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Lila Herbstbeeren-Smoothie

IMG_3681Beeren sind gut für uns. Soweit kann man wohl die ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse zusammenfassen. Allgemein gelten die verschiedenen Beeren mit ihren Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen als gesundheitsförderlich. In eine detaillierte Diskussion über “Superfood” oder einzelne präventive Wirkungen der Beeren möchte ich mich hier jetzt nicht einlassen. Häufig ist die wissenschaftliche Studienlage dazu zu dünn, zu widersprüchlich oder die Ergebnisse beruhen auf methodisch nicht ausgereiften Studien. Für einen Epidemiologen durchaus mitunter frustrierend, wie einzelne Produkte teuer vermarktet werden, ohne dass die angepriesenen Vorteile wirklich zuverlässig wissenschaftlich nachgewiesen worden sind.

Anyway, für mich besteht der Reiz der Beerenverarbeitung nicht zuletzt auch darin, dass diese uns teils völlig kostenlos durch die Natur zur Verfügung gestellt werden oder wir sie einfach selbst anbauen können. Deshalb verarbeiten wir mit großem Vergnügen u.a. Holunder- und Heidelbeeren, ebenso wie Brom- und Himbeeren. Einfach im Wald sammeln, verarbeiten und fertig. Ein kleines Work-out an frischer Luft gibt es gleich noch gratis dazu. Und sollte es dann am Abend regnen, kann man es sich mit diesem veganen Herbstbeeren-Smoothie auf dem Sofa bequem machen.

Jetzt bin ich schon gespannt, was den anderen Bloggern zum Eventthema Holunderbeeren auf dem Gärtnerblog eingefallen ist.

Lila Herbstbeeren-Smothie für 2 Personen (ergibt ca. 700 ml)

Zutaten:

  • 3 dl Holunderbeersaft
  • 2 Handvoll Heidelbeeren
  • 10 – 15 Aronia* (botanisch keine Beere, ich weiß)
  • 1 Handvoll schwarze Johannisbeeren (im Sommer eingefrostet)
  • 1 Handvoll Brombeeren
  • 3 dl Hafermilch, alternativ Reis- oder Mandelmilch
  • ggf. noch ein bisschen Zucker, wenn notwendig

Zubereitung:

Den Holunderbeersaft wie hier beschrieben herstellen. Die restlichen Beeren waschen und ggf. verlesen.

Nun alle Zutaten mit Ausnahme des Zuckers in einen Mixer geben und gut pürieren. Sollte der Smoothie zu dick erscheinen, dann einfach etwas mehr Hafermilch dazugeben.

Anstelle der Hafermilch kann man ebenso Reis- oder Mandelmilch verwenden, unser Favorit ist in diesem Fall jedoch die Hafervariante.

Nun den Smoothie eventuell noch mit etwas Zucker oder einem Steviaprodukt abschmecken, wenn einem dies als notwendig erscheint.

Damit bleibt nur noch zu sagen: Enjoy and relax!

* Noch eine kleine Anmerkung zur Aronia. Roh enthält diese geringe Mengen an Blausäure, die unser Körper jedoch gut entschärfen kann. Trotzdem würde ich keine großen Mengen rohe Aronias essen. Wer besondere Bedenken hinsichtlich der Blausäure hat, könnte die kleinen Kerne, die in der Aronia enthalten sind, entfernen. In diesen befindet sich die höchste Konzentration an Blausäure. Der Vorteil der Rohverarbeitung der Aronia liegt darin, dass alle Vitamine unbeschadet erhalten bleiben. Daher sollte jeder selbst für sich Vor- und Nachteil der Verwendung roher Aronias abwägen, der Smoothie schmeckt sicher auch ohne Aronia.

