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TexMex: Gratinierte Burritos mit Guacamole und Tomatensalsa

IMG_5857TexMex: Für die einen richtiges Verwöhnessen, für die anderen ungesundes Fastfood, das mit allerlei Fertigprodukten, Geschmacksverstärkern und billigen Gewürzen (Zucker, Salz) versehen ist, um den “charakteristischen” Geschmack preisgünstig zu erzeugen. Ganz anders das “echte” TexMex, weitgehend selbst zubereitet mit frischem Gemüse, verschiedenen und guten Gewürzen, am besten noch mit einem grünen Salat serviert, ja dann reden wir von einem ordentlichen Festschmaus. Zwar nicht gerade kalorienarm, aber auch nicht ungesund, wenn man mal von den Tortillafladen absieht und das tun wir jetzt einfach.

Als Zubereiter ist man zudem in der glücklichen Lage, die Vorfreude auf den TexMex-Genuss richtig auskosten zu können, denn die Vorbereitung ist durchaus der eines Festessens würdig. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen, denn das Ergebnis ist himmlisch. Und vielleicht wollt ihr ja auch jemand ganz Besonderes in nächster Zeit etwas verwöhnen, das wäre dann genau das Richtige, jedenfalls wenn er/sie Fleischesser ist.

TexMex: Gratinierte Burritos mit Guacamole und Tomatensalsa für 4 Personen

Zutaten Burritos (8 Stück): IMG_5838

  • 400 g Hackfleisch
  • etwas Olivenöl
  • Salz
  • 2 – 3 TL Tacogewürz (selbst gemischt)
  • 1/2 rote Chilischote
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 grüne Paprikaschote
  • 1 Dose stückige Tomaten (400 g)
  • 1 Dose Rote Bohnen (420 g)
  • gemahlener Koriander
  • etwas Zucker
  • Saft von ca. 1/2 Limette
  • 8 Tortillafladen
  • etwas geriebener Käse

Zutaten Guacamole:

  • 1 reife große Avocado
  • Saft von 1/4 – 1/2 Limette
  • 1/2 rote Chilischote
  • 1 Knoblauchzehe
  • ca. 1 EL Crème Fraîche
  • Salz
  • Pfeffer
  • frischer Koriander
  • evtl. 3 – 4 Cherrytomaten

Zutaten Tomatensalsa: IMG_5841

  • 250 g aromatische Tomaten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kleine Zwiebel
  • Saft von ca. 1/4 Limette
  • ca. 1/2 TL Salz
  • 1/4 – 1/2 TL Zucker
  • ca. 2 Pr. Zimt
  • ca. 1/4 TL Piment
  • ca. 2 Pr. gemahlener Kreuzkümmel
  • 5 – 6 Tropfen rote Tabascosauce
  • einige frische Korianderblätter

Zutaten Zubehör:

  • etwas frischer Koriander
  • 4 – 8 EL Saure Sahne

Zubereitung:

Ermutigende Vorbemerkung: Die Zubereitung ist nicht so kompliziert, wie die Zutatenlisten das vermuten lassen, also Ärmel hochkrempeln, die symbolische oder echte Schürze umbinden und los geht’s.

Zuerst die Tacogewürzmischung herstellen. Wie das geht findet ihr hier.

Danach die Tomatensalsa herstellen, ihr bekommt es gut, wenn sie ein bisschen durchziehen kann, bevor sie auf dem Tisch landet. Hierfür die Tomaten waschen, putzen und würfeln. Knoblauchzehen und Zwiebel schälen und fein hacken. Die Korianderblätter abzupfen und grob hacken. Nun alle Zutaten vermischen und mit den Gewürzen abschmecken. Piment und Zimt verleihen dieser Salsa ihren ganz eigenen Charakter. Bis zum Servieren abdecken und kühl stellen.

Als nächstes wenden wir uns den Burritos zu. Chilischote, Zwiebel, Knoblauchzehe und Paprikaschote putzen und in kleine Stücke schneiden. In einer großen Pfanne das Olivenöl erhitzen und darin das Hackfleisch zusammen mit der Zwiebel, den Knoblauchzehen und der Chilischote anbraten, bis das Fleisch fast oder ganz durchgegart ist. Dabei mit Salz und etwas der Tacogewürzmischung würzen.

Die Paprikastücke hinzufügen und kurz mitbraten lassen. Die roten Bohnen unter fließendem Wasser abspülen. Die Tomaten in einem Sieb abtropfen lassen, den Tomatensaft dabei auffangen. Nun Bohnen und Tomatenstücke sowie ca. die Hälfte des Tomatensaftes in die Pfanne geben. Alles für mehrere Minuten köcheln lassen und dabei mit dem Limettensaft sowie den Gewürzen bis zu der von euch gewünschten Schärfe abschmecken.

Eine Auflaufform mit etwas Öl oder Butter fetten. Die Hackfleischmasse nun auf den Tortillafladen verteilen und diese zusammenrollen. Mit Schluss nach unten in die Auflaufform legen. Die Burritos mit etwas geriebenem Käse bestreuen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Ober- und Unterhitze) auf der mittleren Schiene für 15 – 20 Minuten backen bis der Käse zerlaufen ist und die Fladen leicht gebräunt sind.

Währenddessen die Guacamole zubereiten, da die Avocado sonst ggf. braun wird, wenn sie zu lange steht. Dafür die Avocado halbieren und den Stein entfernen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale heben, danach mit einer Gabel zerdrücken. Dabei mit dem Limettensaft beträufeln. Knoblauchzehe und Chili putzen und fein hacken. Zur Avocado geben und alles mit Salz, Pfeffer, Koriander und Crème Fraîche abschmecken. Die Tomaten putzen und in kleine Stücke schneiden. Diese zum Schluss vorsichtig unter die Guacamole mischen.

Die Burritos zusammen mit der Tomatensalsa, der Guacamole, etwas Saurer Sahne und frischem Koriander genießen.

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Mit Sahnekartoffeln überbackener Sauerkrautgulasch

IMG_9221Das war ja eine schöne Bescherung als wir gestern Vormittag aus dem Fenster schauten – es schneite in dicken Flocken bei 0 °C, so dass der Schnee sogar liegen blieb. Dabei hatten wir am Wochenende schon jede Menge Blumen für den Garten gekauft, die wir jedoch zum Glück noch nicht ausgepflanzt haben. So direkt aus dem warmen Gewächshaus der Gärtnerei hätten sie sicher den Schock ihres Lebens bekommen.

