächst 3 dl Milch und dem Zimt zum Kochen bringen und für 15 – 20 Minuten köcheln lassen. Evtl. mehr Milch hinzufügen, je nachdem, welche Konsistenz ihr bevorzugt.

3 Äpfel grob reiben, den vierten in Scheiben schneiden.

Kurz nach Ende der Kochzeit die geriebenen Äpfel in den Brei einrühren. Sie sollen jedoch nicht mit gekocht werden.

Den Brei mit den Apfelscheiben belegen, Gojibeeren darüber streuen und mit etwas flüssigem Honig oder Zimt und Zucker versehen. Den Herbst gesund genießen.

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Kokospfannkuchen mit Vollkornmehl und Heidelbeeren

IMG_2384Es ist wohl kein Geheimnis, dass wir Pfannkuchenliebhaber sind. Neue Varianten, sehr gern auch welche mit gesünderen Zutaten (Vollkornmehl statt Kuchenmehl), sind bei uns immer Willkommen. Im heutigen Rezept habe ich zudem Kokosmilch und Kokosöl verwendet, was den Pfannkuchen eine neue, jedoch nicht zu intensive Geschmacksnote verleiht. Die Pfannkuchen sind relativ dick, eher wie Plinsen, dabei schön fluffig und locker. Beim Wenden sollte man allerdings etwas Vorsicht walten lassen, da sie nicht ganz so stabil sind wie herkömmliche Eierkuchen.

Besonders gut schmecken sie mit frisch zu einer Schnellmarmelade zusammengerührten Heidelbeeren. Der große Vorteil dieser Marmelade besteht darin, dass sie nicht gekocht wird. Dadurch bleiben alle Vitamine der blauen Beeren erhalten und man ist zudem auch noch schneller mit der Herstellung fertig. Außerdem benötigt man so deutlich weniger Zucker. Das geht natürlich auf Kosten der Haltbarkeit, man sollte sie also zügig aufessen, am besten auf den Pfannkuchen.

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Kokospfannkuchen mit Vollkornmehl und Heidelbeeren für 3 Personen (10 Stück)

Zutaten:

  • 5 dl Weizenvollkornmehl
  • 1/2 TL Salz
  • 2 TL Backpulver
  • 3 große Eier
  • ca. 6 dl Kokosmilch
  • 50 g Kokosöl
  • 2 EL Ahornsirup oder Honig
  • Butter oder Kokosöl zum Braten (1 Msp. oder 1/2 TL je Pfannkuchen)
  • ca. 300 g Heidelbeeren
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 2 Pr. Sternanispulver (wenn vorhanden)
  • 1 EL Limettensaft
  • (bei uns sind noch ein paar fermentierte Rosinen aus dem Wasserkefiransatz mit enthalten, die sind jedoch nicht notwendig)

Zubereitung:

Mehl mit Salz und Backpulver mischen.

Das Kokosöl ggf. schmelzen, falls es aufgrund der Temperaturen nicht sowieso schon flüssig ist.

Eier mit Kokosmilch, Kokosöl und Ahornsirup verschlagen. In die Mehlmischung gießen und unterrühren bis ein klümpchenfreier Teig entstanden ist.

Den Teig abgedeckt ca. 30 Minuten quellen lassen. Der Teig sollte eine recht dickflüssige Konsistenz aufweisen. Erscheint er jedoch zu fest, noch etwas mehr Flüssigkeit unterrühren.

In einer mittelgroßen Pfanne etwas Butter oder Kokosöl heiß werden lassen und eine Suppenkelle voll Teig darin verteilen. Die Pfannkuchen von beiden Seiten bei mittlerer Hitze braten, bis sie eine schöne braune Färbung angenommen haben. Beim Wenden vorsichtig vorgehen, sie sind nicht ganz so robust wie herkömmliche Eierkuchen.

Für die Heidelbeermarmelade kann man frische oder tiefgekühlte (vor der Verwendung auftauen lassen) Beeren verwenden. Die Beeren zusammen mit dem Limettensaft, Vanillezucker und Sternanis kurz pürieren, bis man eine etwas stückige Masse erhalten hat.

