“Polarbrød” – das skandinavische Tourbrot

IMG_6244Wer schon einmal im Outdoorurlaub in Schweden oder Norwegen unterwegs war, ist wahrscheinlich dem Polarbrød begegnet. Dabei handelt es sich um runde kleine Brotfladen, die in unterschiedlichen Varianten von grob bis hell, in Plastiktüten verpackt im Supermarkt angeboten werden.

Für unterwegs sind sie super praktisch. Man benötigt kein Messer, da sie in Portionsgröße gebacken worden sind. Zudem bleiben die Fladen lange weich und zerkrümeln nicht in alle Winde, was sonst häufig das Problem bei skandinavischem Brot ist. Außerdem sind sie relativ schimmelresistent – daher eine klare Empfehlung für Outdoorurlauber.

Natürlich bezahlt man für die o.g. Eigenschaften einen gewissen Preis in Form von Zusatzstoffen, daher enthält die Inhaltsangabe auf der Rückseite der Packung mehrere “E`s”, auf Tour vollkommen akzeptabel, zu Hause mit Zugang zum Tiefkühlschrank eher nicht. Zur Rettung des Polarbrød-Herstellers sei jedoch erwähnt, dass er nur natürliche Zusatzstoffe verwendet, aber trotzdem ist das nichts, was ich normalerweise im Brot haben möchte.

Daher und auch weil wir das Polarbrot in Deutschland nicht kaufen können, habe ich mich auf die Suche nach einem Rezept zum Nachbacken begeben. Es gibt mehrere, natürlich entsprechen sie nicht haargenau dem Original und ich habe wiederum meine eigene Variante gebastelt, die mit hohem Vollkornmehlanteil, Hirse- und Haferflocken gebacken wird. Da das Brot ursprünglich aus Schweden stammt, wird kein Sauerteig verwendet. Dadurch ist das Polarbrot einfach, relativ schnell und unaufwändig herzustellen. Perfekt für die Sommerbrotbäckerei. Mit dem Geschmack haben wir uns an die groben, also dunklen Polarbrød-Sorten angenähert. Besonders original wird der Genuss, wenn man noch ein bisschen brunost – also den typischen karamellisierten braunen Ziegen- oder Kuhmilchkäse als Urlaubsmitbringsel aus Norwegen bis auf den heimischen Küchentisch gerettet hat.

IMG_6258“Polarbrød” – das skandinavische Tourbrot (24 Stück)

Zutaten:

  • 500 g Weizenvollkornmehl
  • 300 g Weizenmehl 1050
  • 120 g Hirseflocken
  • 30 g Haferflocken
  • 15 g Frischhefe
  • 1 TL Zucker
  • 1 schwach gehäuften TL Salz
  • 4,5 dl Milch
  • 1 dl Rapsöl oder anderes neutrales Pflanzenöl
  • ca. 2 dl Wasser (zimmerwarm)

Zubereitung:

Hirse- und Haferflocken in einem Food-Processor fein zermahlen. Wer keine Hirseflocken hat, kann evtl. auch nur Haferflocken verwenden. Dann sollte man jedoch auch die Wassermenge im Rezept um ca. 1 dl erhöhen.

Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen. Etwas Wasser zurückhalten, da das Mehl nicht immer gleich viel Wasser binden kann. Nun alles gut miteinander vermischen und den Teig entweder von Hand oder mit einer Teigknetmaschine für insgesamt 10 Minuten erst langsam dann schneller kneten. Es entsteht ein relativ weicher und leicht klebriger Teig. IMG_6240

Den Teig abgedeckt für ca. 1,5 Stunden (23 – 24 °C) gehen lassen. Dabei vergrößert er sich deutlich.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz, nicht zu intensiv durchkneten. Danach 24 Teiglinge zu je ca.  68 g mit einer Teigkarte abstechen. 

Die Teiglinge zu Kugeln formen und danach zu Fladen mit ca. 10 cm Durchmesser ausrollen bzw. ziehen. Bäckt man mit Kindern ist die runde Form natürlich kein Muss, wir hatten u. a. ein Viereck, eine Banane, ein blumenkohlartiges Gebilde und zwei Hundeknochen :-). Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt, allerdings sollte man darauf achten, dass alle Teiglinge ungefähr gleich dick sind. IMG_6242

Die Fladen und Gebilde mit geringem Abstand auf Bleche, die mit Backpapier belegt sind, legen und mit z. B. einem Schaschlikspieß mehrmals einstechen.

Abgedeckt erneut für 15 – 20 Minuten gehen lassen.

Die Bleche nacheinander im gut vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene bei      225 °C (Ober- und Unterhitze) für 10 – 12 Minuten backen bis die Fladen leicht gebräunt sind. Auf einem Rost mit einem Tuch bedeckt abkühlen lassen.

Nach dem Abkühlen die nicht innerhalb der nächsten zwei Tage benötigten Fladen einfrieren. Da die Polarbrote relativ dünn sind, tauen sie schnell auf. Möchte man sie lauwarm essen, kann man sie bei 160 °C (Umluft) im Backofen für 4 – 5 Minuten anwärmen.

Obwohl die Fladen relativ dünn sind, kann man sie in der Mitte aufschneiden und die so entstandene “Tasche” mit allerlei spannendem Belag füllen.

IMG_6250Hier zu sehen? Einer der Hundeknochen… 

Genießt die Sommernatur, am besten mit einem “Polarbrød” als Tourverpflegung.

One thought on ““Polarbrød” – das skandinavische Tourbrot

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