Alles hat jedoch auch seine guten Seiten, so konnte ich abends noch mal ein richtiges Winteressen auf den Tisch stellen. Das Rezept dazu schlumperte schon länger in meiner ellenlangen Nachkochideenliste umher, nachdem ich es bei Chili und Ciabatta im Winter entdeckt hatte. Geändert habe ich etwas an der Schmorzeit und -art. Ich habe den Topf zunächst oben auf der Herdplatte köcheln lassen und nicht die gesamte Zeit im Backofen. Außerdem habe ich die Garzeit um eine Stunde verkürzt, was trotzdem zu einem gut durchgegarten und weichen Fleisch geführt hat. Bei Rindfleisch würde ich allerdings die Schmorzeit wieder verlängern.

Für die etwas längere, aber nicht weiter arbeitsintensive Zubereitungszeit wird man mit einem wärmenden und sehr schmackhaften Gericht belohnt.

Mit Sahnekartoffeln überbackener Sauerkrautgulasch für 3 Personen

Zutaten:

  • 600 g Gulasch vom Schwein
  • Butterschmalz zum Braten
  • 2 Zwiebeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 kleine Dose Tomatenmark (70 g)
  • 1 EL Mehl
  • ca. 3 TL Paprikapulver edelsüß
  • 500 ml Gemüse- oder Fleischbrühe
  • 400 g Sauerkraut
  • evtl. etwas Zucker, wenn das Sauerkraut sehr sauer ist
  • 500 g Kartoffeln
  • 100 ml Sahne
  • ca. 1 EL Butter

Zubereitung:

Die Zwiebeln schälen und in Scheiben schneiden. Etwas Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und darin die Zwiebeln andünsten, bis sie leicht gebräunt und weich sind. Die Zwiebeln in einen backofentauglichen Fleischtopf geben.

Erneut Butterschmalz in der Pfanne erhitzen und darin die Gulaschstücke bei großer Hitze ringsherum braun anbraten. Damit alle Stücke gebräunt werden, müssen sie Kontakt zum Pfannenboden haben. Deshalb ist es ratsam, die Gulaschstücke in mehreren Etappen nacheinander zu braten. Die fertigen Exemplare in den Fleischtopf umsortieren. Mit Pfeffer und Salz würzen.

Wenn alle Stücke angebraten sind, die Pfanne mit etwas Brühe ablöschen und mit einem Holzschaber den Bratensatz ausschaben.

Gleichzeitig den Fleischtopf erhitzen. Tomatenmark, Paprikapulver und Mehl unter das Fleisch mischen und kurz mit anbraten. Danach sowohl die Brühe aus der Pfanne als auch die restliche Brühe angießen, umrühren und alles abgedeckt für ca. 45 Minuten köcheln lassen. Verwendet man gemischten Gulasch erhöht sich die Kochzeit ggf. um 30 – 60 Minuten.

Währenddessen die Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden.

Nach der Kochzeit das Sauerkraut zum Gulasch geben und alles abschmecken. Ggf. etwas Zucker hinzufügen, wenn das Sauerkraut zu sauer ist.

Die Kartoffelscheiben in zwei Lagen auf dem Gulasch verteilen und pro Lage mit der Hälfte der Sahne begießen. Die Scheiben mit Salz und Pfeffer würzen. Danach die Butter flöckchenweise auf die Kartoffeln geben.

Den Topf nun ohne Deckel in den vorgeheizten Backofen stellen und ihn auf der mittleren Schiene bei 200 °C (Ober- und Unterhitze) für ca. 60 Minuten backen, bis die Kartoffeln goldgelb geworden sind.

Boeuf Bourguignon à la Julia Child

IMG_8515Am Samstag ist Valentinstag. Wie wäre es da, eure(n) Liebste(n) mit einem schmackhaften Klassiker der französischen Küche zu verwöhnen? Gut, oder? Aber Boeuf Bourguignon? Dauert das nicht ewig, bis es fertig gekocht ist? Und ist das nicht wahnsinnig kompliziert?

Ja, genau das habe ich auch zunächst gedacht. Stimmt aber nicht, obwohl der Film “Julie und Julia” wohl nicht nur bei mir diesen Eindruck erweckt hat. In der Realität ist es jedoch weder kompliziert noch besonders arbeitsaufwändig herzustellen. Allein beim Thema Zeit sieht es etwas anders aus, es dauert schon, bis das Rindfleisch so wunderbar weich ist. Das ist jedoch auch kein Problem, da das Boeuf während des Schmorens keine nähere Beaufsichtigung benötigt und man es wunderbar, z. B. am Abend vorher, vorbereiten kann. Dadurch ist man am nächsten Tag fix fertig und kann die Familie mit einem leckeren Fleischessen beeindrucken.

Das hier verwendete Rezept ist an Julia Childs Kochbuch Julia’s Kitchen Wisdom angelehnt.

Bevor wir jetzt direkt zum Rezept kommen, noch ein Wort zum verwendeten Fleisch und zum Rotwein. Wir verwenden für das Boeuf Bourguignon ein Schmorbratenstück vom Rind. Es ist also nicht notwendig ein teures Filetstück zu kaufen, da auch ersteres in den ca. 3 Stunden Garzeit schön zart und weich wird. Als Rotwein sollte man einen mit kräftig-würzigem Geschmack wählen. Er sollte nicht der aller billigste sein und vor allem weder leer noch sauer schmecken. So, jetzt reicht es aber wirklich mit den Vorreden, bis auf, vielleicht noch den allerletzten Hinweis, man kann gern gleich die doppelte Menge herstellen und den Rest für eine spätere Gelegenheit einfrieren.