Holunderbeersaft ohne Entsafter

IMG_3645Die Holunderbeersaison hat bei uns noch nicht begonnen, allerdings sind wir hier im Erzgebirge auch immer spät dran, wenn es um die Ernte verschiedener Beeren geht. Damit die Rezepte nicht wieder zu spät für diejenigen kommen, die in wärmeren Bereichen Deutschlands wohnen, habe ich zwei Rezepte vom letzten Jahr hervorgeholt, die ich mit euch teilen will. Im ersten entsteht Holunderbeersaft, den man wunderbar mit Wasser oder Tee mischen oder als Grundlage für Smoothies verwenden kann. Zur Saftherstellung benötigt man in diesem Fall keinen Entsafter, sondern nur einen Topf, ein Sieb, ein Tuch und seine Hände. Falls ihr noch allgemeine Hinweise zum Pflücken und Putzen der Holunderbeeren benötigt, könnt ihr diese hier finden.

Holunderbeersaft (ca. 1,3 l)

Zutaten:

  • 500 g Holunderbeeren (geputzt gewogen)
  • 1 l Wasser
  • 1 Zimtstange
  • ca. 50 g Zucker
  • Saft 1/2 Zitrone

Zubereitung:

Die reifen Holunderbeerdolden pflücken und in einem offenen Pappkorb ggf. bis zur Verarbeitung kühl zwischenlagern. Die Dolden gut waschen, danach die Beeren von den Dolden streifen. Dabei darauf achten, grüne (roh giftig) und vertrocknete (geben keinen Saft mehr) Beeren ebenso wie Kleingetier auszulesen.

Die Beeren in einem großen Topf (Holunderbeeren schäumen beim Kochen) zusammen mit dem Wasser, der Zimtstange und dem Zucker aufkochen und ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis sie anfangen zu zerfallen. Die Zimtstange entfernen. Danach alles in mehreren Durchgängen in ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb, das auf einer großen Schüssel steht, gießen und abtropfen lassen. Damit man eine möglichst große Saftausbeute erhält, ist es ratsam, das Tuch mitsamt den Beeren mit der Hand auszupressen. Dafür müssen die Beeren jedoch noch ordentlich heiß sein, gleichzeitig können sie nur in relativ kleinen Portionen ausgedrückt werden. Das ist für die Hände mit der Zeit unangenehm heiß. Die Beeren färben außerdem sowohl Tuch als auch Hände, dort besonders die Fingernägelränder, sehr schön lila ein, das sollte man also bedenken, falls man am Abend noch etwas vorhat ;-).

Den so erhaltenen Saft nochmals kurz aufkochen, danach mit Zitronensaft und ggf. weiterem Zucker abschmecken.

Den Saft kalt oder warm, verdünnt mit Wasser oder Tee trinken. Auch in lila Smoothies macht er sich gut, ein Rezept dazu gibt es morgen.

Der Saft verfügt über nicht genug Zucker, um lange haltbar zu sein, daher am besten kühl lagern und innerhalb der nächsten 2 – 3 Tage aufbrauchen.

 

Hefeklöße mit Holunderbeer-Apfel-Sauce

IMG_3673Wir beschließen die scheckenlaks-Holunderbeerwoche mit einer sehr schmackhaften Süßspeise, in der sich eine aromatische Sauce zu fluffigen Hefeklößen gesellt. Genau das richtige Essen, um den sonnigen Herbst zu genießen. Allerdings ist das Rezept in der Herstellung etwas zeitintensiv, da aber die Abende nun schon etwas dunkler und kälter sind, passt es gut nach einem aktivitätsreichen Tag draußen, bei dem man auch gleich die benötigte Menge Holunderbeeren pflücken kann.

Hefeklöße mit Holunderbeer-Apfel-Sauce für 3 Köpfe 🙂

Zutaten Hefeklöße:

  • 375 g Weizenmehl
  • ca. 210 ml Milch, ca. 30 °C warm
  • 2 Pr. Salz
  • 30 g Zucker
  • Schale von 1/4 Bio-Zitrone (kann weggelassen werden)
  • 1 Ei, zimmerwarm
  • 21 g Frischhefe oder 1 Pck. Trockenhefe
  • 30 g Butter, zimmerwarm

Zutaten Sauce:

