Oberschlesische Gummiklöße

IMG_1256Gummiklöße? Ja, noch ein Rezept, das meine aus Oberschlesien stammende Oma mit hierher ins Erzgebirge gebracht hat. Als kleines Kind habe ich immer darauf gewartet, dass meine Mutter eines sonntags mal zuviel Gummi in die Klöße geben würde. Dann könnte man sie nämlich an die Wand werfen und sie würden genauso wie ein Ball wieder zurück auf den Tisch springen. Das hatte mir zumindest mein Vater erzählt. Es hat ein paar Jahre gedauert, ehe mir bewusst wurde, dass a) das Kloßwerfen nicht so gut für die Wohnzimmertapete sein würde und b) gar kein Gummi in den Gummikloß kommt. Die Prüfung der väterlichen Behauptung steht daher bis heute noch aus.

Stattdessen besteht der Kloß aus gekochten, gequetschten Kartoffeln, Kartoffelstärke, etwas Mehl und Ei, von Gummi also absolut keine Spur. Der Name bezieht sich vielmehr auf die Konsistenz des Kloßes, die deutlich anders ist als bei z. B. grünen Klößen.

Gegessen wird der Gummikloß, der Familienlegende nach in unglaublichen Mengen von 7 – 8 Stück pro jungem Mann, bevorzugt zu Fleischgerichten wie Rouladen, Schweinebraten oder Pute. Dazu gibt es immer und ausschließlich Rotkraut, jedenfalls in unserer Familie. Sollten trotz aller Rekordverzehrsversuche Klöße übrig bleiben, ist das nicht schlimm. Man kann sie einfrieren und bei nächster Gelegenheit in Scheiben geschnitten in etwas Butter knusprig anbraten. So kann man sie mit etwas Salz oder Zucker bestreut, herzhaft oder süß als Snack verputzen.

Oberschlesische Gummiklöße für 4 Personen, bei Rekordversuchen langt es nur für 3 😉

Zutaten:

  • 600 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 170 – 180 g Kartoffelstärke
  • 1,5 gestrichene EL Mehl
  • 1 Ei
  • 1 gestrichene TL Salz + 1 TL Salz für das Kochwasser

Zubereitung:

Die Kartoffeln in der Schale gar kochen. Je nach Größe der Kartoffeln kann das zwischen 25 und 35 Minuten dauern. Das Kochwasser weggießen und die Kartoffeln etwas auskühlen lassen.

Noch warm schälen und durch eine Kartoffelpresse quetschen.

Die Kartoffeln mit den restlichen Zutaten von Hand zu einem Teig kneten, der sich gut zu Klößen formen lässt. Je mehr Kartoffelstärke man zugibt, desto “gummiiger” werden die Klöße.

Nun etwa handtellergroße, flache Klöße formen.

In einem großen Topf reichlich Wasser, mit 1 TL Salz versehen, zum Kochen bringen. Man benötigt so viel Wasser, dass die Klöße im Topf schwimmen können.

Die Klöße in das kochende Wasser geben, die Hitze etwas reduzieren und warten, bis sie an der Wasseroberfläche schwimmen. Ab dann die Klöße für ca. 10 Minuten in dem warmen Wasser ziehen, jedoch nicht mehr kochen lassen.

Die fertigen Klöße mithilfe einer Schaumkelle aus dem Wasser heben und zusammen mit Fleisch, viel Sauce und Rotkraut sonntäglich genießen.

Übrig gebliebene Klöße kann man für kurze Zeit im Kühlschrank aufbewahren oder für längeres Aufheben einfrieren. In Scheiben geschnitten lassen sie sich in Butter prima anbraten und entweder als süßer Snack mit Zucker oder herzhaft mit etwas Salz bestreut verputzen.

One thought on “Oberschlesische Gummiklöße

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