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Boeuf Bourguignon à la Julia Child für 3 Personen

Zutaten:

  • 65 g Schinkenspeck
  • 750 g Rindfleisch (z. B. Schmorbratenstück)
  • ca. 2 EL Olivenöl zum Anbraten des Fleisches
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 “herb bouqet” – 4 Petersilienstängel, 1 Lorbeerblatt, etwas getrockneter Thymian, 1 große Knoblauchzehe mit langem Stiel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2,5 dl Zwiebeln, grob gehackt
  • 2 dl Möhren, sehr grob geschnitten
  • ca. 450 ml Rotwein
  • 1,25 dl stückige Tomaten aus der Dose
  • ca. 2,5 dl Rinderbrühe, entweder selbst hergestellt oder fertig gekauft, dann aber von guter Qualität
  • Beurre manié – 1,5 EL Mehl und 1 EL Butter
  • frische Petersilie zum Garnieren
  • 7 Champignons
  • Butter und etwas Olivenöl zum Braten
  • etwas Salz
  • 6 Schalotten
  • etwas Gemüsebrühe
  • ca. 1 TL Butter
  • etwas Salz
  • knapp 1/2 EL Zucker
  • Kartoffeln für 3 Personen
  • Salz für das Kochwasser
  • frische Petersilie zum Garnieren

Zubereitung:

Als erstes beginnt man mit dem Herstellen des herb bouqet. Dazu bindet man die oben aufgeführten Zutaten mit einem stabilen Zwirnsfaden zusammen. Die Kräuter sollen dem Boeuf Geschmack verleihen und können, so gebunden, vor dem Essen leicht wieder entfernt werden. Tipp: Hat man keine frischen Kräuter und / oder keine Knoblauchzehen mit langem Stiel, dann würde ich die aufgeführten Zutaten mit Ausnahme des Lorbeerblattes fein hacken und so mit kochen. Das Lorbeerblatt kann im Ganzen zugegeben werden und wird vor dem Essen entfernt.

Nun das Rindfleisch vorbereiten. Dazu das Fleisch als erstes unter kaltem fließendem Wasser kurz waschen. Ist eine Haut am Fleisch vorhanden, diese mit einem scharfen Messer abtrennen. Danach das Fleisch in nicht zu kleine Würfel schneiden. Die Stücke vor dem Braten in Küchenhandtüchern abtrocknen, da nur trockenes Fleisch braun angebraten werden kann.

Den Schinkenspeck würfeln, getrennt zur Seite stellen.

Knoblauchzehen, Zwiebeln und Möhren schälen und putzen. Knoblauch fein, Zwiebeln grob hacken, Möhren in große Stücke zerschneiden.

Auf dem Herd eine große Pfanne und einen Fleischtopf bereitstellen.

In der Pfanne den Schinkenspeck anbraten, bis er leicht gebräunt ist. Den Speck danach in den Fleischtopf geben.

Nun das Öl in der Pfanne erhitzen und das Fleisch darin anbraten, bis es von allen Seiten schön gebräunt ist. Dafür ist es wichtig, dass alle Fleischstücke mit dem Pfannenboden in Berührung kommen. Deshalb am besten in 2 oder 3 Durchgängen braten. Das Fleisch nach dem Braten mit Salz und Pfeffer würzen. Ebenfalls in den Fleischtopf umfüllen.

Zwiebeln, Knoblauch und Möhren in der Pfanne anbraten, bis die Zwiebeln glasig bis leicht gebräunt sind. Ebenfalls in den Fleischtopf umfüllen.

Nun mit der Hälfte des Rotweins die Pfanne “deglasieren”, d.h. auskochen. Dazu den Wein in die heiße Pfanne gießen, alles einmal aufkochen und währenddessen mit einem Pfannenwender den Pfannenboden abschaben. Dadurch nimmt der Wein die Röstaromen des Fleisch- und Gemüseanbratens auf. Den Rotwein nun in den Fleischtopf umgießen.

Den restlichen Rotwein sowie die Fleischbrühe ebenfalls in den Topf gießen, bis das Fleisch knapp bedeckt ist. Die stückigen Tomaten sowie das herb bouqet hinzufügen. Ab jetzt alles für ca. 3 Stunden abgedeckt vor sich hin köcheln lassen. Möglicherweise ist das Fleisch auch schon vorher weich genug, das kann man durch Kosten am besten herausfinden.

Währenddessen die Schalotten vorsichtig schälen, sie sollen im Ganzen erhalten bleiben. Den Wurzelansatz der Zwiebeln mehrmals einstechen. Die Zwiebeln nun in einen Topf geben und bis zur halben Zwiebelhöhe mit Gemüsebrühe bedecken. 1 TL Butter sowie etwas Salz und ca. 1/2 EL Zucker hinzufügen und einmal aufkochen. Danach abgedeckt für 20 – 25 Minuten köcheln lassen. Die Zwiebeln danach abgießen und bis zur Verwendung abgedeckt zur Seite stellen.

Bis hierhin kann das Boeuf gut vorbereitet werden.

Die Champignons putzen und vierteln. In einer Pfanne Butter und Olivenöl erhitzen und darin die Pilze bei großer Hitze anbraten, bis sie ringsherum gebräunt sind. Mit Salz würzen. Sowohl Pilze als auch die Schalotten kommen erst kurz vor dem Servieren in das Boeuf.

Wenn das Fleisch weich genug geworden ist, muss die Sauce angedickt und abgeschmeckt werden. Dazu das Boeuf durch ein Sieb abgießen, die Sauce dabei selbstverständlich in einem anderen Topf auffangen. Den Siebinhalt wieder zurück in den ursprünglichen Fleischtopf geben und abdecken.

Nun mit der Sauce weiterarbeiten. Evtl. an der Oberfläche schwimmenden Schaum abschöpfen. Für die Beurre manié Mehl und Butter mit der Hand zu einem Klumpen verkneten. Diesen in die Sauce einrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Die Sauce zurück auf die Herdplatte stellen, einmal aufkochen und für ca. 2 Minuten köcheln lassen, bis sie eingedickt ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und danach zurück in den Fleischtopf gießen.

Jetzt nur noch die Schalotten und die Pilze hinzufügen, vorsichtig umrühren und alles kurz köcheln lassen. Mit frischer, gehackter Petersilie bestreut servieren.

Dazu passen Kartoffeln. Diese müssen geschält, ggf. halbiert und in Salzwasser gar gekocht werden. Das dauert je nach Größe 20 – 25 Minuten. Die Kartoffeln ebenfalls vor dem Servieren mit gehackter, frischer Petersilie bestreuen.

So, jetzt hoffe ich, dass euch das Boeuf Bourguignon ausgezeichnet gelingt und ihr es zusammen mit Familie, Freunden oder auch allein genießen könnt.

Wenn ihr noch einen Blick auf das Kochvideo von Julia Child zum Rezept werfen wollt, könnt ihr es hier finden.