  • 400 g Holunderbeeren (geputzt gewogen)
  • ca. 180 g säuerlicher Apfel
  • 1 Zimtstange
  • 2 Nelken
  • 1/4 TL Sternanis
  • 1/4 TL Koriander
  • 450 ml Wasser
  • ca. 60 g brauner Zucker
  • 190 ml Milch
  • 1,5 – 2 EL Kartoffelstärke (je nach gewünschter Konsistenz)

Zubereitung: IMG_3653

Man beginnt mit dem Ansetzen des Hefeteiges, da dieser ca. 1 Stunde gehen muss. Dafür vermischt man die zerbröckelte Frischhefe mit der ca. 30 °C warmen Milch und den weiteren Zutaten mit Ausnahme der Butter. Da das Mehl nicht immer identisch viel Flüssigkeit binden kann, sollte man zunächst nur 190 ml der Milch zugeben und den Rest erst dann einkneten, wenn der Teig zu fest erscheint.

Der Teig sollte möglichst intensiv für ca. 10 Minuten verknetet werden, damit die Hefeklöße groß, stabil und sehr locker werden. Das beste Ergebnis erzielt man, wenn man die Butter erst nach der ersten Knetzeit einarbeitet. Dazu gibt man die Butter in kleinen Stückchen in den Teig und knetet diesen für weitere ca. 10 Minuten bis er eine weiche, jedoch nur noch schwach klebende Konsistenz aufweist. IMG_3654

Den Teig danach abgedeckt in einer Schüssel für etwa 1 Stunde an einem warmen Ort (Sonnenfenster oder Heizungsnähe, ca. 22 °C) gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat.

Nach der Gehzeit, den Teig in der Schüssel kurz zusammenstoßen. Danach 10 Teigstücke zu etwa 70 g abstechen. Diese mit bemehlten Händen auf einer Arbeitsfläche zu runden, brötchenartigen Klößen formen und nochmals abgedeckt ca. 20 – 30 Minuten (je nach Temperatur) gehen lassen.

IMG_3657Zum Garen der Klöße verwendet man am besten 2 breite Töpfe, damit möglichst viele gleichzeitig fertig werden. Die Töpfe mit Wasser füllen und dieses zum Kochen bringen. Danach spannt man je ein großes Tuch straff über die Töpfe. Das Tuch darf das Wasser nicht berühren, da die Klöße nur durch den Wasserdampf gegart werden. Nun die Klöße mit entsprechend Abstand auf das Tuch legen, mit einem zweiten Tuch dicht abdecken und für 18 – 20 Minuten garen. Damit die fertigen Klöße nicht zusammenfallen, kann man diese entweder sofort auf dem Tuch aufreißen oder mit einem Holzstäbchen mehrmals einstechen.

Während der ersten Gehzeit des Teiges kann man mit der Zubereitung der Sauce beginnen. Generelle Hinweise zum Holunderbeerpflücken und -verlesen sind hier zu finden. Für die Sauce die Holunderbeeren und Äpfel waschen und putzen. Die Äpfel in kleine Stückchen schneiden. Danach die Beeren und Apfelstücke zusammen mit den Gewürzen und dem Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis die Beeren weich geworden sind.

Nun die Mischung durch ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb gießen, den Saft dabei auffangen. Für eine möglichst großes Saftausbeute, die Fruchtmasse noch etwas z. B. mithilfe eines Fleischklopfers auspressen.

Den so aufgefangenen Saft mit dem Zucker und dem Großteil der Milch mischen und erneut zum Kochen bringen. Ca. 3 EL der kalten Milch mit der Kartoffelstärke klümpchenfrei verquirlen und mit einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren in die heiße Sauce gießen. Die Sauce nochmals aufkochen und abschmecken, ggf. mehr Zucker zufügen. Sollte die Sauce noch zu dünn erscheinen, dann nochmals in kalter Milch verquirlte Kartoffelstärke einrühren und erneut aufkochen lassen.

Die Hefeklöße sofort nach dem Garen zusammen mit der Sauce servieren und genießen.

IMG_3662Wie man hier gut sehen kann, hatte ich die Hefeklöße beim Dämpfen etwas zu dicht nebeneinander gelegt, so dass sie leider an den Seiten etwas zusammengeklebt sind. Geschmeckt haben sie trotzdem ganz ausgezeichnet.

Holunderbeerlikör

IMG_3743Holunderbeerlikör oder auch Wintervorrat anlegen Teil 2. Aus Holunderbeeren kann man neben Gelee und Suppe nämlich auch noch andere leckere Sachen herstellen. Auch wenn ich mir bei derartiger Bevorratung manchmal wie ein Hamster oder Eichhörnchen vorkomme, so ist die Freude doch groß, wenn wir zu Weihnachten die erste Flasche des Likörs öffnen können.

Holunderbeerlikör (ergibt 2,5 l)

Zutaten:

  • 750 g Holunderbeeren (geputzt gewogen)
  • 300 ml Wasser
  • 500 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1,5 l Vodka oder Vodka Citron oder hellen Aquavit (Alkoholgehalt ca. 40 %)

Zubereitung:

Die Holunderbeeren wie hier beschrieben pflücken, danach waschen und putzen. Die Beeren danach zusammen mit dem Wasser aufkochen und für ca. 10 Minuten köcheln lassen, bis sie weich geworden sind. Die Masse nun in ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb gießen und abtropfen lassen. Den Saft dabei auffangen. Die meiste Saftausbeute erzielt man, wenn man die Holunderbeermasse im Tuch noch etwas, z. B. mit den Händen (Achtung: Violettfärbung) oder einem Fleischklopfer auspresst.

Der Saft wird mit dem Zucker und dem Vanillezucker vermischt und unter Rühren kurz aufgekocht, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Den Saft anschließend wieder abkühlen lassen. Als Ergebnis sollte man ca. 1 l Saft erhalten haben.

Zum Schluss wird der kalte Saft mit dem Vodka oder hellen Aquavit im Mischungsverhältnis 1:1,5 (Saft zu Vodka) vermischt. Wer den Likör eher süß mag, kann auch 1:1 mischen. Neben Vodka oder Aquavit kann auch anderer heller Kornschnaps verwendet werden, Doppelkorn eignet sich jedoch nicht. Nach dem Mischen den Likör sofort in gut ausgespülte Flaschen füllen, fest zuschrauben und an einem kühlen Ort (Kühlschrank, Keller) mindestens 4 Wochen durchziehen lassen, ehe man ihn probiert. Unserer Erfahrung nach wird er umso besser, je länger er ziehen darf. Wir haben gerade jetzt erst die letzte Flasche der vorjährigen Produktion geöffnet, sehr lecker.

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Holunderbeersuppe

IMG_3768Heute kann ich endlich einmal wieder ein für das Erzgebirge ganz typisches Traditionsessen präsentieren – die Holunderbeersuppe. Wie so häufig bei Traditionsessen galt auch diese Suppe als arme Leute Essen und geriet wohl dadurch etwas in Vergessenheit. Das hat sie jedoch überhaupt nicht verdient, denn sie schmeckt sehr gut, fruchtig frisch, leicht süß und herbstlich aromatisch. Zusätzlich erzeugt sie jede Menge Wärme im Körper, das macht sie im Herbst noch sympathischer.

Unser Hausrezept basiert auf einer Anleitung, die wir in dem alten Kochbuch meiner Oma gefunden haben. Wir haben einige kleine Änderungen vorgenommen und noch ein paar Gewürze hinzugefügt, die wir heute im Gegensatz zu den 1930er Jahren sicher viel einfacher verfügbar haben. Der Suppeneinlage sind wir jedoch treu geblieben, bei meiner Oma wurde einfach nur Zwieback hineingebrockt, Punkt und lecker. Andere Varianten wie Weißbrot oder Grießklößchen könnte man sicher auch wählen.

Sehr lustig fand ich übrigens, dass damals in den Rezepten noch nicht für 4 Personen gekocht wurde, sondern für 4 Köpfe. Fragt sich, wo da der Rest der Körper war :-).

