Krautrouladen – ein Klassiker

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Krautrouladen – sicherlich nicht das Gericht, welches man mitten im Frühjahr erwarten würde. Da es letzte Woche jedoch herbstlich kalt war, hatten wir große Lust den letzten Weißkrautkopf zur Herstellung der Rouladen zu verwenden. Warum jedoch eine Blogpost über ein so altbekanntes Essen? Als ich vor ca. 18 Jahren noch als Schülerin das erste Mal dieses Gericht zubereiten wollte oder vielmehr sollte, nahm ich voller Erwartungen unser altes Familienkochbuch zur Hand und fand auch ein Rezept. Dann kam jedoch die große Enttäuschung, denn erstens stand dort nichts über die zu verwendende Menge Weißkraut und zweitens beschränkte sich die Angabe zur Garzeit der Rouladen auf den Satz: “Die Rouladen so lange braten, bis sie gar sind.” Na prima, für einen absoluten Kochanfänger war das überhaupt nicht hilfreich. In unseren anderen moderneren Kochbüchern war das Rezept erst gar nicht enthalten. Deshalb habe ich mich entschieden, in diesem blog, auch Gerichte zu beschreiben, die den meisten Hobbyköchinnen und -köchen gut bekannt sein dürften, jedoch für Kochanfänger trotzdem interessant sein könnten.

Krautrouladen für 3 Personen

Zutaten:

Hackfleisch:

  • 300 g Schweinehackfleisch
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 großes Ei
  • 1 Scheibe Toast- oder Weißbrot
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 1/2 TL Apfelmeerrettich
  • ca. 1 TL Kümmel
  • ca. 1/2 TL Salz
  • ca. 1/4 TL Pfeffer
  • etwas Chilipulver (weniger als Pfeffer)

Weißkraut:

  • 1 mittelgroßer Weißkrautkopf
  • Gemüsebrühe
  • Kümmel, Salz, Pfeffer

Rouladen:

  • etwas Mehl
  • Öl zum Braten
  • ca. 1/2 l Gemüsebrühe

Zubereitung:

Es entstehen 4 Krautrouladen.

Krautkopf waschen, die 2 bis 3 äußersten Blätter entfernen, den Strunk mit einem scharfen und spitzen Messer vorsichtig herausbohren.

Gemüsebrühe in einem großen Topf zusammen mit etwas Salz, Pfeffer, ca. 1 TL Kümmel aufkochen und den Krautkopf im ganzen in die kochende Brühe geben und mind. 5 Minuten ziehen lassen. Danach den Krautkopf mit einer Kelle herausholen und auf einen Teller legen. Nun vorsichtig die äußeren, großen gebrühten Blätter insgesamt abziehen. Pro Roulade werden 2 Blätter benötigt.

Die in der Mitte der Blätter vorhandenen dicken Krautrippen werden vorsichtig auf die Blattdicke heruntergeschnitten. Daran anschließend die Blattrippen mit einem Fleischklopfer leicht mürbe klopfen. Dabei darauf achten, dass das Blatt nicht kaputt geht. Jetzt werden 2 Blätter etwas versetzt aufeinander gelegt. Dabei wird die natürliche Krautwölbung beachtet, d. h. die Rippen kommen nach außen. Dort hinein kommt dann das gewürzte Hackfleisch.

Für das Hackfleisch, das Weißbrot in Wasser einweichen, Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Das eingeweichte Weißbrot gut ausdrücken und zusammen mit dem Ei, der Zwiebel, dem Knoblauch sowie den Gewürzen zum Hackfleisch geben. Alles gut vermengen und abschmecken. Das Hackfleisch muss stärker gewürzt sein als für die Herstellung von normalen Bouletten, da das Kraut das Gewürz deutlich mildert. 4 längliche Bouletten formen und in die vorbereiteten Krautblätter legen.

Die Rouladen nun zunächst von der Längsseite einmal einrollen. Danach das an den kurzen Seiten der Rouladen überstehende Kraut zur Mitte hin einschlagen und das restliche Kraut der Längsseite darüber rollen. Das hört sich jetzt etwas verwirrend an, wichtig ist jedoch einfach nur, dass die Roulade so gerollt ist, dass das Hackfleisch nirgends heraus kann. Die Rouladen nun mit je 1 bis 2 Rouladennadeln versehen, das bringt zusätzliche Stabilität und mit etwas Mehl bestäuben.

Nun die Rouladen in etwas Öl in einer Pfanne von allen Seiten kräftig anbraten bis das Kraut eine schöne braune Färbung angenommen hat. Das dauert ca. 5 bis 6 Minuten. Dabei darauf achten, dass das Kraut nicht schwarz wird, also häufig wenden und ggf. die Hitze reduzieren. Danach ca. 1/2 l Gemüsebrühe angießen und die Rouladen für ca. 20 bis 25 Minuten köcheln lassen. Dabei die Pfanne mit einem Deckel abdecken, der nur einen kleinen Spalt offen lässt.

Es entsteht eine sehr schöne dunkle Sauce, die man ggf. mit etwas Saucenbinder oder mit in kaltem Wasser verquirltem Mehl andicken kann.

Wir essen gern zusätzlich noch etwas geschmortes Kraut dazu. Dafür 100 bis 150 g Kraut von dem Krautkopf in schmale Streifen schneiden und mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen. Das Kraut dann für ca. 10 Minuten in einer Pfanne in Butterschmalz oder Öl dünsten, bis es eine leichte braune Färbung angenommen hat. Dabei wieder darauf achten, dass es nicht schwarz wird.

Dazu passen Kartoffeln.

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