Rindswürfel-Bratkartoffelpfanne mit Brokkoligemüse

IMG_5574Festessen mitten in der Woche? Ja, gerne, an diesem grauen nieselregnerischen Novembertag. Wie ihr sicher schon bemerkt habt, steht Fleisch bei uns eher selten auf dem Essensplan. Wir essen Fleisch, nur eben nicht so häufig. In der Zubereitung darf es dann auch gern schnell gehen, damit es für den Alltag geeignet ist. Der traditionelle Braten, Rouladen oder andere Schmorgerichte schaffen es daher höchstens am Wochenende auf den Tisch. Zum Glück gibt es ja genügend fleischfreie Alternativen und dieses Rezept. Entdeckt habe ich es bei Chili und Ciabatta und es sofort auf meine Nachkochliste gesetzt. Es hat uns nicht enttäuscht, es schmeckt genauso lecker, wie es sich anhört und ist schnell zubereitet. Gemäß unserem Grundsatz: “Kein Mittagessen ohne Gemüse”, habe ich noch Brokkoli ergänzt, sich ausgezeichnet in das Gesamtbild eingefügt hat.

IMG_5583Rindswürfel-Bratkartoffelpfanne mit Brokkoligemüse für 3 Personen

Zutaten:

  • 500 g Rumpsteak oder Rinderfilet, sehr gute Qualität
  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • 2 EL Butterschmalz
  • Salz
  • Pfeffer
  • 4 – 5 EL gehackte Petersilie
  • 5 EL Weißwein
  • 4 EL Sahne
  • 50 g Kräuterbutter
  • 500 g Brokkoli
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer
  • etwas geriebene Muskatnuss
  • 1 TL Bio-Gemüsebrühpulver für das Kochwasser

Zubereitung:

Kartoffeln schälen und relativ klein würfeln, da sie in rohem Zustand gebraten werden. Das Rindfleisch in größere Würfel schneiden. Beim Rindfleisch sollte man wirklich gute Qualität verwenden, sonst wird es bei so kurzer Garzeit nicht zart und weich.

Den Backofen auf 80°C vorheizen. Eine große Auflaufform ebenfalls mit erwärmen.

Nun 1 EL Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Das Fett muss dabei wirklich heiß werden. Das Rindfleisch hineingeben und zunächst von einer Seite anbraten, bis diese Würfelseite braun geworden ist. Das dauert ca. 1 Minute. Dann die Würfel wenden und versuchen, sie gleichmäßig von den anderen Seiten ebenfalls braun anzubraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Rindswürfel nun in die Auflaufform geben und im Herd für 15 – 20 Minuten nachgaren lassen, während man die Kartoffeln brät und den Brokkoli kocht.

Dazu den 2. EL Butterschmalz in die Pfanne geben, in der man eben das Rindfleisch gebraten hat. Wenn das Fett heiß ist, die Kartoffeln dazugeben, salzen und pfeffern. Nun bei gelegentlichem Wenden so lange braten lassen, bis die Würfel gar sind. Das dauert ca. 15 – 20 Minuten. Abschmecken und danach die Kartoffeln zu den Fleischstücken im Herd geben.

Die heiße Pfanne mit dem Weißwein ablöschen, dabei den Bratensatz mit einem Holzlöffel vom Pfannenboden schaben. Den Wein auf ca. die Hälfte einkochen lassen. Jetzt die Kräuterbutter hinzufügen und aufschäumen lassen. Sahne und gehackte Petersilie unterrühren.

Zum Schluss die Rindswürfel und die Bratkartoffeln zurück in die Pfanne mit dem Fond geben und alles gut miteinander vermischen.

Den Brokkoli waschen und putzen. Die Röschen von den Stielen schneiden, die Stiele, wenn nötig schälen und in kleine Scheiben (so wie Möhren) schneiden. Wasser mit Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss würzen, zum Kochen bringen und zunächst die Brokkolistiele für ca. 5 Minuten kochen, danach die Röschen zufügen und für weitere ca. 8 Minuten köcheln lassen.

Die Rindswürfel-Bratkartoffelpfanne sofort zusammen mit dem Brokkoli genießen.

Herbstliches Nudelgratin mit Kürbis und Chorizo

IMG_7113Letzten Freitag hatten wir richtig Lust auf ein herbstliches Wohlfühlessen. Herzhaft sollte es sein, um einen Kontrast zu unserem Kuchenbackmarathon zu bilden, den wir für die samstägliche Geburtstagsfeier gestartet hatten. Die Wahl fiel auf ein Nudelgratin, nach langer Zeit mal wieder. Nachdem wir vor ca. 10 Jahren häufig Gratin in allen Varianten gegessen haben, stehen sie zurzeit eher selten auf dem Tisch, warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich verfügen wir jetzt über mehr Alternativen, was natürlich kein Grund ist, die Gratins ganz zu vergessen. Damit das nicht passiert kann ich heute mit einem leckeren herbstlichen Rezept aufwarten, das nussigen Kürbis mit würzig-scharfer Chorizo (spanische salamiartige Wurst) vereint. Vielleicht auch etwas für euch am nächsten Freitag?

Herbstliches Nudelgratin mit Kürbis und Chorizo für 3 Personen

Zutaten:

  • 150 g Vollkornnudeln (Spiralen)
  • 350 g Kürbis, z. B. Hokkaido
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 2 kleine Paprikaschoten
  • etwas Olivenöl
  • 100 g Erbsen
  • 100 g Chorizo
  • 3 Eier
  • 200 g Crème fraîche
  • Salz
  • Pfeffer
  • geriebene Muskatnuss
  • Chiliflocken
  • geriebener Käse nach eigenen Vorlieben

Zubereitung:

Die Nudeln nach Packungsanweisung in Salzwasser knapp gar kochen. Danach mit kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen. Das Abschrecken ist wichtig, damit die Nudeln im Gratin nicht zusammenkleben.

Kürbis, Frühlingszwiebeln und Paprikaschoten waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden. Für dieses Gratin ist ein Hokkaidokürbis gut geeignet, da er über festes Fleisch und einen aromatischen Geschmack verfügt und nicht geschält werden muss.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Frühlingszwiebeln, den Kürbis und die Paprikaschoten darin kurz anbraten. Alles mit Salz, Pfeffer, einigen Chiliflocken und geriebener Muskatnuss würzen. Für etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze weiterbraten lassen, bis der Kürbis etwas weich geworden ist.

Nudeln und Gemüse mischen. Chorizo in passende Stücke schneiden.

