Laup – Milchbrötchen mit Roggen, Anis und Sirup aus Trøndelag

IMG_8613Da habe ich nun also in Trondheim studiert und bin nie in Kontakt mit den typischen Milchbrötchen der Region, den “Laup”, gekommen, komisch. Möglich, dass es sie nur in der Fastnachtszeit gab und sie mir dadurch entgangen sind. Wie gut jedoch, dass es das Internet mit den vielen interessanten Blogs gibt. Dadurch kann man das Verpasste einfach in der heimischen Küche nachbacken und sich den Geschmack mehr oder weniger ferner Regionen nach Hause holen. Und genau das habe ich vor einer Woche gemacht und 30 “trønderske laup” gebacken.

Bei den “laup”, eine direkte Übersetzung des Wortes gibt es nicht, handelt es sich um Milchbrötchen, denen etwas Roggenmehl zugesetzt wird und die mit Anis sowie hellem Sirup gewürzt werden. Insgesamt sind sie etwas herber im Geschmack, weniger süß und geringfügig kleinporiger als herkömmliche Milchbrötchen. Gleichzeitig sind sie saftig, locker und fluffig. Und natürlich lecker.

Als Quelle für das Rezept dienten mir mehrere norwegische blogs, aus deren Rezeptvarianten ich mir unsere eigene Version gebastelt habe. Der größte Unterschied zu den Originalrezepten dürfte sich in der verwendeten Frischhefemenge finden, die ich drastisch von zum Teil 80!!! g auf hier 25 g reduziert habe. Im Gegenzug habe ich dem Teig längere Knet- und Garzeiten gegönnt, damit die Brötchen a) gut schmecken und b) luftig locker und nicht trocken werden.

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Laup – Milchbrötchen mit Roggen, Anis und Sirup aus Trøndelag (ca. 30 Stück)

Zutaten:

  • 850 g Weizenmehl (Type 550)
  • 325 g Roggenmehl (Type 997)
  • 25 g Frischhefe
  • 10 g Salz
  • 2 TL gemahlener Anis oder Sternanis
  • 100 g Karamellsirup
  • 50 g Zucker (möglich auch nur mit Sirup zu backen)
  • 750 – 800 g Milch
  • 100 g Butter
  • 1 Ei zum Bepinseln

Zubereitung:

Für den Teig das Mehl mit den weiteren Zutaten mit Ausnahme der Butter und 50 g Milch in einer Schüssel vermischen. Den Teig nun von Hand ca. 10 Minuten kneten, dabei ggf. die restliche Milch zugeben, um einen relativ weichen Teig zu erhalten.

Die Butter in kleine Stückchen schneiden und auf dem Teig verteilen. Nun die Butter für weitere ca. 10 Minuten in den Teig einkneten.

Nun den Teig abgedeckt in einer Schüssel an einem warmen Ort (24 °C) für ca. 1,5 Stunden gehen lassen. Alle 30 Minuten den Teig in der Schüssel dehnen und falten. Nach der Gare sollte sich das Teigvolumen ungefähr verdoppelt haben. Je kälter die Temperatur, um so länger benötigt der Teig zum Aufgehen, daher sollte man ihm mehr Zeit lassen, wenn man die 24 °C nicht erreichen kann.IMG_5368

Danach den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kurz ausstoßen und in 30 gleich große (ca. 72 g) Stücke teilen. Die Teigstücke rundschleifen und mit einem Tuch abgedeckt erneut für 45 – 60 Minuten gehen lassen, bis sie ihr Volumen deutlich vergrößert haben.

Unmittelbar vor dem Backen die Teiglinge mit dem verquirlten Ei bestreichen.

Die Brötchen mit weitem Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und im gut vorgeheizten Backofen bei 225 °C (Ober- und Unterhitze) auf der mittleren Schiene für 12 – 14 Minuten backen, bis sie eine schöne braune Färbung auf der Oberseite angenommen haben. Die Brötchen auf einem Rost unabgedeckt auskühlen lassen.

Möchte man die Brötchen nicht am gleichen Tag essen, ist es am besten, die nicht benötigten Exemplare nach dem Backen einzufrosten. Bei Bedarf können sie dann sehr gut aufgetaut und im Backofen mit Umluft bei 150 °C für 3-4 Minuten wieder aufgewärmt werden.

Laup eignen sich auch hervorragend als “kremboller” (Crememilchbrötchen) für das Feiern des Fastnachtssonntags. Wie die Füllung hergestellt wird, könnt ihr hier lesen. Man kann die Milchbrötchen natürlich auch ungefüllt oder herkömmlich mit Butter und / oder süßem Aufstrich essen.

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2 thoughts on “Laup – Milchbrötchen mit Roggen, Anis und Sirup aus Trøndelag

  1. Daniel

    Laup-Milchbrötchen kannte ich noch nicht und habe bis jetzt immer nur herkömmliche Milchbrötchen gebacken. Ausprobieren werde ich sie auf jeden Fall, insbesondere der “kremboller” wegen und die sind bestimmt auch eine tolle Alternative zu Kuchen und Gebäck beim Nachmittags-Kaffee.

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