Keulchen oder auch Klitscher

IMG_2068Nach leckeren Muscheln, King Prawns, Shrimps und allerlei Fischsorten, die wir im Urlaub genießen durften, hatten wir heute richtig großen Appetit auf ein urerzgebirgisches Essen, die Keulchen. Die auch als Klitscher oder grieene Keilchen bezeichneten handtellergroßen Kartoffelpuffer gab es als ich Kind war häufig samstags. Traditionell wurden die Keulchen hier in der Region in Leinöl gebraten, da dies durch den Flachsanbau billig verfügbar war. Das verleiht den Klitschern einen besonderen Geschmack und eine schöne gold-braune Färbung. Aber Achtung, wenn man diese traditionelle Methode verwenden will, muss man sich auf eine recht verdunstete Küche und viel Spritzerei einstellen. Daher brate ich die Keulchen nur zu besonderen Anlässen in Leinöl, ansonsten mit einem Leinöl-Rapsöl-Gemisch oder nur in Rapsöl. Das bekenne ich jetzt mutig, auch wenn ich jetzt sicher von einigen eingefleischten Leinölfans für einen Banausen gehalten werde :-).

Wie bei vielen Traditionsessen gibt es auch hier nicht DAS Keulchenrezept, typisch sind die Form, die Verwendung von rohen geriebenen Kartoffeln und von Ei als Bindemittel. Ob aber Kümmel, Zwiebel oder etwas Quark dem Teig zugefügt werden, wird ebenso unterschiedlich gehandhabt wie das Zubehör zu einem Keulchenessen. Häufig werden die Klitscher mit Apfelmus oder auch mit Zucker gegessen, ich kenne aber auch Menschen, die sie pur verputzen oder mit etwas Salz bestreuen oder in der modernen Variante mit Nutella bestreichen. Da kann jeder also selbst nach seiner Lieblingsvariante suchen.

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Ich hoffe, ich habe euch jetzt den Mund wässrig geschrieben, so dass ihr nun gespannt auf unser Familienrezept wartet. Hier ist es.

Keulchen für 3 hungrige Personen (20 – 24 Stück)

Zutaten:

  • ca. 1 kg Kartoffeln (mit Schale gewogen)
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 2 Eier (Größe M)
  • 125 g Quark (20 %)
  • ca. 2 gehäufte EL Mehl
  • ca. 1,5 TL Kümmel, ganz
  • ca. 1/2 TL Salz
  • reichlich Rapsöl und / oder Leinöl zum Braten
  • Apfelmus und / oder Zucker als Beilage

Zubereitung: IMG_2062IMG_4744

Die Kartoffeln und die Zwiebel schälen. Gut geeignet sind eher große Kartoffeln, dann hat man weniger Arbeit beim Schälen und Reiben. Kartoffeln und Zwiebel nun entweder mithilfe einer Küchenmaschine oder von Hand fein reiben. Wichtig ist dabei, dass die Stücke nicht zu groß werden, da diese sonst beim Braten roh bleiben. Auf der anderen Seite darf auch kein komplettes Mus beim Reiben entstehen, da dann die Konsistenz der Keulchen nicht stimmig ist.

Die geriebenen Kartoffeln und Zwiebeln mit den weiteren Zutaten in einer Schüssel gut verrühren. Es sollte ein relativ dickflüssiger Brei entstehen.

In einer großen Pfanne das Öl erhitzen und pro Keulchen einen großen gehäuften Esslöffel Teig hineingeben. Die Keulchen sollen ungefähr handtellergroß werden. Die Keulchen von beiden Seiten goldbraun braten. Den Vorgang so oft wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist. Damit die Klitscher nicht anbrennen, muss man mehr Öl verwenden, als man zunächst denken würde und vor jedem neuen Backvorgang etwas nachgießen.

Da wir die Keulchen nicht ganz so fettig mögen, lasse ich sie immer auf etwas Küchenpapier abtropfen, aber das ist natürlich Geschmackssache. Zusammen mit Apfelmus und / oder Zucker servieren und erzgebirgisch genießen.

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