Nun eine Auflaufform mit etwas Öl einfetten und die Nudel-Gemüsemischung hineingeben. Die Chorizostückchen gleichmäßig darauf verteilen.

Eier und Crème fraîche miteinander verquirlen und kräftig mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und ggf. einigen Chiliflocken würzen. Diese Mischung gleichmäßig über das Gratin gießen. Zum Schluss alles mit geriebenem Käse bestreuen. Es sollten nicht zu viele Nudeln einzeln aus dem Gratin herausschauen, da diese beim Backen hart werden.

Das Gratin im vorgeheizten Backofen auf der 2. Schiene von unten bei 200 °C mit Ober- und Unterhitze für 30 – 35 Minuten backen, bis der Käse schön zerlaufen und die Sauce fest geworden ist. Frisch und heiß genießen.

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Spätzle mit Linsen = Mitbringsel aus Ulm

IMG_6939Reisemitbringsel? Ganz sicher nicht immer beliebt und meist noch weniger nützlich, wenn man sie denn erstmal im Wohnzimmer als Staubfänger herumstehen hat. Deshalb machen wir in der Regel einen Riesenbogen um derartige Dinge – mit jedoch einer Ausnahme. Handelt es sich um lokale Spezialitäten zum Essen bzw. Trinken oder Rezepte, dann nehmen wir sie gern in unser Gepäck auf.

Haben wir es geschafft, einem Kellner oder sonstigen Kontaktpersonen das eine oder andere Rezept abzuluchsen und funktioniert es dann auch noch mit Zutaten, die wir zu Hause ebenfalls beschaffen können, dann landet es meist auf dem scheckenlaks. So haben wir aus Spanien eine etwas ungewöhnliche Sangria und aus Schweden Janssons frestelse, einen Fisch-Kartoffelauflauf, mitgebracht.

Auch auf unserer Ulmreise begegneten wir natürlich verschiedenen Schwäbischen Leckereien. Ich sage nur Laugenbrezeln, Spätzle und Maultaschen. Namm. So zogen wir los und gingen “Probeessen” u.a. in der Lochmühle in Ulm. “Was ist so ein richtig typisches Essen für Ulm?” “Spätzle mit Linsen und Wienerle”, aha, diese Kombination hatte sich tatsächlich noch nicht bis zu uns in den mehr oder weniger “hohen Norden” herumgesprochen. Das sollte also unser Rezeptmitbringsel werden. Nach ein bisschen Fragerei, hier und da, sind wir zu einem Rezept gelangt. Funktioniert hat es, geschmeckt hat es und damit hat es sich auch für scheckenlaks qualifiziert. Daher gibt es jetzt Spätzle mit Linsen von einem Nichtschwaben.

Spätzle mit Linsen für 3 hungrige oder 4 Personen

Zutaten Spätzle: 

  • 350 g Spätzlemehl (Mischung aus Weizenmehl 405 und Hartweizengrieß)
  • 3 Eier
  • ca. 130 ml Wasser
  • 1/3 TL Salz
  • etwas Pfeffer

Zutaten Linsen:

  • 170 g braune Linsen
  • 1 Möhre
  • 1 kleines Stück Sellerie (wie in Suppengrünpäckchen)
  • 1/2 Kohlrabi
  • 1/2 Porreestange
  • 1 große Zwiebel
  • ca. 20 g Butter
  • 1 kleine Dose Tomatenmark (ca. 1,5 EL)
  • 1 gehäufter TL getrockneter Majoran
  • etwas Thymian
  • 1 großes Lorbeerblatt
  • ca. 700 ml Gemüsebrühe
  • 1 EL dunkler Balsamicoessig
  • Salz
  • Pfeffer
  • Petersilie
  • 3 Paar Wiener

Zubereitung Spätzle: 

Alle Zutaten mit Ausnahme des Pfeffers in einer Schüssel gut miteinander vermischen. Danach den Teig so lange mit dem Handrührgerät rühren, bis er anfängt Blasen zu schlagen. Den Teig abgedeckt für 15 Minuten quellen lassen.

In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Ungefähr 1/3 des Teiges nun, in unserem Fall in einen Spätzlehobel geben und die Spätzle direkt in das kochende Wasser fallen lassen. Alles einmal aufkochen lassen. Sobald die Spätzle an die Wasseroberfläche steigen (nach ca. 2 Minuten), sind sie fertig und können mit einem Sieb herausgeholt werden. Gut abtropfen lassen. Mit dem restlichen Teig ebenso verfahren.

Wir haben danach noch etwas Pfeffer auf die Spätzle gestreut, allerdings weiß ich nicht, ob das original schwäbisch ist.

Eventuelle Reste kann man gut am nächsten Tag in Butter aufbraten.

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Zubereitung Linsen:

Zwiebel und Gemüse putzen. Alles in kleine Würfel bzw. dünne Ringe schneiden. Die Butter in einem Topf erhitzen. Die Zwiebel darin glasig andünsten. Danach das Gemüse hinzufügen und ebenfalls kurz mit braten.

Nun die Linsen und das Tomatenmark in den Topf geben. Die Gemüsebrühe hinzugießen und alles mit dem Lorbeerblatt, Majoran und Thymian würzen. Einmal aufkochen und für ca. 30 Minuten köcheln lassen bis die Linsen gar sind und die Flüssigkeit aufgesogen haben.

Die Linsen nach Abschluss der Kochzeit kräftig mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Balsamicoessig abschmecken. Mit gehackter Petersilie bestreuen.

Die Wiener in heißem Wasser erwärmen.

Spätzle, Linsen und Wiener auf Tellern anrichten und schwäbisch genießen.

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Lamm-Medaillons in Rotweinsauce mit mediterranem Gemüse

IMG_6041Endlich richtiger Sommer bei dem man abends im Garten sitzen und ein mediterranes Essen genießen kann. Normalerweise koche ich im Sommer schneller zuzubereitende Gerichte als im Winter, da wir einfach viel mehr Zeit aktiv draußen verbringen. Das hier vorgestellte Rezept ist jedoch eine kleine Ausnahme von der Regel. Wenn wir an einem Sommersonntag so richtig Lust auf leckeres Essen haben, ist das eines unserer Lieblingsgerichte.

