Luftige Windbeutel mit Heidelbeeren und Sahne

IMG_9420Windbeutel – allein der Name fasziniert! In knusprigem Teig eingefangener Frühlingswind. Oder Sommerwind. Wie wohl diese viele Luft in die Beutel kommt? Werden sie ausgehöhlt oder vielleicht nach dem Backen aufgeblasen? Das waren die Fragen, die ich als Kind hatte, wenn aus ganz seltenem Anlass Windbeutel vom Bäcker den Weg zu uns nach Hause fanden. Durch intensives Bitten brachte ich dann meine Mutter zu einem Nachbackversuch, der jedoch leider nicht den gewünschten Erfolg zeigte. Der Wind ließ sich eben mit dem damals verwendeten Rezept doch nicht so einfach einfangen.

Später, als Student, entdeckte ich dann an einem grauen Winterabend in meinem norwegischen Grundkochbuch ein wunderschönes Foto von einem Gebäck, das mit “vannbakkels” (Wassergebackenes) bezeichnet war. Auch davon war ich beeindruckt, hielt jedoch die Zubereitung für so weit jenseits meines Könnens, dass ich nicht einmal das Rezept durchgelesen habe. Sonst wäre mir nämlich (ganz eventuell) nicht erst nach Jahren aufgefallen, dass vannbakkels gleich Windbeutel sind. Fast jedenfalls.

Es gibt einen bedeutenden Unterschied zu den alten DDR-Backbuchrezepten. Für die norwegischen Windbeutel wird keine Milch verwendet, stattdessen jedoch der Butteranteil erhöht. Dadurch klumpt der Teig beim Zusammenrühren nicht. Außerdem ist er sehr schön stabil beim weiteren Verarbeiten.

Mit dem langen Pfingstwochenende direkt vor unserer Tür, lag es also nahe, dass theoretisch Gelernte in die Praxis umzusetzen. Zugegeben, ich war etwas nervös und hatte immer noch riesigen Respekt vor diesem als kompliziert in meinem Gehirn gespeicherten Gebäck. Dabei alles unnötig, mit diesem Rezept ist es überhaupt nicht schwierig, den Wind im Beutel einzufangen. So was.

Man erhält wunderbar buttrige Beutel, die innen luftig, außen zart knusprig sind und um ein Vielfaches besser schmecken, als die tiefgefrorenen pappig weichen und übersüßen Exemplare aus dem Supermarkt. Wer sie überhaupt nicht süß mag, kann sie natürlich auch mit einer herzhaften Creme füllen und zum Abendbrot oder Brunch servieren.

Luftige Windbeutel mit Heidelbeeren und Sahne (ca. 12 mittelgroße Stück)

Zutaten Windbeutel:

  • 200 g Wasser
  • 100 g Butter
  • 100 g Mehl
  • 1 Pr. Salz
  • 2,5 – 3 Eier (Größe M)

Zutaten Füllung:

  • 200 g Heidelbeeren (frisch oder TK)
  • 250 ml Sahne
  • ca. 30 g Zucker
  • Staubzucker zum Bestäuben der Beutel

Zubereitung:

Wasser und Butter in einem Topf aufkochen. Den Topf von der Herdplatte nehmen und Mehl sowie Salz hinzufügen. Den Topf zurück auf die Herdplatte setzen und den Teig bei verhältnismäßig hoher Hitze kräftig rühren. Achtung: Es darf trotzdem nichts anbrennen!

So lange intensiv rühren, bis der Teig eindickt und zu einer Art Kloß wird, der sich von den Topfwänden löst. Zieht man den Topf zu zeitig von der Platte, erhält man einen zu flüssigen Teig, der sich nicht zu Windbeuteln spritzen lässt.

Den Teig etwas abkühlen lassen. Die Eier nun eins nach dem anderen gründlich in den Teig einrühren. Das geht am Einfachsten mit einem Handrührgerät. Beim letzten Ei aufpassen. Der Teig darf nicht zu dünnflüssig werden, sondern sollte wie dickflüssiger Rührkuchenteig sein. Deshalb das letzte Ei verschlagen und schluckweise zum Teig geben. Unser Teig war nach 2,5 Eier perfekt.

Den Teig nun in einen Spritzbeutel füllen und 12 milchbrötchengroße Häufchen mit deutlichem Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen.

Die Windbeutel im vorgeheizten Backofen bei 200 °C (Ober- und Unterhitze) auf der mittleren Schiene für ca. 40 – 50 Minuten backen. Sie sollen außen goldbraun werden. Achtung! Das Öffnen der Ofentür während des Backens, führt zum Zusammenfallen der Beutel. Die Backzeit hängt stark von der Größe der Windbeutel ab. Unsere entsprachen ungefähr Milchbrötchen. IMG_9408

Nach dem Abkühlen mit einem scharfen Messer vorsichtig einen kleinen Deckel abschneiden, so dass das hohle Innere der Beutel zum Vorschein kommt.IMG_9418

Für die Füllung die Sahne mit dem Zucker steif schlagen. Beeren und Sahne in die Windbeutel füllen. Den Deckel wieder darauf setzen und alles mit Staubzucker bestäuben. Frisch gefüllt sofort servieren, damit der Teig nicht aufweicht.

Ungefüllt lassen sich die Windbeutel übrigens gut einfrosten.

Voila! Schwierig? Nicht wirklich, oder? Dafür jedoch unglaublich lecker. Habt schöne Pfingsten!

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