Abschmecken und ggf. noch etwas mehr Sternanispulver hinzufügen. Die Sauce soll nicht direkt nach Sternanis schmecken, sondern nur eine interessante Note erhalten.

Die Pfannkuchen mit der Heidelbeermarmelade bestreichen und genießen.

Schokoladenpfannkuchen für Erwachsene

IMG_2295Schokolade und Erdbeeren, das passt immer. Diese super leckeren Schokoladenpfannkuchen (inspiriert von Odense marcipan) schmecken intensiv nach Kakao, so dass sie alle Schokoladenliebhaber begeistern sollten. Zusammen mit frischen Erd- oder Himbeeren bilden sie ein richtiges Wohlfühl-, Verwöhnessen für das Wochenende.

Für Kinder würde ich den Orangenlikör weglassen und ggf. etwas mehr Milch hinzufügen. Auch könnte man die Kakaomenge etwas reduzieren und / oder Milchschokolade verwenden.

Schokoladenpfannkuchen für Erwachsene für 3 Personen (ca. 9 Stück)

Zutaten:

  • 3 große Eier (L)
  • 38 g Puderzucker
  • 3/4 TL Salz
  • 375 ml Milch
  • 240 g Mehl
  • 1,5 EL Kakao
  • 75 g Zartbitterschokolade (55 % Kakaoanteil)
  • 45 g Butter, zerlassen
  • 75 ml Orangenlikör (Grand Manier oder Cointreau)
  • etwas Butter zum Braten
  • Erdbeeren oder Himbeeren als Zubehör

Zubereitung:

Eier mit Milch, Salz und Puderzucker verschlagen. Mehl und Kakao hinzufügen und verrühren, bis ein gleichmäßiger, klümpchenfreier Teig entstanden ist.

Die Butter zerlassen und etwas abkühlen.

Die Schokolade sehr fein hacken. Sind die Stücke zu groß, ergeben sich Probleme beim Wenden der Pfannkuchen. Sie neigen dann dazu, an der Stelle, an der sich ein großes Stück befindet, zu zerreißen.

Butter, Schokolade und Orangenlikör ebenfalls in den Teig rühren und alles abgedeckt für 45 – 60 Minuten quellen lassen. Erscheint der Teig danach zu dünn, noch etwas mehr Mehl einrühren.

In einer mittelgroßen Pfanne etwas Butter heiß werden lassen und eine knappe Suppenkelle voll Teig darin verteilen. Die Pfannkuchen von beiden Seiten bei mittlerer Hitze braten, bis sie eine etwas dunklere Braunfärbung als der Teig angenommen haben. 

Zusammen mit Erd- oder Himbeeren genießen.

Buchweizen-Hafer-Brei mit Apfel, Rosinen und Kiwi

IMG_1400Nein, es handelt sich nicht um Babykost, vielmehr um Resteverwertung. Genau genommen um diese plastiksperrigen Tüten, die sich in den hintersten Winkel des Küchenschrankes verkrümeln, dort den Ablauf ihres Verfallsdatums in aller Seelenruhe abwarten, um schlussendlich dem armen im Vorratsschrank nichtsahnend etwas Suchenden urplötzlich vor die Füße zu springen ;-). So hat mich auf jeden Fall diese Tüte Buchweizen behandelt. Es hat ihr jedoch nichts genützt, wir haben sie trotzdem am Donnerstag, unserem Süßspeisentag, gegessen.

Beim Kochen entwickelt Buchweizen einen etwas eigenartigen Geruch, finde ich zumindest, der jedoch keinerlei Auswirkungen auf den Geschmack des fertigen Essens hat. Das ist positiv und zusammen mit den milden Haferflocken, frischen Apfelstückchen und süßen Rosinen entsteht ein nahrhafter Brei, der gut schmeckt und sättigt. Die Kiwi bildet einen angenehmen säuerlichen Kontrast, die solltet ihr also nicht vergessen.