Der einzige Wermutstropfen an diesem Essen ist, dass man hier im Erzgebirge nur selten Lammfleisch kaufen kann. Eigentlich unverständlich, schließlich gibt es hier jede Menge schöne Bergwiesen, auf denen die Schafherden weiden könnten. Letzte Woche ergatterten wir jedoch beim Fleischer diese Lamm-Medaillons, allerdings waren sie wie auch in der Vergangenheit nur in bereits marinierter Form erhältlich. Daher kann ich leider keine Beschreibung einer geeigneten Marinade einstellen, da diese dann nur theoretischen Charakter hätte.

Lamm-Medaillons in Rotweinsauce mit mediterranem Gemüse für 3 Personen

Zutaten Lamm-Medaillons:

  • 6 mediterran marinierte Lamm-Medaillons
  • Olivenöl zum Braten

Zutaten Rotweinsauce:

  • 1 kleine Zwiebel
  • ca. 1 EL Butter
  • 1 gehäufter TL Tomatenmark (2-fach konzentriert)
  • 1,5 dl kräftiger, trockener Rotwein
  • 1 EL Sojasauce
  • ca. 3/4 EL dunkler Balsamicoessig
  • 2 dl Lammfonds
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Thymian
  • 50 ml Sahne
  • 1/2 EL Butter

Zutaten Beilagen (mediterranes Gemüse und Kartoffeln):

  • 1 mittelgroße Aubergine IMG_6034
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 1 große rote Zwiebel
  • 1 rote Paprika
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 kleine Zucchini
  • Olivenöl
  • 15 schwarze Oliven
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer
  • etwas Oregano, frisch oder getrocknet
  • etwas Thymian, frisch oder getrocknet
  • einige Blätter Ruccola
  • 6 – 8 kleine Kartoffeln
  • etwas Salz

Zubereitung:

Für das mediterrane Gemüse die Aubergine waschen, längs vierteln und in ca. 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben mit etwas Zitronensaft beträufeln und etwas Salz bestreuen. Danach für ca. 15 Minuten durchziehen lassen.

In der Zwischenzeit das restliche Gemüse putzen und in kleinere Stücke schneiden. Ein Backblech mit etwas Olivenöl bestreichen. Das geputzte Gemüse und die abgetropften Auberginenstücke in einer großen Schüssel ebenfalls mit etwas Olivenöl vermischen. Danach das Gemüse gleichmäßig auf dem Backblech verteilen. Alles mit etwas Salz, Pfeffer, gehacktem Oregano und Thymian bestreuen und mit dem restlichen Zitronensaft beträufeln.

Den Herd auf 200 °C vorheizen. Das Ofengemüse nun auf der mittleren Schiene in den Herd schieben und bei 200 °C für 15-20 Minuten mit Umluft backen. Danach die Oliven hinzufügen und das Blech für weitere 10-15 Minuten backen lassen. Sollte das Gemüse zu dunkel werden, dann auf Ober- und Unterhitze wechseln und ggf. die Temperatur reduzieren. Die Backzeit ist sehr davon abhängig, wie klein das Gemüse vorher geschnitten hat, daher am besten gegen Ende der Garzeit ein Paprikastück kosten.

Kartoffeln schälen, evtl. halbieren und in Salzwasser 15 – 20 Minuten gar kochen.

Während das Ofengemüse von allein bäckt, kann man sich um die Rotweinsauce kümmern. Dabei ist es wichtig, einen geeigneten Rotwein auszuwählen, da dieser den Geschmack der Sauce dominiert. Man muss keinen teuren Rotwein verwenden, aber auch nicht den aller billigsten, da diese häufig leer und sauer schmecken. Am besten ist ein kräftiger, trockener Wein geeignet.

Für die Sauce die Zwiebel schälen und in sehr feine Stücke hacken. 1 EL Butter in einem Topf zerlassen und die Zwiebel darin anbraten, bis sie glasig und weich geworden ist. Das Tomatenmark darübergeben und kurz mit anbraten lassen. Dabei aufpassen, dass es nicht anbrennt. Nun mit dem Rotwein ablöschen und diesen etwas einkochen lassen, ehe Lammfonds, Sojasauce und Balsamicoessig hinzugegossen werden. Das Lorbeerblatt und etwas Thymian ebenfalls in die Sauce geben. Die Sauce nun auf ca. die Hälfte reduzieren lassen. Die Sauce bereits jetzt erstmalig abschmecken und evtl. mehr Rotwein oder Sojasauce hinzufügen.

Kurz vor dem Servieren das Lorbeerblatt entfernen und Butter sowie Sahne in die Sauce geben. Ab jetzt sollte die Sauce nicht mehr kochen, sondern nur noch warm gehalten werden. Nun die Sauce mit Salz, Pfeffer und etwas Thymian abschmecken.

Für die Lamm-Medaillons Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Medaillons darin für 5 – 7 Minuten pro Seite braten. Die Bratzeit richtet sich nach der Dicke des Fleisches und ob man sie eher blutig oder vollständig durchgegart mag.

Alles auf Tellern anrichten und mit einigen frischen Ruccolablättern garnieren und den Sommer genießen.

TexMex-Pie – eine ungewöhnlich leckere Kombination

IMG_5153Kennt ihr so etwas auch? Die Familie kann sich einfach nicht einigen, was es an einem bestimmten Wochentag geben soll. Das Problem haben wir auch, zum Glück nur ab und zu, trotzdem war der letzte Freitag so ein Fall. Die Wahl stand zwischen TexMex und einer Quiche bzw. einem Pie und damit zwischen Gerichten, die aus völlig unterschiedlichen Welten kommen. Trotzdem war es in diesem Fall nicht schwer, einen Kompromiss zu finden – den Pie mit TexMex Füllung – wenn es nur immer so einfach wäre mit den Einigungen, wie in diesem Fall. Herausgekommen ist übrigens eine ungewöhnlich leckere Kombination, die hervorragend durch einen frischen Tomatensalat ergänzt wird.

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TexMex-Pie für 3 Personen (24er – 26er Pieform)

Zutaten Mürbeteigboden:

  • 200 g Mehl
  • 100 g Butter
  • 1/4 TL Salz
  • 3-4 EL kaltes Wasser

Zutaten Füllung: IMG_5133

  • 200 g Hackfleisch
  • ca. 1 EL Rapsöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • ca. 2 TL Tacogewürzmischung
  • ca. 2 EL Wasser
  • 1/2 rote Paprikaschote
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 100 g Mais
  • 1/2 Dose Rote Bohnen (Füllmenge 420 g)
  • Salz
  • ca. 1 TL Zucker
  • Saft von 1/2 Limette
  • 2 Eier
  • 150 g Crème fraîche, light
  • ggf. 50 ml Wasser
  • Salz
  • 1/4 TL gemahlener Koriander
  • ca. 1 TL Tacogewürzmischung
  • 8 – 10 Cherrytomaten
  • ca. 1 Handvoll geriebener Käse

Zubereitung:

Man beginnt mit dem Mürbeteigboden, da dieser vor seiner Verwendung mindestens 1 Stunde, jedoch gern auch länger, im Kühlschrank lagern sollte, damit er beim später nötigen Ausrollen leichter handhabbar ist. Der Teig ist schnell hergestellt. Dazu Mehl und Salz auf eine Arbeitsplatte geben. Die kühlschrankkalte Butter in Stückchen schneiden und auf dem Mehl verteilen. Daraus am besten mit den Händen schnell einen Teig kneten, dabei je nach Bedarf das kalte Wasser zugeben, bis man einen relativ festen, jedoch geschmeidigen Teig erhält. Wichtig ist, dass die Zutaten gleichmäßig im Teig verteilt sind. Nun den Teig in eine Plastikfolie wickeln und im Kühlschrank verwahren.

Für die eigentliche Piebereitung, den kalten Teig auf der Arbeitsfläche ungefähr in der Größe der Pieform ausrollen. Danach die Form mit dem Teig auslegen, ringsherum einen Teigrand formen und den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Den Boden nun im vorgeheizten Backofen bei 200 °C (Ober- und Unterhitze) auf mittlerer Schiene für 10 – 15 Minuten vorbacken, bis er eine leicht goldene Farbe angenommen hat. Während man die Füllung zubereitet, den Boden etwas auskühlen lassen.

Für die Füllung die Knoblauchzehen schälen und klein hacken. Die halbe Paprikaschote und die Frühlingszwiebeln waschen und putzen, danach in kleine Stücke bzw. Röllchen schneiden.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Darin den Knoblauch und das Hackfleisch braten, bis das Fleisch durchgegart ist. Dabei Salz, 2 EL Wasser, Zucker und Tacogewürzmischung hinzugeben. Das Wasser verdampft während des Bratprozesses.

Gegen Ende der Bratzeit die Paprikastückchen und die Frühlingszwiebeln dazugeben, beides ebenfalls mit anbraten lassen. Die Pfanne vom Herd nehmen und alles mit den roten Bohnen, dem Mais und dem Limettensaft vermischen. Abschmecken nicht vergessen.

Für den Guss Eier, Crème fraîche und die Gewürze miteinander verquirlen. Erscheint der Guss sehr fest, noch etwas Wasser hinzufügen. Abschmecken. 

Nun die Füllung in die vorgebackene Pieschale füllen, mit dem Guss übergießen und dem geriebenen Käse bestreuen. Nun nur noch die Cherrytomaten waschen, halbieren und mit der Schnittfläche nach oben in den Pie drücken.

Den TexMex-Pie im vorgeheizten Backofen auf der 2. Schiene von unten bei 200 °C (Ober- und Unterhitze) für ca. 30 Minuten backen. Er ist fertig, wenn der Käse zerlaufen und die Füllung fest geworden ist.

Während der Pie im Ofen ist, den Salat zubereiten. Praktischerweise kann man dafür die Reste der Bohnen- und Maisdose sowie die andere Hälfte der Paprikaschote verwenden.

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TexMex-Salat für 3 Personen

Zutaten:

  • 2 – 3 Tomaten
  • 1/2 Dose rote Bohnen (Füllmenge 420 g)
  • ca. 100 g Mais
  • 1/2 rote Paprikaschote
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 milde, grüne Chilischote
  • 1/2 – 1 Limette, Saft
  • frischer Koriander
  • etwas Salz

Zubereitung:

Gemüse, Zwiebel und Knoblauch putzen und in kleine Stücke schneiden. Die Chilischote aufschneiden, die Kerne entfernen, danach fein hacken.

Alles in einer Schüssel miteinander vermischen. Mit Limettensaft, etwas Salz und dem frischen Koriander abschmecken, danach kurz durchziehen lassen.

Zum TexMex-Pie servieren.

Rindsrouladen

IMG_2221Rindsrouladen sind so ein ganz klassisches Sonntagsessen aus meiner Kinderzeit. Das Rezept ist bodenständig und ohne viel Firlefanz, sicher kann man der Sauce mit etwas Rotwein und Kräutern wie Thymian oder Rosmarin noch eine etwas andere Note verleihen, allerdings ist das bei diesen geschmorten Rindsrouladen gar nicht unbedingt nötig. Unser Familienrezept ist ein Grundrezept, so wie andere Familien das sicher auch haben, nicht ganz so üblich ist vielleicht die Würzung des Fleisches mit einer ordentlichen Menge Kümmel. Die Rouladen wurden zudem auch nicht, wie heute häufig praktiziert, im Backofen fertiggeschmort, sondern auf der Kochplatte. Der Grund? Der Backofen war in der Regel bereits durch den Sonntagskuchen belegt, jedenfalls dann, wenn wir Besuch erwarteten. Dies alles unter einen Hut zu bringen, erforderte eine gewisse Logistik in der Küche, besonders wenn zwischendurch noch die Wäsche auf die Leine gehängt werden sollte. Sie hat jedoch den entscheidenden Vorteil, dass man insgesamt nur relativ wenig Küchenzeit benötigt und die sich vermischende Düfte von süßem Kuchen und geschmorten Rouladen sind einfach nur köstlich.

Rindsrouladen (4 Stück)

Zutaten:

  • 4 RindsrouladenIMG_2224
  • Salz
  • Pfeffer
  • Kümmel
  • 2 – 3 TL Senf, mittelscharf
  • 8 Scheiben Speck
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 6 kleine Gewürzgurken oder Cornichons
  • 1 kleine Möhre
  • 1 kleines Stück Sellerie
  • 1 Stück Porree
  • 1 Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • ca. 3 EL Rapsöl
  • 300 – 400 ml Gemüse- oder Fleischbrühe
  • etwas Speisestärke
  • etwas Sahne
  • 1 – 2 TL Preiselbeermarmelade

Zubereitung:

Für die Vorbereitung der Rouladen sollte man ca. 20 Minuten einkalkulieren. Von den Rouladen zunächst evtl. vorhandene Hautreste und ggf. große Sehnen wegschneiden. Die Rouladen danach sanft von beiden Seiten klopfen.

