Norwegische Pfefferkuchen

IMG_4739Diese Pfefferkuchen gehören seit Jahren zu unserem festen Backprogramm. Schon beim Kochen der Zucker-Gewürz-Masse wird die Küche von diesem herrlichen Duft nach Weihnachten erfüllt. Das Ausstechen der Pfefferkuchen gestaltet sich einfach, deshalb sind sie ausgezeichnet für das Backen mit Kindern geeignet. Beim Verzieren sind die Kleinen sowieso topp und haben einen Riesenspaß.

Das Rezept ergibt eine große Anzahl Pfefferkuchen, deshalb kann man es auch gern halbieren. Die genaue Stückzahl kann ich hier nicht angeben, da sie von der Größe der Ausstechförmchen abhängt.

Die norwegischen Pfefferkuchen habe ich das erste Mal in einem Backbuch in Trondheim entdeckt. Ich war als Austauschstudent auch über Weihnachten in Norwegen geblieben und hatte mir ein Koch- und Backbuch in der Bibliothek ausgeliehen, eigentlich mehr um meine Norwegischkenntnisse im Lebensmittelbereich zu verbessern. Ich blieb jedoch erstmal an den Fotos mit den Weihnachtskeksen und den Torten hängen. Dann begann ich, teilweise mithilfe des Wörterbuches, einige Rezepte zu übersetzen und abzuschreiben. Dabei waren auch die Pfefferkuchen, eigentlich Ingwerkuchen. Zum Glück hatte ich sie auf norwegisch abgeschrieben, so dass sich kein Übersetzungsfehler einschleichen konnte. Bis zum ersten Nachbacken dauerte es jedoch noch etwas, da dies mit der geringen Küchenausrüstung, die man als Austauschstudent besitzt, nicht wirklich möglich war. Seit ich sie jedoch das erste Mal gebacken habe, bin ich ein überzeugter Anhänger des Rezeptes.

Die Pfefferkuchen schmecken himmlisch nach Gewürzen, angenehm süß, sie fallen nach dem Backen nicht zusammen und sie werden unbemalt nicht steinhart. Sie sind also perfekt, behaupte ich jetzt einfach mal.

Norwegische Pfefferkuchen

Zutaten:IMG_7974

  • 2 dl Karamellsirup
  • 250 g Zucker
  • 1 EL Zimt
  • 1/2 EL Ingwer, gemahlen
  • 1/4 EL Nelken, gemahlen
  • 1/4 EL Kardamom, gemahlen
  • 1 große Pr. Salz
  • 1 EL Natron
  • 250 g Butter
  • 2 Eier (Größe M)
  • 800 – 850 g Weizenmehl

Zubereitung:

Die kalte Butter in mehrere Stücke schneiden und in eine Metallschüssel legen.

Karamellsirup und Zucker in einem Topf mit dickem Boden vorsichtig unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Dabei aufpassen, dass sich weder Zucker noch Sirup verbrennen.

Die Gewürze und das Salz hinzufügen und alles gut umrühren. Den herrlichen Duft genießen. Jetzt hat man eine fast kaffeedunkle Flüssigkeit.IMG_7976Das Natron hinzufügen. Rühren und einmal aufkochen lassen. Die Flüssigkeit wird jetzt hellbraun und ein bisschen cremig. Keine Angst, dass muss so sein.

IMG_7977Jetzt den heißen Topfinhalt auf die Butter in der Schüssel gießen. Achtung, eventuelle Spritzer sind sehr heiß auf der Haut. Rühren, rühren und nochmals rühren bis sich die Butter vollständig aufgelöst hat und die Masse erkaltet ist.

Die Eier in einer kleinen Schüssel miteinander verquirlen und in die erkaltete Pfefferkuchenmasse einrühren. Nun nach und nach das Mehl hinzufügen und in den Teig einkneten. Dabei soviel Mehl verwenden, bis man einen relativ festen und nur wenig klebrigen Teig erhalten hat. Diesen für mehrere Stunden, am besten jedoch über Nacht, im Kühlschrank ruhen lassen. Damit er nicht austrocknet, muss er dafür in Plastikfolie gewickelt werden.

IMG_4672Am nächsten Tag lässt sich der kühle Teig gut auf einer bemehlten Oberfläche ausrollen, es ist jedoch etwas Kraft von Nöten. Am besten lässt sich der Teig rollen, wenn er 10 – 15 Minuten vorher aus dem Kühlschrank geholt worden ist. Da der Teig sehr gut zusammenhält, lassen sich auch große Pfefferkuchen bzw. Förmchen mit fitzeligen Teilen (z. B. Rehe oder andere Tiere mit dünnen Beinen) problemlos herstellen.

IMG_4707Die Pfefferkuchen mit relativ weitem Abstand auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Dabei aufpassen, dass auf dem Blech alle Kekse ungefähr gleich groß sind, damit sie eine identische Backzeit haben. Im vorgeheizten Backofen bei 190 °C (Ober- und Unterhitze) auf der mittleren Schiene für 7 – 10 Minuten backen, bis sie karamellbraun geworden sind. Gegen Ende der Backzeit unbedingt den Bräunungsgrad kontrollieren, da jeder Herd andere Backeigenschaften aufweist. Die Backzeit ist zudem von der Dicke des Teiges und der Größe der Pfefferkuchen abhängig. Je größer und dicker, desto länger die Backzeit.

IMG_4711Die Pfefferkuchen vollständig auskühlen lassen und danach in einer dicht schließenden Keksdose aufbewahren. Dort sind sie mehrere Wochen haltbar.

Nun kann man die Pfefferkuchen gern noch verzieren. Dafür kann man entweder Kuvertüre benutzen oder diesen Schokoguss und natürlich Zuckerstreusel oder Smarties. Der eigenen Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Allerdings werden bemalte Pfefferkuchen schneller weich als ihre unbemalten Kollegen. Deshalb sollte man sie innerhalb von 1 bis max. 2 Wochen aufessen.

IMG_4743Hier sind sie in schöner Vereinigung mit unseren Traditionskeksen zum Ausstechen zu sehen.

Lasst euch von dem Duft verführen und habt viel Spaß als Pfefferkuchenbäcker.

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2 thoughts on “Norwegische Pfefferkuchen

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