Die Holunderbeersaison hat begonnen – Holunderbeergelee

IMG_3645Die Holunderbeersaison ist hier im Gebirge in vollem Gang. Wir waren auch fleißig und haben die sonntägliche Wandertour zum Pflücken einer ganzen Menge Dolden genutzt. In den letzten Jahren haben wir einige alte und neue Holunderbeerrezepte gesammelt, deshalb habe ich mir gedacht, den Blog für diese Woche unter das Motto “Holunderbeere” zu stellen.

Durch unsere Wohnlage direkt am Wald haben wir viele Holunderbeersträucher als direkte Nachbarn. Das Pflücken ist daher überhaupt kein Problem, etwas zeitaufwändiger ist dagegen das Putzen der Beeren, besonders wenn man den Beginn der Saison nicht abwarten konnte und zu früh geerntet haben sollte. Dann sind nämlich noch einige grüne Beeren an den Dolden, die man vor dem Verarbeiten entfernen muss. Für die Mühe wird man jedoch reichhaltig durch einen sehr aromatischen Geschmack des jeweiligen Endprodukts belohnt, so dass wir auch dieses Jahr wieder für den Winter vorgesorgt und knapp 11 Gläser Holunderbeergelee im Keller eingelagert haben.

Für diejenigen, die bisher noch nicht viel mit Holunderbeeren zu tun hatten, habe ich zunächst einige Hinweise zum Pflücken und Verarbeiten zusammengestellt, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Die Holunderbeeren sollten nur von Sträuchern gesammelt werden, die nicht direkt an Straßenrändern oder Bahndämmen stehen, da diese u. U. durch Schadstoffe bzw. Pestizide belastet sein könnten.
  • Man sollte nur reife Dolden mit dunkelvioletten bis schwarzen, jedoch noch nicht vertrockneten, Beeren pflücken, das erleichtert das Beerenputzen hinterher ganz erheblich.
  • Die Dolden am besten mit einer Schere vom Strauch schneiden, bei hohen Sträuchern leistet ein Rechen gute Dienste, um die Äste etwas herunterziehen zu können. Dabei bitte Vorsicht walten lassen, damit die Äste nicht abbrechen.
  • Gepflückte Dolden verderben schnell (Schimmelbildung, beginnende Vergärung), unserer Erfahrung nach sollte man sie spätestens am Tag nach dem Pflücken verarbeiten. Bis dahin am besten kühl lagern.
  • Grüne Beeren an den Dolden müssen beim Putzen entfernt werden.
  • Die Beeren enthalten einen wunderbaren lila Farbstoff, bei der Verarbeitung sollte man daher entsprechend vorsichtig mit empfindlichen Arbeitsflächen und Kleidungsstücken sein.
  • Beim Kochen entwickeln die Holunderbeeren ordentlich Schaum, daher immer einen großen Topf wählen.

So, jetzt kann es endlich losgehen. Das erste Rezept in der scheckenlaks-Holunderbeerenwoche ist Holunderbeergelee, sicher ein Klassiker, jedoch ungemein aromatisch, schmackhaft auf Brot, Brötchen, Waffeln oder auch im Winter zu Fleischgerichten.

Holunderbeergelee – Variante 1 (6,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 3,5 l geputzte Holunderbeeren ohne Dolde
  • 2 große säuerliche Äpfel

Der Dampfentsafter hat daraus ca. 1 l Saft produziert, der danach weiterverarbeitet wird.

  • 400 ml Rotwein, halbtrocken
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • Saft 1 Zitrone
  • 875 g Gelierzucker 2:1

Holunderbeergelee – Variante 2 (3,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 2,5 l geputzte Holunderbeeren ohne Dolde
  • 2 große säuerliche Äpfel

Der Dampfentsafter hat daraus 800 ml Saft produziert, der danach weiterverarbeitet wird.

  • 1 TL Zimt
  • 1/2 TL Kardamom
  • 1/2 TL Sternanis
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 500 g Gelierzucker 2:1

Zubereitung: IMG_3711

Die reifen Holunderbeerdolden pflücken und in einem offenen Pappkorb ggf. bis zur Verarbeitung kühl zwischenlagern. Die Dolden gut waschen, danach die Beeren von den Dolden streifen. Dabei darauf achten, grüne (roh giftig) und vertrocknete (geben keinen Saft mehr) Beeren ebenso wie Kleingetier auszulesen. Die Äpfel ebenfalls waschen, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in Stücke schneiden. Ist dieser Schritt geschafft, geht die Weiterverarbeitung wie am Schnürchen.

Die Beeren nun zusammen mit den Apfelstücken in einen Dampfentsafter geben und für 45 Minuten (Gebrauchsanweisung des Dampfentsafters beachten) entsaften. Hier lohnt es sich, den Saft gleich für beide Gelees zusammen herzustellen.

Wer keinen Dampfentsafter besitzt, kann hier schauen, wie man die Beeren auch ohne diesen um ihren Saft bringt. Dabei bekommt man allerdings wirklich sehr schön lila gefärbte Hände, das sollte man bei der Planung der folgenden Aktivitäten beachten.

Die weiteren Zutaten für die jeweilige Geleevariante zurechtstellen. Die zu verwendenden Gläser heiß auswaschen, die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Für die beiden Geleevarianten die entsprechende Saftmenge abmessen, mit den jeweiligen Zutaten in einem großen Topf vermischen und zusammen mit dem Gelierzucker unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.

Das Gelee für 3-4 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen, dabei regelmäßig rühren und den sich reichlich bildenden Schaum abschöpfen.

Das Gelee danach sofort in die ausgespülten Marmeladengläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Ob man die Gläser danach kurz umdreht und auf den Deckel stellt oder nicht, sollte jeder selbst entscheiden, wir tun es nicht und haben bisher keine Nachteile erfahren.

IMG_3739

One thought on “Die Holunderbeersaison hat begonnen – Holunderbeergelee

  1. Pingback: Holunderbeersaft ohne Entsafter | scheckenlaks

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *