Norwegische Zimtschnecken – kanelboller

IMG_7089Verführerischer Duft nach Zimt und frischem Hefegebäck aus der Küche. Wenn man so an einem dieser nebelgrauen Sonntage zu einem späten Adventsfrühstück oder Brunch geweckt wird, dann kann der Tag doch nur super werden, oder? Ok, zum frisch backen reicht die Zeit am Morgen wahrscheinlich nicht, aber zum Aufbacken schon. Die Zimtschnecken werden dabei wieder fast wie neu. Versprochen. Und wenn wir Glück haben, dann schneit es diesen Winter hier auch wieder einmal und wir können nach der Zimtschneckenschwelgerei direkt Skifahren gehen. Das wär schön.

Soweit ist es jedoch noch nicht ganz, denn zuerst braucht ihr das Rezept für die norwegischen Zimtschnecken, obwohl “Schnecken” eigentlich gar nicht die ganz korrekte Übersetzung für kanelboller, kanelknuter oder kanelsnurrer ist. Man müsste eher Zimtmilchbrötchen oder Zimtknoten sagen, da sich hier aber Zimtschnecke eingebürgert hat, bleiben wir einfach dabei. Das Rezept ist an das von Bäckermeister Morten Schakenda, der eine ausgezeichnete Bäckerei im norwegischen Lom betreibt, angelehnt. Die Zuckermenge der Zimtschnecken habe ich jedoch etwas reduziert, da sie uns sonst zu süß waren. Auch mit Salz und Kardamom bin ich etwas sparsamer umgegangen. Wer jedoch schon mal in Lom war und dort vielleicht die original kanelboller gegessen hat, kann die in Klammern angegebenen Mengen verwenden.

Der Teig ergibt 24 – 26 große Zimtschnecken. Möchte man etwas Abwechslung haben, spricht nichts dagegen, den Grundteig zu teilen und mit zwei unterschiedlichen Füllungen zu versehen.  Apfel-Zimt oder Schokolade wären gute Kandidaten für die zweite Hälfte. Hat man dann alles fertig, sollte man sie am besten nicht ganz allein aufessen müssen, sondern zusammen mit der Familie oder Freunden. Ich teile sie heute virtuell mit Stefanie vom Blog “Hefe und mehr”, die aus Anlass des 6. Bloggeburtstags zu einem virtuellen Frühstück aufgerufen hat. Herzlichen Glückwunsch und guten Appetit vom scheckenlaks!

Norwegische Zimtschnecken – kanelboller (ca. 25 Stück) 

Zutaten Teig:

  • 1 kg Weizenmehl (550)
  • ca. 5,5 dl Milch (etwa 25 °C warm)
  • 25 g Frischhefe
  • 135 g Zucker (Original Lom: 150 g Zucker)
  • 1,5 TL Kardamom, gemahlen (Original Lom: 15 g Kardamom)
  • 1/2 TL Salz (Original Lom: 12 g Salz)
  • 1 Ei (Größe L)
  • 150 g Butter, zimmerwarm

Zutaten Füllung:

  • 125 g Butter, zimmerwarm
  • 100 g (brauner) Zucker (Original Lom: 125 g weißer Zucker)
  • 2 EL Zimt (ca. 14 g)
  • 1 TL Kardamom, gemahlen

Zutaten Fertigstellung:

  • 1 verquirltes Ei zum Bestreichen
  • Hagelzucker zum Bestreuen

Zubereitung:

Für den Teig das Mehl mit den weiteren Zutaten mit Ausnahme der Butter und 1/2 dl Milch in einer Schüssel vermischen. Den Teig nun von Hand ca. 10 Minuten kneten, dabei ggf. die restliche Milch zugeben, um einen mittelfesten, wenig klebenden Teig zu erhalten.

Die Butter in kleine Stückchen schneiden und auf dem Teig verteilen. Nun die Butter für weitere ca. 10 Minuten in den Teig einkneten. Diese Methode erscheint vielleicht zunächst ungewöhnlich, liefert jedoch sehr flaumig, lockere Hefegebäcke. Abgeschaut habe ich sie mir aus dem Backbuch von Morten Schakenda, der in Lom eine super Bäckerei betreibt.

Nun den Teig abgedeckt in einer Schüssel an einem warmen Ort (24 °C) für 1 bis 1,5 Stunden gehen lassen. Dabei sollte sich das Teigvolumen ungefähr verdoppeln. Je kälter die Temperatur, um so länger benötigt der Teig zum Aufgehen, daher sollte man ihm mehr Zeit lassen, wenn man die 24 °C nicht erreichen kann.

In der Zwischenzeit die Füllung zubereiten. Dazu die weiche Butter mit dem (braunen) Zucker, dem Zimt und Kardamom vermengen.

Wenn sich der Hefeteig entsprechend vergrößert hat, dann den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kurz ausstoßen und zu einem großen Rechteck ausrollen. Das Rechteck nun gedanklich in drei Streifen einteilen. Den mittleren Streifen nun mit der Hälfte der Zimt-Zucker-Butter bestreichen. Jetzt einen der beiden Seitenstreifen auf den Mittelstreifen klappen und mit dem Nudelholz erneut etwas breit rollen. Darauf nun die andere Hälfte der Füllung verteilen und den anderen Seitenstreifen daraufklappen. Erneut etwas ausrollen.

Jetzt hat man 3 Teigschichten mit 2 Füllungsschichten dazwischen erhalten. Um zu den Knoten zu kommen folgt man am besten diesem Video oder diesem oder probiert eine eigene Verknotungsweise. Aufpassen sollte man, dass alle Stücke ungefähr gleich groß werden, damit keine unterschiedlichen Backzeiten entstehen.

Kurz beschrieben schneidet man den gefalteten Teig mithilfe eines Pizzarollers in 25 ungefähr gleich große Streifen. Diese verdreht man dann zu einer Art Kordel. Diese Kordel wickelt man zu einer Schnecke, wobei man das letzte Teigende unter die Schnecke legt und dort etwas festdrückt, damit der Knoten während des Backens zusammenhält.

Die Knoten mit einem Tuch abgedeckt erneut für 30 – 45 Minuten gehen lassen, bis sie ihr Volumen deutlich vergrößert haben. Unmittelbar vor dem Backen die Zimtschnecken mit dem verquirlten Ei bestreichen und mit etwas Hagelzucker bestreuen.

Die Teiglinge nun im gut vorgeheizten Backofen bei 225 °C (Ober- und Unterhitze) auf der mittleren Schiene für 10 – 12 Minuten backen, bis sie eine schöne braune Färbung auf der Oberseite angenommen haben. Die Zimtschnecken auf einem Rost unabgedeckt auskühlen lassen.

Alle Exemplare, die man nicht am gleichen Tag essen möchte, frostet man am besten nach dem Auskühlen ein. Bei Bedarf können sie dann aufgetaut und im Backofen mit Umluft bei 150 °C für 3-4 Minuten wieder aufgewärmt werden. Dadurch werden sie wieder wie “neu”.

Dann lasst euch mal verführen von den Zimtschnecken und viel Spaß beim Nachbacken.

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6 thoughts on “Norwegische Zimtschnecken – kanelboller

  1. Stefanie

    Mmmmh… Zimtschnecken – so etwas kann man immer naschen. In Lom war ich leider noch nicht, aber eine großzügige Menge Kardamom ist für mich ein Muss, dass hat mir meine halbschwedische Kollegin so eingebläut 😉 Allerdings sind 15g tätsächlich eine Hausnummer!
    Vielen Dank fürs Mitmachen!

    Reply
    1. Konstanze Post author

      Ja, Kardamom ist toll, allerdings habe ich auch an den 15 g gezweifelt, daher habe ich die Menge auch deutlich heruntergesetzt. Bin mir nicht sicher, ob Morten Schakenda in seinem Rezept das richtig aufgeschrieben hat.

      Reply
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