Holunderbeersuppe für 4 Köpfe

Zutaten:

  • 500 – 600 g Holunderbeeren (geputzt gewogen)
  • 2 große, säuerliche Äpfel
  • 750 ml Wasser
  • 1 Pr. Salz
  • 1 Zimtstange
  • 3 Nelken
  • 1 Sternanis oder 1/4 TL Sternanispulver
  • 3 grüne Kardamomkapseln oder 1/4 TL gemahlener Kardamom
  • 50 – 60 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 2 EL Kartoffelstärke
  • 5 EL kaltes Wasser
  • 150 – 200 ml Rotwein, trocken oder Milch
  • ca. Saft 1/2 Zitrone
  • ggf. Zimt- und Kardamompulver
  • 12 Zwiebäcke

IMG_3757Zubereitung:

Für generelle Tipps zum Pflücken und Verarbeiten der Holunderbeeren siehe hier. Die Holunderbeeren und Äpfel waschen und putzen. Äpfel in kleine Stücke schneiden.

Die Holunderbeeren zusammen mit den Äpfeln und dem Wasser sowie dem Salz, der Zimtstange, den Nelken, dem Sternanis und den Kardamomkapseln in einem großen Topf mischen und zum Kochen bringen. Alles 10 – 15 Minuten köcheln lassen.

Danach die Suppe durch ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb gießen und die Fruchtmasse mit einem Fleischklopfer oder den Händen (Achtung färben sich lila ein) etwas ausquetschen.

Den so entstandenen Saft in einem Topf zusammen mit dem Zucker, dem Vanillezucker und dem Rotwein erneut zum Kochen bringen. Anstelle des Rotweins kann auch Milch verwendet werden.

Zum Andicken der Suppe die Kartoffelstärke in dem kalten Wasser klümpchenfrei verrühren. Diese Mischung unter Rühren mit einem dünnen Strahl in die heiße Suppe gießen, danach nochmals aufkochen lassen. Ist die Suppe immer noch zu dünn, etwas mehr der in kaltem Wasser gelösten Kartoffelstärke verwenden.

Die Suppe mit Zitronensaft, ggf. mehr Zucker, Zimt oder Kardamom abschmecken. Zum Anrichten je 3 Zwiebäcke pro Teller in Stückchen zerbrechen und mit der Suppe übergießen. Am besten schmeckt die Suppe, wenn sie heiß genossen wird, möchte man sie kalt essen, sollte man den Zuckeranteil etwas erhöhen.

Genießt den Herbst und diese wärmende, fruchtige Suppe.

Die Holunderbeersaison hat begonnen – Holunderbeergelee

IMG_3645Die Holunderbeersaison ist hier im Gebirge in vollem Gang. Wir waren auch fleißig und haben die sonntägliche Wandertour zum Pflücken einer ganzen Menge Dolden genutzt. In den letzten Jahren haben wir einige alte und neue Holunderbeerrezepte gesammelt, deshalb habe ich mir gedacht, den Blog für diese Woche unter das Motto “Holunderbeere” zu stellen.

Durch unsere Wohnlage direkt am Wald haben wir viele Holunderbeersträucher als direkte Nachbarn. Das Pflücken ist daher überhaupt kein Problem, etwas zeitaufwändiger ist dagegen das Putzen der Beeren, besonders wenn man den Beginn der Saison nicht abwarten konnte und zu früh geerntet haben sollte. Dann sind nämlich noch einige grüne Beeren an den Dolden, die man vor dem Verarbeiten entfernen muss. Für die Mühe wird man jedoch reichhaltig durch einen sehr aromatischen Geschmack des jeweiligen Endprodukts belohnt, so dass wir auch dieses Jahr wieder für den Winter vorgesorgt und knapp 11 Gläser Holunderbeergelee im Keller eingelagert haben.

Für diejenigen, die bisher noch nicht viel mit Holunderbeeren zu tun hatten, habe ich zunächst einige Hinweise zum Pflücken und Verarbeiten zusammengestellt, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Die Holunderbeeren sollten nur von Sträuchern gesammelt werden, die nicht direkt an Straßenrändern oder Bahndämmen stehen, da diese u. U. durch Schadstoffe bzw. Pestizide belastet sein könnten.
  • Man sollte nur reife Dolden mit dunkelvioletten bis schwarzen, jedoch noch nicht vertrockneten, Beeren pflücken, das erleichtert das Beerenputzen hinterher ganz erheblich.
  • Die Dolden am besten mit einer Schere vom Strauch schneiden, bei hohen Sträuchern leistet ein Rechen gute Dienste, um die Äste etwas herunterziehen zu können. Dabei bitte Vorsicht walten lassen, damit die Äste nicht abbrechen.
  • Gepflückte Dolden verderben schnell (Schimmelbildung, beginnende Vergärung), unserer Erfahrung nach sollte man sie spätestens am Tag nach dem Pflücken verarbeiten. Bis dahin am besten kühl lagern.
  • Grüne Beeren an den Dolden müssen beim Putzen entfernt werden.
  • Die Beeren enthalten einen wunderbaren lila Farbstoff, bei der Verarbeitung sollte man daher entsprechend vorsichtig mit empfindlichen Arbeitsflächen und Kleidungsstücken sein.
  • Beim Kochen entwickeln die Holunderbeeren ordentlich Schaum, daher immer einen großen Topf wählen.

So, jetzt kann es endlich losgehen. Das erste Rezept in der scheckenlaks-Holunderbeerenwoche ist Holunderbeergelee, sicher ein Klassiker, jedoch ungemein aromatisch, schmackhaft auf Brot, Brötchen, Waffeln oder auch im Winter zu Fleischgerichten.

Holunderbeergelee – Variante 1 (6,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 3,5 l geputzte Holunderbeeren ohne Dolde
  • 2 große säuerliche Äpfel

Der Dampfentsafter hat daraus ca. 1 l Saft produziert, der danach weiterverarbeitet wird.

  • 400 ml Rotwein, halbtrocken
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • Saft 1 Zitrone
  • 875 g Gelierzucker 2:1

Holunderbeergelee – Variante 2 (3,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 2,5 l geputzte Holunderbeeren ohne Dolde
  • 2 große säuerliche Äpfel

Der Dampfentsafter hat daraus 800 ml Saft produziert, der danach weiterverarbeitet wird.

  • 1 TL Zimt
  • 1/2 TL Kardamom
  • 1/2 TL Sternanis
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 500 g Gelierzucker 2:1

Zubereitung: IMG_3711

Die reifen Holunderbeerdolden pflücken und in einem offenen Pappkorb ggf. bis zur Verarbeitung kühl zwischenlagern. Die Dolden gut waschen, danach die Beeren von den Dolden streifen. Dabei darauf achten, grüne (roh giftig) und vertrocknete (geben keinen Saft mehr) Beeren ebenso wie Kleingetier auszulesen. Die Äpfel ebenfalls waschen, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in Stücke schneiden. Ist dieser Schritt geschafft, geht die Weiterverarbeitung wie am Schnürchen.

Die Beeren nun zusammen mit den Apfelstücken in einen Dampfentsafter geben und für 45 Minuten (Gebrauchsanweisung des Dampfentsafters beachten) entsaften. Hier lohnt es sich, den Saft gleich für beide Gelees zusammen herzustellen.

Wer keinen Dampfentsafter besitzt, kann hier schauen, wie man die Beeren auch ohne diesen um ihren Saft bringt. Dabei bekommt man allerdings wirklich sehr schön lila gefärbte Hände, das sollte man bei der Planung der folgenden Aktivitäten beachten.

Die weiteren Zutaten für die jeweilige Geleevariante zurechtstellen. Die zu verwendenden Gläser heiß auswaschen, die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Für die beiden Geleevarianten die entsprechende Saftmenge abmessen, mit den jeweiligen Zutaten in einem großen Topf vermischen und zusammen mit dem Gelierzucker unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.

