Paprikapfanne mit Kichererbsen und Chorizo: ein Verfall der Kochkultur?

IMG_2305Heute gibt es ein einfaches “Protestessenrezept” auf dem blog. Warum? Weil es gut schmeckt, sättigt, viel Gemüse enthält, passend gesund und alltagstauglich ist. Gut, das ist der Hauptgrund. Der Nebengrund ergibt sich aus einem Kommentar, der mich gestern erreichte, den ich jedoch nicht veröffentlichen soll. Normalerweise ignoriere ich diese Art von Kommentaren, da ich finde, dass man, wenn man es Ernst meint, auch zu einer Veröffentlichung stehen muss.

Trotzdem fand ich das, was der Schreiber zu sagen hatte, ganz interessant. Er kritisierte mich für meine “allzu simplen, langweiligen Rezepte mit alltäglichen Zutaten”, die ja wohl jeder ohne Anweisung spontan kochen könnte. Es gäbe also keinen Grund, mit so etwas Banalem das Internet vollzustopfen. Außerdem würden wir jüngeren Blogger damit jegliche noch vorhandene Kochkultur durch Absenken der Ansprüche verderben.

Während der erste Punkt ganz klar im individuellen Ermessen jedes Einzelnen liegt und niemand gezwungen ist, einen blog zu lesen, der ihn nicht inspiriert, habe ich zum zweiten Punkt eine ganz andere Meinung. Zur Kochkultur gehören für mich nämlich Gourmetessen genauso wie ganz normale Mittagessen, die ohne exklusive, ungewöhnliche oder teure Zutaten auskommen (müssen). Auch der Zeitfaktor spielt bei mir eine klare Rolle. So sehr ich aufwändig hergestellte Menüs an einem Festtag schätze und genieße, so sehr mag ich schnell und meinetwegen auch simpel zu kochende Rezepte für den Alltag, so lange sie wohlschmeckend, weitgehend gesund und keine reinen Fertigprodukte sind. Im Gegenteil, gerade durch so hohe Ansprüche an Exklusivität und zeitaufwändiges Essenkochen steht meiner Meinung nach die Kochkultur am heimischen Herd in Gefahr. Wird das tägliche Essenkochen als anstrengende, teure Küchenschlacht empfunden, für die man spezielle Ausrüstung und Kenntnisse benötigt, steigt die Verlockung, gleich auf billige Fertigpizza, -sauce und Fast Food umzusteigen. Dies wäre ohne Zweifel keine sehr gute Alternative.

Und genau deshalb gibt es heute auf dem scheckenlaks erneut ein simples Rezept für den Alltag. Die Paprikapfanne schmeckt nämlich ausgezeichnet, würzig unlangweilig, eignet sich zur Resteverwertung und ist unkompliziert hergestellt. Perfekt. Man benötigt sogar nur eine große Pfanne mit Deckel, so dass auch der Abwasch sich in Grenzen hält ;-).

Genießt das Kochen und lasst euch nicht einreden, dass nur “Gourmetessen” richtig gekochtes Essen sei!

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Paprikapfanne mit Kichererbsen, roten Bohnen und Chorizo für 3 Personen

Zutaten:

  • 1 große Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 3 Paprikaschoten (rot, gelb)
  • ca. 200 g Chorizo (spanische Paprikasalami)
  • 1 Dose Rote Bohnen (Füllmenge 420 g)
  • 1 Dose Kichererbsen (Füllmenge 400 g)
  • 150 g Spinat (frisch oder TK)
  • ca. 3 EL Olivenöl
  • ca. 3 TL Rotweinessig
  • Salz
  • ca. 1 TL geräuchertes Paprikapulver
  • ca. 1/2 TL Cayennepfeffer (Menge reduzieren, wenn ihr nicht gern scharf esst)
  • etwas getrockneter oder frischer Thymian
  • 1/2 Bund frische Petersilie
  • 150 – 200 g Feta
  • 3 – 4 EL Joghurt, naturell

Zubereitung:

Das Gemüse putzen bzw. waschen und in Stücke schneiden. Die Chorizo schälen und in Scheiben schneiden. Kichererbsen und rote Bohnen in ein Sieb geben und unter fließendem kaltem Wasser abspülen bis nichts mehr schäumt. Abtropfen lassen.

Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Zwiebel darin anbraten, bis sie glasig geworden ist.

Knoblauch, Paprika und Chorizo hinzufügen und für mehrere Minuten mitbraten lassen. Danach Rote Bohnen, Kichererbsen, den Essig sowie die Gewürze hinzufügen und alles abgedeckt für ca. 10 Minuten köcheln lassen. Danach sollte der Paprika bissfest gar sein. Achtung bei der Zugabe des Cayennepfeffers, wer nicht gern scharf isst, nimmt weniger oder lässt ihn ggf. ganz weg.

Den Spinat hinzufügen und so lange köcheln lassen, bis er zusammenfällt bzw. aufgetaut ist.

Die Paprikapfanne abschmecken, mit frischer, gehackter Petersilie sowie zerkrümeltem Feta bestreuen und mit etwas Joghurt garniert genießen. Der Joghurt mildert die Schärfe, er kann also ggf. weggelassen werden, wenn ihr auf den Cayennepfeffer verzichtet habt.

2 thoughts on “Paprikapfanne mit Kichererbsen und Chorizo: ein Verfall der Kochkultur?

  1. Kerstin

    Richtig so! Ich bin gerade durch Zufall auf Deiner Seite gelandet und habe mir sowohl dieses Rezept und auch andere als Anregung abgespeichert.
    Auf jeden Fall werde ich hier wieder vorbei schauen. Auch deinen Wochenplan finde ich sehr inspirierend.
    Vielen Dank für die vielen tollen Ideen für schnelles, leckeres und anwechslungsreiches Essen.

    LG Kerstin

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