Buchweizen-Hafer-Brei mit Apfel, Rosinen und Kiwi für 3 Personen

Zutaten:

  • 2,5 dl Buchweizen, ganz
  • Wasser zum Spülen und Einweichen
  • ca. 7,5 dl Milch
  • 1 Pr. Salz
  • 1 dl Rosinen oder getrocknete Beeren (wir: getrocknete Beerenmischung)
  • 2 dl zarte Haferflocken
  • 1 großer, süßer Apfel
  • 2 Kiwis
  • evtl. Zimt und Zucker zum Bestreuen

Zubereitung:

Den Buchweizen unter fließendem, warmem Wasser abspülen, danach am besten über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Vor der Zubereitung das Einweichwasser weggießen.

Den Buchweizen zusammen mit der Milch und der Prise Salz in einem Topf zum Kochen bringen. Den Brei abgedeckt für ca. 15 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren, damit nichts anbrennt.

In der Zeit die Kiwis schälen und in Scheiben schneiden. Zunächst zur Seite stellen.

Den Apfel waschen, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in Stückchen schneiden.

Nun Haferflocken, Apfel und Rosinen bzw. die Trockenbeeren in den Brei einrühren und für weitere ca. 3 Minuten köcheln lassen, so dass die Haferflocken aufquellen. Jetzt sollte man auch die Konsistenz des Breis über die Milch- bzw. Haferflockenmenge anpassen. Ist er zu fest, mehr Milch zugeben, ist er zu flüssig, mehr Haferflocken benutzen.

Den Buchweizenbrei nun auf Teller verteilen, mit den Kiwischeiben belegen und ggf. mit Zimt und Zucker bestreuen. Den Tag genießen.

Proteinreiche Bananenpfannkuchen mit Haferflocken

IMG_1174Richtig gute Bananenpfannkuchen für Sportler sind das, viel Eiweiß, kein zugesetzter Zucker, kein Weißmehl, stattdessen Haferflocken. Was will man mehr? Doch, man will mehr. Zeitsparend und einfach herzustellen müssen sie sein und wenige Zutaten umfassen. Ok, auch diese Kriterien erfüllen die Bananenpfannkuchen leicht. Der dickflüssige Teig klebt gut zusammen, so dass sie beim Braten deutlich leichter zu wenden sind als die bisher auf dem scheckenlaks veröffentlichten Banana-Pancakes.

Bleibt noch die Frage, wo ich dieses Rezept aufgegabelt habe. In einem lustigen norwegischen Kochbuch, das “Gull i munn” (Gold im Mund) heißt. In ihm werden nicht nur Ernährungshinweise für Sportler gegeben, sondern es sind auch eine Vielzahl von Lieblingsrezepten norwegischer Spitzensportler abgedruckt. Die Bananenpfannkuchen hat Aksel Lund Svindal (Skirennläufer) beigesteuert.

Jetzt müsste nur noch jemand ordentlich viel Schnee ins Erzgebirge schicken, damit wir die Wirkung der Pfannkuchen auf unsere Skifahrkünste ausprobieren können. Vielleicht wird man damit ja noch ein bisschen schneller?

Proteinreiche Bananenpfannkuchen mit Haferflocken für 4 Personen (ca. 16 Stück)

Zutaten:

  • 3 dl Vollkorn-Haferflocken
  • 3 mittelgroße, möglichst reife Bananen
  • 6 Eier
  • 1 gute Pr. Salz
  • evtl. 1/2 TL Zimt
  • evtl. 1/2 TL Kardamom
  • ca. 2 TL Butter zum Braten (1/2 TL je Pfanne)

Zubereitung:

Bananen schälen und in grobe Stücke schneiden.

Alle Zutaten mit Ausnahme der Butter in eine Schüssel geben und mit einem Stabmixer zu einem recht dickflüssigen Teig pürieren. Wer weder Zimt noch Kardamom im Haus hat oder diese Gewürze nicht mag, lässt sie einfach weg.

Etwas Butter (ca. 1/2 TL je Pfanne) in einer großen Pfanne erhitzen und darin die Pfannkuchen von beiden Seiten braten, bis sie goldbraun geworden sind. Bei uns passten 4 Stück gleichzeitig in die Pfanne.

Das war es schon, fertig ist das Essen. Schneller und einfacher geht es eigentlich kaum, oder?

Gut eingepackt in Butterbrotpapier lassen sich die Bananenpfannkuchen ohne Weiteres bis zum nächsten Tag aufbewahren. Kalt schmecken sie nämlich auch richtig gut.