Damit die Rouladen dann zügig gefüllt werden können, als nächstes die Zwiebel, Gewürzgurken und Speck in kleine Würfel schneiden.

Die Rindsrouladen nun von beiden Seiten salzen und pfeffern. Danach auf der Innenseite mit Kümmel bestreuen und jeweils mit einem reichlichen 1/2 TL mittelscharfem Senf bestreichen.

Nun jeweils 1/4 des gewürfelten Specks, der Zwiebel und der Gewürzgurken auf die eine Seite der Roulade legen und das Fleisch darüber einrollen. Damit die Rouladen sich während des Bratens nicht wieder auseinanderrollen oder die Füllung seitlich austritt, das Fleisch mit jeweils 2 Rouladennadeln befestigen.

Als nächstes das Saucengemüse (Möhre, Sellerie oder anderes Wurzelgemüse, Zwiebel, Porree) putzen und in nicht zu kleine Stücke schneiden.

Die Rouladen ringsherum in einem Fleischtopf in Rapsöl scharf anbraten, bis das Fleisch eine braune Färbung angenommen hat. Das dauert 10 – 15 Minuten, je nach Größe der Rouladen. Gegen Ende der Anbratzeit das Saucengemüse kurz mit anschmoren.

Nun die Gemüse- oder Fleischbrühe angießen, bis die Rouladen zu etwa der Hälfte mit der Flüssigkeit bedeckt sind. Das ganze dann für etwa 1,5 Stunden bei schwacher Hitze (auf der Kochplatte) und mit einem Deckel abgedeckt schmoren lassen. Die Rouladen dabei mehrmals wenden.

Für die Saucenbereitung die Rouladen aus dem Topf heben. Die Sauce mit etwas in kaltem Wasser verquirlter Speisestärke binden, dafür diese einmal aufkochen lassen. Danach mit Salz, Pfeffer und Preiselbeermarmelade abschmecken und ggf. noch ein bisschen Sahne angießen.

Dazu passen Salzkartoffeln und diverse Gemüsesorten, wie z.B. Möhren, Erbsen, Kohlrabi, grüne Bohnen, Blumenkohl, Brokkoli. Da hat man also die freie Auswahl.

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Chili con Carne mit einem Hauch von Schokolade

IMG_5743Wandern waren wir heute – einen ganzen Tag nichts anderes tun als durch frühlingsgrünen Wald, über Berge und Hügel hinab ins Tal zum Fluss und wieder hinaufzuwandern, das ganze bei bestem Wanderwetter, wenn man mal von dem Gewitter absieht, das uns auf dem Rückweg versuchte zu verfolgen. Herrlich! Jetzt liegen wir also angenehm ausgepowert, frisch geduscht und mit vollem Bauch auf dem Sofa und freuen uns über den tollen Tag und das leckere Essen. Falls ihr noch wissen wollt, wo wir gewandert sind, nun um unseren halben Ort Mulda herum. Angefangen hatte es damit, dass ich mir beim Blick aus dem Fenster die Frage stellte, ob wir eigentlich schon jemals auf dem in zweiter Reihe gegenüberliegenden Berg gewesen sind. Wir waren unschlüssig – seit heute wissen wir jedoch, wie die Aussicht von da oben ist. Seit heute wissen wir auch, dass ein Chili con Carne durch die Zugabe von etwas dunkler Schokolade sich geschmacklich noch einmal deutlich verbessert. Für alle hungrigen Wanderer gibt es daher jetzt das Rezept.

Chili con Carne mit einem Hauch von Schokolade für 3 Personen

Zutaten:

  • 400 g Hackfleisch (am besten vom Kalb, Schwein ist auch möglich)
  • etwas Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Paprikaschoten (grün, gelb)
  • 1 kleine Dose Tomatenmark (70 g)
  • 1 Dose stückige Tomaten (400 g)
  • 1 Dose rote oder schwarze Bohnen (225 g Abtropfgewicht)
  • 400 – 500 ml Gemüsebrühe
  • 3 mittelgroße Kartoffeln
  • Salz
  • Pfeffer
  • ca. 1 TL brauner Zucker
  • ca. 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • ca. 1/2 Chilischote (je nach Schärfe auch weniger)
  • ggf. getrocknete Chiliflocken oder Chiliwürzer
  • 1/4 – 1/2 TL Zimt
  • 25 g dunkle Schokolade (mind. 55 % Kakao, gern 70 %)
  • 3 Limettenscheiben
  • ca. 3 EL Crème fraîche

Zubereitung:

Zwiebel und Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Paprika und Chilischote putzen und in kleine Stücke schneiden. Kartoffeln schälen und ebenfalls in kleine Würfel schneiden.

Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und darin das Hackfleisch zusammen mit der Zwiebel und dem Knoblauch unter mehrmaligem Rühren anbraten, bis es durch und leicht gebräunt ist. Das Hackfleisch dabei mit Salz und Pfeffer und ggf. den ersten Chiliflocken würzen.

Währenddessen in einem Topf die Kartoffelstücke in Salzwasser knapp gar kochen (ca. 10 Minuten) lassen. Das Wasser abgießen und die Kartoffelstücke zunächst zur Seite stellen.

Im Suppentopf etwas Olivenöl erhitzen und die Paprikastücke sowie die Chilischote darin für ca. 5 Minuten unter Rühren anbraten.

Danach das Hackfleisch aus der Pfanne, das Tomatenmark, die stückigen Tomaten und 400 ml der Gemüsebrühe hinzufügen. Die Gewürze mit Ausnahme der Schokolade ebenfalls in das Chili con Carne geben und alles abgedeckt für ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis die Paprikastücke weich geworden sind. Da der Schärfegrad von Chilischoten stark variieren kann, bitte unbedingt das Chili abschmecken, bis man die individuell angenehme Schärfe erreicht hat.

Die Bohnen gut unter fließendem Wasser abspülen. Nun die Bohnen, die Schokolade und die gekochten Kartoffeln zugeben und das Chili für weitere 10 Minuten köcheln lassen, bis die Bohnen und Kartoffeln warm geworden sind. Alles nochmals abschmecken. Sollte das Chili zu dickflüssig erscheinen, dann noch die restliche Gemüsebrühe hinzufügen.

Das Chili con Carne auf Teller verteilen, in die Mitte etwas Crème fraîche geben und ein wenig Limettensaft darüberträufeln – genießen.