Holunderblütengelee

IMG_2432Endlich, endlich hat es dieses Jahr auch unser Holunder im Erzgebirge geschafft, Blüten zu produzieren. In vielen wärmeren Regionen ist die Blüte wahrscheinlich schon vorbei, aber für alle Gebirgler und andere Kaltwetterregionenbewohner dürfte das Rezept für einen Holunderblütengelee noch rechtzeitig kommen.

Das Ernten der Holunderblütendolden ist recht einfach, wenn man mit Schere, Spankorb und einem Gegenstand (z. B. Hacke oder Rechen) zum sanften Herunterziehen von Ästen bewaffnet losgeht. Um das volle Aroma der Holunderblüten zu erhalten, sollte man zum einen nur vollreife, duftende Blütendolden mitnehmen, zum anderen diese an einem sonnigen Tag mittags oder nachmittags ernten. Keinesfalls sollte man sie direkt nach einem Regenguss vom Baum schneiden, dann schmeckt das Gelee mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich wenig nach Holunderblüten. Außerdem sollte man wegen der unter Umständen hohen Schadstoffbelastung nicht direkt an Straßenrändern oder Bahndämmen ernten.

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Holunderblütengelee für 13 Gläser (je 350 ml)

Zutaten:

  • 35 – 50 mittelgroße Holunderblütendolden (je nachdem, wie intensiv das Gelee nach den Blüten schmecken soll)
  • 1,5 l klarer Apfelsaft
  • 1,5 l Wasser
  • Saft von 1,5 Zitronen
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • 3,5 Pck. Gelierzucker (2:1)

Zubereitung:

Die Holunderblüten nach der Ernte möglichst sofort weiterverarbeiten. Die Blütendolden können kleine Spinnen, Schnecken, Läuse und anderes Getier enthalten, diese muss man auslesen bzw. aus den Dolden herausschütteln. Ob man die Blütendolden kurz mit Wasser abspült, sollte jeder selbst entscheiden. Man verliert dadurch etwas Aroma, entfernt jedoch auch einiges des Kleingetiers ganz effektiv. Danach werden die weißen Blüten mithilfe einer Schere abgeschnitten. Dabei sollte man darauf achten, möglichst wenig vom grünen Stiel mit in den Geleeansatz zu bekommen. Dieser Arbeitsschritt ist etwas zeitaufwändig.

Die Blüten nun in einer großen Schüssel mit dem Wasser, dem Apfelsaft, der Zitrone und dem Vanillezucker vermischen und für ca. 24 h abgedeckt an einem kühlen Ort durchziehen lassen.

Am nächsten Tag zunächst die zu befüllenden Gläser heiß auswaschen, die Schraubdeckel bei bereits gebrauchten Gläsern am besten kurz in kochendes Wasser einlegen.

Den Geleeansatz durch ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb gießen. Daran anschließend den im Tuch verbliebenen Blütenrest leicht ausdrücken. Die so entstandenen 3 l Flüssigkeit jetzt am besten in 2 Portionen teilen und nacheinander verarbeiten, dann hat man es beim Abfüllen in die Gläser etwas einfacher.

Nun in einem großen Topf den Saft mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen. Wir verwenden in der Regel 1 Pck. Gelierzucker für 850 ml Saft, da der enthaltene Apfelsaft beim Gelieren hilfreich ist. Das Gelee wird dadurch nicht ganz so süß. Wer das Gelee ganz stichfest mag, sollte das Saft zu Gelierzuckerverhältnis jedoch so wählen, wie auf der Gelierzuckerpackung angegeben.

Das Gelee nun unter häufigem Rühren aufkochen und ca. 1 Minute kochen lassen. Danach sofort heiß in die ausgespülten Gläser füllen. Dabei am besten einen Einfülltrichter verwenden, da kein Gelee auf den Glasrand tropfen sollte. Die Gläser sofort fest zuschrauben.

Beim Gelee- bzw. Marmeladekochen gibt es, so scheint es mir zumindest, einige alt überlieferte Bräuche. Meine Oma schwor z.B. darauf, die vorbereiteten Gläser auf ein feuchtes Tuch zu stellen und erst dann mit dem heißen Gelee zu befüllen, da sie sonst platzen könnten. Ob da etwas dran ist, kann ich jedoch nicht sagen. So ähnlich scheint es sich auch mit dem Glasumdrehen nach dem Befüllen mit dem Gelee zu verhalten. Wir tun es nicht und haben trotzdem keine Schimmelprobleme, da sollte also am besten jeder für sich selbst entscheiden, welche Bräuche bzw. Gewohnheiten er befolgen möchte.

Wir haben dieses Jahr probiert, ein paar Holunderblüten aus dekorativen Gründen mit in das Gelee zu geben. Das war jedoch nicht so erfolgreich, da sie alle oben im Glas schwimmen. Deshalb würden wir das nicht wiederholen.

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