Sächsische Quarkkeulchen oder Quarkkäulchen?

IMG_0813Oh, oh, seit heute bin ich uneins mit dem Duden, dem allmächtigen Herrscher über die deutsche Rechtschreibung. Der sagt nämlich, dass das Keulchen eigentlich “Käulchen” geschrieben werden muss, weil es von “Kaule” kommt. Na toll, aber nicht hier im Erzgebirge, da wird es Keulchen geschrieben, mit “e”, basta.

Das ist genau so sicher wie, dass Quarkkeulchen hier früher im “Armeleuteland” nicht als Nachspeise wie im gutbürgerlichen Dresden, sondern als Hauptgericht verspeist worden sind. Wer hatte schließlich schon genug Zutaten für so einen Luxus wie ein Dessert? Stattdessen musste man versuchen, aus den wenigen, allgemein verfügbaren Zutaten wie Kartoffeln, Mehl, Quark, Öl, etwas Zucker und ein bisschen Salz, immer neue Zusammensetzungen für den Mittagstisch zu finden, damit es nicht gar zu langweilig wurde. So stelle ich mir als Nichthistoriker zumindest vor, wie man auf die unzähligen Varianten von Kartoffeln mit … (irgendetwas) gekommen ist.

Die Quarkkeulchen sind eine dieser Variationen, eine besonders leckere und auch heute noch beliebte. Da sie in unserer Familie jedoch keine ausgeprägte Tradition hatten und meine Oma immer nach Gefühl und nicht nach Rezept kochte, habe ich heute auf ein altes Rezept aus dem “Ratgeber für Herd und Haus” von Bertha Dißmann zurückgegriffen. Das Kochbuch, das aus den 1930er Jahren stammt, haben wir glücklicherweise von meiner Oma geerbt.

Da wir heute, gemessen an den damaligen Verhältnissen, in wahrem Luxus leben und Zugang zu allen möglichen Rohwaren haben, bin ich hinsichtlich der zugesetzten Zitronenschalenmenge vom Originalrezept abgewichen. Ich habe sie erhöht, was den Keulchen etwas mehr Aroma verleiht.

Insgesamt sind die Keulchen nicht allzu süß, wer also den Fertigproduktgeschmack erwartet, sollte sich darauf gefasst machen, dass man bei diesem Rezept nicht nur Zucker, sondern auch die anderen Zutaten zu schmecken bekommt :-). Der Teig ist übrigens einfach zu handhaben, auch beim Braten, so dass ich nur jeden ermutigen kann, die Quarkkeulchen selbst herzustellen.

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Sächsische Quarkkeulchen für 3 Personen (14 – 15 Stück)

Zutaten:

  • 750 g mehlig kochende Kartoffeln (roh und mit Schale gewogen)
  • 375 g Quark (20 % Fett oder Magerstufe)
  • 90 g Mehl
  • 45 g Zucker
  • 8 g Salz
  • 1 kleines Ei
  • abgeriebene Schale von 1/2 Bio-Zitrone
  • 55 g Korinthen
  • 25 g Semmelbrösel
  • reichlich Öl oder Öl und Butter zum Braten
  • Zucker oder Zimt und Zucker zum Bestreuen
  • Apfelmus, am liebsten selbst hergestelltes, als Beilage

Zubereitung:

Die Kartoffeln in der Schale für ca. 25 Minuten kochen, bis sie gar sind. Abhängig von der Größe der Kartoffeln kann die Kochzeit abweichen.

Die Korinthen für mind. 30 Minuten in Wasser einweichen.

Die Kartoffeln noch warm schälen und mit einer Kartoffelpresse durchquetschen. Wer keine besitzt, kann die Kartoffeln auch reiben.

Die Bio-Zitrone gut waschen und die Schale dünn mit einem Zestenreißer abschälen. Achtung, nur das Gelbe der Schale darf verwendet werden, sonst schmeckt alles bitter.

Für den Teig nun die Kartoffeln mit Quark, Mehl, Salz, Zucker, Ei, Zitronenschale und Korinthen (ohne Einweichwasser) vermischen und von Hand zusammenkneten. Dabei entsteht ein homogener Teig, der sich gut formen lässt.

