Janssons frestelse = typisch Schwedisch

IMG_6191Lust auf ein echtes schwedisches Essen? Vielleicht nach dem Schwedenurlaub? Ja? Dann habe ich heute ein Rezept für euch und nein, es handelt sich nicht um die allseits bekannten schwedischen köttbullar mit brauner Sauce. Vielmehr gibt es eine Versuchung (frestelse) der ganz anderen Art, nämlich Janssons frestelse, einen Kartoffel-Anchovis-Auflauf. Wer dieser Jansson war, den das Rezept verführt hat? Nun, dazu gibt es mehrere Theorien, die mal von einem Opernsänger ausgehen, einem Filmtitel, einem Sektenführer oder einer Gaststättenbesitzerin, die einen gewissen Jansson beeindrucken wollte. Wer weiß. Letztlich ist es auch egal, Hauptsache das Ergebnis schmeckt. Dafür ist es wichtig, an den richtigen Fisch zu gelangen, was in Deutschland nicht ganz so einfach ist. Anchovisfilets können entweder Sardellen oder Sprotten sein, die in Salz-, Öl- oder Kräuterlake eingelegt sind. Für das schwedische Rezept sollte man auf Sprottenfilets zurückgreifen, evtl. sind diese auch als Appetitsild bezeichnet. Letzterer sollte jedoch nicht in einer Marinade aus z. B. Mayonnaise schwimmen, sondern wie ganz kleiner Matjes aussehen. Notfalls kann man Janssons frestelse auch mit Sardellenfilets, die in Öl eingelegt sind, herstellen. Das ist dann nicht ganz original, sollte jedoch trotzdem schmecken. Für das Rezept habe ich in mehreren Kochbüchern und blogs gestöbert und mir unsere Version aus den verschiedenen Angaben gebastelt. Hat hervorragend funktioniert.

In Schweden gehört das Essen wohl zum Weihnachtsfestschmaus, das habe ich allerdings erst nach der ersten Zubereitung gelesen. Nun gut, dann haben wir es eben mitten im Sommer gegessen, macht bei dem eher kalten Regenwetter auch nichts.

Janssons frestelse für 3 Personen

Zutaten:

  • 8 mittelgroße mehlig kochende Kartoffeln (ca. 900 g)
  • 2 Zwiebeln
  • 150 g Anchovisfilets (Erklärung siehe oben)
  • 2 EL Lake der Anchovisfilets
  • 3 dl Milch oder Sahne
  • 1,5 EL Butter
  • 2 – 3 EL Paniermehl
  • etwas Pfeffer
  • evtl. etwas Thymian
  • KEIN Salz

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und in dünne Stifte schneiden. Die Zwiebeln ebenfalls schälen und in dünne Scheiben oder kleine Stücke schneiden.

Die Zwiebeln in 1/2 EL Butter in einer Pfanne anbraten, bis sie weich und glasig geworden sind. Dabei darauf achten, dass sie nicht braun werden. IMG_6182

Eine Auflaufform gut mit Butter einfetten. Die Hälfte der Kartoffelstifte in der Form verteilen, darauf die angebratenen Zwiebeln geben. Danach die gut abgetropften Anchovisfilets in der Form verteilen. Nun alles mit den restlichen Kartoffelstiften bedecken.

Die Milch bzw. Sahne mit 2 EL der Anchovislake vermischen. Achtung, je nach Schärfe der Anchovis bzw. der Lake die verwendete Menge sowie die Pfefferzugabe anpassen. Da die Fischfilets bereits in Salz eingelegt sind, ist in der Regel keine Salzzugabe im Auflauf notwendig. Wer mag, kann etwas gehackten frischen oder getrockneten Thymian hinzufügen. Nun die Milchmischung über den Auflauf gießen. Zum Schluss das Paniermehl darüber bestreuen und den Auflauf mit Butterflöckchen versehen.

Da die Milch bzw. Sahne während des Backens von den Kartoffeln aufgesogen wird, ist es nicht notwendig, sie als Sauce anzuquirlen.

Janssons frestelse im vorgeheizten Backofen auf der 2. Schiene von unten bei 200 °C für 50 – 60 Minuten (Ober- und Unterhitze) backen, bis die Kartoffeln gar sind und das Paniermehl leicht gebräunt ist. Bei unserem ersten Herstellungsversuch ist uns die Milch am Rand zu dunkel geworden. Daher haben wir beim zweiten Mal den Auflauf in den ersten 25 Minuten mit Alufolie abgedeckt, was das Problem erfolgreich beseitigt hat.

Dazu passt ein grüner Salat, den wir frisch aus dem Garten geerntet haben.

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