Schokobrot – nachgebacken

IMG_3709Manchmal packt uns die Lust auf ein ungewöhnliches und etwas luxuriöseres Frühstück, besonders natürlich an langen Wochenenden. Wir sind da durchaus experimentierfreudig und freuen uns sehr über Rezepte, die etwas hervorbringen, was man nicht ohne weiteres käuflich erwerben kann. Das Schokobrot erfüllt alle diese Kriterien und mal ehrlich, die Kombination Schokolade und Brot hört sich doch einfach nur phantastisch an, oder?

Als ich dieses Rezept im Brotbackbuch von Lutz Geißler entdeckt habe, wurde sofort ein Nachbackversuch beschlossen. Einziges vorher zu lösendes Problem war, dass dafür Weizensauerteig benötigt wird, wir aber bisher nur Roggensauerteig gepflegt und damit im Kühlschrank verfügbar hatten. Wir mussten also zunächst einen Teil des Sauerteigs umzüchten, geht einfach, dauert aber etwas. Dadurch blieb genug Zeit zur Vorfreude auf das Nachbacken und den anschließenden Genuss.

Das Brot schmeckt wie erwartet hervorragend, schokoladig und süß, jedoch noch eindeutig nach Brot und nicht nach Kuchen, perfekt zum Frühstück, es kommt ohne jeglichen Belag aus, verträgt jedoch auch etwas Butter. Einfrosten lässt es sich natürlich auch ohne Probleme, so dass man für mehrere Sonntage entsprechende Portionen vorrätig hat.

Schokobrot (2 kleine Brote, Teiggesamtgewicht ca. 500 g je Brot)

Zutaten Weizensauerteig:

  • 45 g Weizenmehl 1050
  • 15 g Wasser
  • 30 g Anstellgut vom Weizensauer

Zutaten Hauptteig:

  • Weizensauerteig
  • 425 g Weizenmehl 1050
  • 265 g Wasser
  • 1,5 g Frischhefe (ich habe auf 3 g erhöht, da unser junger Weizensauer noch nicht so triebkräftig war)
  • 75 g Honig
  • 30 g Kakao
  • 10 g Salz
  • 100 g Zartbitterschokolade, gehackt

Zubereitung:

Damit man gutes Brot mit möglichst wenig Hefe backen kann, benötigt man ein Anstellgut, in diesem Fall einen Weizensauer. Diesen kann man sich relativ einfach selbst ziehen, eine sehr gute Anleitung ist u.a. hier zu finden. Wir hatten bereits einen schon vor längerer Zeit gezogenen Roggensauer im Kühlschrank vorrätig, den wir durch mehrere Fütterungen mit Weizenmehl 1050 in einen Weizensauer umgewandelt haben. Wie man das Anstellgut am besten pflegt und damit über lange Zeit am Leben erhält, ist hier hervorragend beschrieben.

Hat man das passende Anstellgut, kann man sich sofort an das Teigansetzen für das Brot begeben. Dazu mischt man zunächst die 3 Zutaten für den Weizensauerteig. Da der Teig eine recht feste Konsistenz aufweist, knetet man ihn am besten von Hand kurz durch. Danach lässt man ihn bei Zimmertemperatur (20 – 22 °C) abgedeckt z.B. in einer Schüssel mit Deckel reifen. Dabei bilden sich im Teig überall kleine Blasen, die ihn locker werden lassen.

Ist die Reife abgeschlossen, vermischt man den Weizensauerteig mit den weiteren Zutaten, bis auf die gehackte Schokolade, zum Hauptteig. Diesen knetet man entweder mittels einer Teigknetmaschine für 5 Minuten langsam, danach für 8 Minuten schnell oder von Hand, dann jedoch für ca. 20 Minuten, bis der Teig eine mittelfeste, elastische und nicht mehr klebende Konsistenz aufweist. Zum Schluss wird die gehackte Schokolade eingeknetet. Mit Knetmaschine dauert das ca. 1 Minute auf niedriger Stufe, ohne etwas länger. Ziel dabei ist es, die Schokostückchen gleichmäßig im Teig zu verteilen.

Den Teig danach abgedeckt in einer Schüssel für 2 Stunden bei 24 °C gehen lassen (Stockgare). Der Teig vergrößert sich dabei deutlich.

Danach den Teig halbieren und 2 längliche Laibe formen. Diese für 3 Stunden bei 24 °C auf Backpapier mit Schluss nach unten zur Gare stellen (Stückgare).

Unmittelbar vor dem Backen die Teiglinge mit scharfer, flach angesetzter Klinge entlang der Längsachse einschneiden.

Die beiden Brote im gut vorgeheizten Backofen bei 200 °C für 35 Minuten backen. Dabei in den ersten 10 Minuten mit Wasserdampf beschwaden, danach den Dampf durch Öffnen der Ofentür und ggf. Herausnehmen des mit Restwasser gefüllten Bleches ablassen.

Nun nur noch die Brote unabgedeckt auf einem Gitter auskühlen lassen und das Sonntagsfrühstück genießen.

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