Den Teig mit leicht befeuchteten Händen zuerst zu Kugeln formen, die dann mithilfe der Semmelbrösel flach gedrückt werden. Dabei aufpassen, dass keine Risse entstehen. Die Keulchen sollten ungefähr handtellergroß werden.

Öl oder ein Öl-Buttergemisch in einer Pfanne erhitzen. Die Keulchen darin von beiden Seiten braun braten. Das dauert bei mittlerer Hitze (an unserem Herd Stufe 7 von 9) ca. 3 Minuten je Seite. Die fertig gebratenen Keulchen zum Warmhalten in den auf 80 °C vorgeheizten Herd stellen.

Die Quarkkeulchen mit Zucker oder Zimt und Zucker bestreuen und warm mit Apfelmus genießen.

Zitronen-Pfannkuchen

IMG_0446Zitronensaft auf Pfannkuchen? Das hört sich hierzulande für viele nach einer eher ungewöhnlichen Kombination an. Für mich verbindet sich mit diesen Eierkuchen jedoch eine ganz besondere Erinnerung – an Trondheim, an Skitouren, an die Studenten-Skihütte, an Pfannkuchentürme auf Tellern und an Wettkampf. Besonders an Wettkampf. Im Skifahren? Nein, im Pfannkuchenessen :-).

Jeden Samstag servierte die Studenten-Skihütte im Trondheimer Stadtwald Berge von diesen Pfannkuchen für alle ausgehungerten Langläufer. Man konnte essen so viele man wollte und schnell entfachte sich eine Art Wettkampf, besonders unter den Jungs (wir Mädchen hatten sowieso keine Chance), wer die meisten vertilgen konnte. Waren es 14 oder 18 oder gar 20? Ich weiß nicht mehr, wo der Rekord am Ende des Winters stand, ich weiß nur, dass die Zitrone nicht nur eine sehr schmackhafte Ergänzung zu den Pfannkuchen ist, sondern auch beim Vielessen hilft. Wegen der Säure, die die Süß- und Fettlast etwas reduziert.

Sicher bin ich mir jedoch, dass diese norwegischen Pfannkuchen hervorragend schmecken, auch, wenn man keinen Rekordversuch anstrebt. Die letzten Gartenheidelbeeren bilden übrigens eine ausgezeichnete Ergänzung zu den Eierkuchen.

Zitronen-Pfannkuchen für 3 Personen (ca. 11 Stück)

Zutaten:

  • 4 Eier
  • 5 dl Milch
  • Schale von 1 Bio-Zitrone
  • ca. 4 dl Mehl (evtl. etwas mehr)
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Vanillezucker
  • 1 Pr. Salz
  • Butter zum Braten (1 Msp. pro Pfannkuchen)
  • 1 Bio-Zitrone in Scheiben
  • Puderzucker zum Bestreuen
  • ggf. Beeren zum Garnieren

Zubereitung:

Die Bio-Zitrone gut unter heißem Wasser waschen und die Schale dünn (nur das Gelbe) mit zum Beispiel einem Zestenreißer abschälen.

Eier, Milch und Zitronenschale in einer Schüssel gut miteinander verschlagen.

Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz hinzufügen und so lange verrühren, bis ein klümpchenfreier Teig entstanden ist.

Den Teig abgedeckt ca. 30 Minuten quellen lassen, wenn man Zeit hat. Sonst lässt man diesen Schritt weg und fügt evtl. noch etwas mehr Mehl hinzu, um einen nicht zu dünnflüssigen Teig zu erhalten.

In einer mittelgroßen Pfanne etwas Butter heiß werden lassen und eine knappe Suppenkelle voll Teig darin verteilen. Die Pfannkuchen von beiden Seiten bei mittlerer Hitze braten, bis sie eine ganz leichte Braunfärbung angenommen haben. 

Die für den Teig bereits dünn geschälte Bio-Zitrone in Scheiben schneiden.

Die fertigen Pfannkuchen zum Schluss mit Zitronensaft beträufeln und mit etwas Puderzucker bestäuben. Zusammen mit einigen Heidel- oder Himbeeren, etwas säuerlicher Marmelade oder auch ganz und gar pur genießen.

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Kürbis-Milchreis

IMG_7579Das letzte Rezept in der “Grøt-” (Brei)-Reihe ist ein herbstfarbenfroher Milchreis, der eine ganze Portion Gemüse, in dem Fall Kürbis enthält. Auch wenn es bis zu Halloween zum Glück noch etwas dauert, ist der orange Milchreis ein Hingucker zum Herbstauftakt.

Der Kürbis verträgt sich geschmacklich ganz ausgezeichnet mit dem Milchreis und lässt eine interessante Süßspeise entstehen, die durch Muskatnuss und Chiliflocken extra Pfiff erhält.

Kürbis-Milchreis für 4 – 5 Personen

Zutaten:

  • ca. 1 kg Kürbisfleisch (geputzt gewogen)
  • abgeriebene Schale von 1 Bio-Orange
  • 3,5 dl Wasser
  • 1 Pr. Salz
  • 3 EL Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 – 2 Pr. Muskatnuss
  • 1 – 2 Pr. Chiliflocken
  • 2,5 dl Milchreis
  • ca. 5 dl Milch
  • 1 EL Butter

Zubereitung:

Den Kürbis schälen, außer ihr verwendet einen Hokkaido, und putzen. Das Fruchtfleisch in Würfel schneiden.

Die Bio-Orange gut waschen und mit einem Zestenreißer dünn abschälen (nur das Orange).

Das Wasser zusammen mit dem Kürbis und der Orangenschale in einen Topf mit dickem Boden geben, aufkochen lassen und danach so lange weiter köcheln, bis das Kürbisfleisch ganz weich geworden ist. Das dauert ca. 20 Minuten. Die Masse mit einem Stabmixer pürieren.

Salz, Zucker, Vanillezucker, Gewürze, Reis und Milch hinzufügen. Unter Rühren einmal aufkochen lassen. Den Milchreis abgedeckt auf kleiner Hitze für 30 Minuten (bzw. siehe Reispackung) ausquellen lassen. Dabei regelmäßig umrühren, damit nichts anbrennt.

Zum Schluss die Butter einrühren und den Milchreis warm servieren. Mit Zucker und Zimt bestreut bzw. mit etwas Marmelade versehen genießen.

Süßer Quinoa mit Kokos und Bananen

IMG_0004Nussiger Quinoa, süße Bananen und Kokosmilch, ergänzt um einige grüne Pistazienkerne ergeben eine leckere Süßspeisen- oder Frühstücksvariante zum klassischen Milchreis oder der Haferflockensuppe. Aufgrund der Bananen wird, mit Ausnahme des Vanillezuckers, kein zusätzliches Süßungsmittel verwendet.

Gut geeignet ist dieses Rezept übrigens für die Verwertung von schon etwas zu reif gewordenen Bananen, die pur niemand mehr essen möchte.

Süßer Quinoa mit Bananen für 3 Personen

Zutaten:

  • 200 g Quinoa
  • 1 TL Zimt
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 400 ml Kokosmilch
  • 100 ml Milch oder Wasser
  • 3 reife Bananen
  • einige Pistazienkerne
  • ca. 3 EL Kokosflocken, geröstet

Zubereitung:

Quinoa unter warmem fließendem Wasser gut waschen, abtropfen lassen.

Kokosmilch, Milch, Vanillezucker und Zimt in einem Topf erhitzen. Quinoa hinzufügen, aufkochen und für 15 Minuten abgedeckt bei geringer Hitze köcheln lassen. Dabei sollte der Quinoa die gesamte Flüssigkeit aufsaugen.

Kurz vor Ende der Kochzeit, zwei der Bananen grob zermusen und in den Quinoa einrühren. Die dritte Banane in Scheiben schneiden und zunächst zur Seite stellen.

Während der Quinoa köchelt, die Kokosflocken in einer Pfanne unter Rühren anrösten, bis sie hellbraun geworden sind und anfangen zu duften.

Den Quinoa auf Teller geben und mit den gerösteten Kokosflocken, den Pistazienkernen sowie den Bananenscheiben belegen. Warm genießen.