Das Gelee für 3-4 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen, dabei regelmäßig rühren und den sich reichlich bildenden Schaum abschöpfen.

Das Gelee danach sofort in die ausgespülten Marmeladengläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Ob man die Gläser danach kurz umdreht und auf den Deckel stellt oder nicht, sollte jeder selbst entscheiden, wir tun es nicht und haben bisher keine Nachteile erfahren.

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Holunderblütentee

IMG_2436Heute gibt es noch einmal ein einfaches Holunderblütenrezept, ehe die Saison endet. Die Blüten duften herrlich, süßlich frisch, jedenfalls dann, wenn es nicht gerade regnet.

Aus den frischen Blüten kann man einen leckeren Tee herstellen, der mit etwas Honig gesüßt werden kann.

Zutaten:  IMG_2449

  • 4-5 mittelgroße Holunderblütendolden 
  • 1,7 l Wasser
  • ca. 0,5 TL Honig pro Tasse

Zubereitung:

Die Holunderblütendolden möglichst erst kurz vor der Verwendung ernten. Die Dolden ausschütteln und von ggf. vorhandenem Kleingetier befreien, evtl. kurz waschen, dabei verlieren sie jedoch etwas an Aroma. Die Blüten mithilfe einer Schere von den Dolden schneiden, dabei darauf achten, möglichst wenig von den grünen Stielen mit in den Tee zu bekommen.

Die Blüten in eine Teekanne geben und mit heißem, jedoch nicht mehr kochendem Wasser übergießen. Den Tee ca. 5 Minuten ziehen lassen, danach durch ein Sieb gießen, mit Honig süßen und heiß genießen.

Aufgrund der möglichen Schadstoffbelastung sollten keine Dolden von Holunderbeersträuchern verwendet werden, die unmittelbar an Straßenrändern oder Bahndämmen wachsen.

Holunderblütengelee

IMG_2432Endlich, endlich hat es dieses Jahr auch unser Holunder im Erzgebirge geschafft, Blüten zu produzieren. In vielen wärmeren Regionen ist die Blüte wahrscheinlich schon vorbei, aber für alle Gebirgler und andere Kaltwetterregionenbewohner dürfte das Rezept für einen Holunderblütengelee noch rechtzeitig kommen.

Das Ernten der Holunderblütendolden ist recht einfach, wenn man mit Schere, Spankorb und einem Gegenstand (z. B. Hacke oder Rechen) zum sanften Herunterziehen von Ästen bewaffnet losgeht. Um das volle Aroma der Holunderblüten zu erhalten, sollte man zum einen nur vollreife, duftende Blütendolden mitnehmen, zum anderen diese an einem sonnigen Tag mittags oder nachmittags ernten. Keinesfalls sollte man sie direkt nach einem Regenguss vom Baum schneiden, dann schmeckt das Gelee mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich wenig nach Holunderblüten. Außerdem sollte man wegen der unter Umständen hohen Schadstoffbelastung nicht direkt an Straßenrändern oder Bahndämmen ernten.

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Holunderblütengelee für 13 Gläser (je 350 ml)

Zutaten:

  • 35 – 50 mittelgroße Holunderblütendolden (je nachdem, wie intensiv das Gelee nach den Blüten schmecken soll)
  • 1,5 l klarer Apfelsaft
  • 1,5 l Wasser
  • Saft von 1,5 Zitronen
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • 3,5 Pck. Gelierzucker (2:1)

Zubereitung:

Die Holunderblüten nach der Ernte möglichst sofort weiterverarbeiten. Die Blütendolden können kleine Spinnen, Schnecken, Läuse und anderes Getier enthalten, diese muss man auslesen bzw. aus den Dolden herausschütteln. Ob man die Blütendolden kurz mit Wasser abspült, sollte jeder selbst entscheiden. Man verliert dadurch etwas Aroma, entfernt jedoch auch einiges des Kleingetiers ganz effektiv. Danach werden die weißen Blüten mithilfe einer Schere abgeschnitten. Dabei sollte man darauf achten, möglichst wenig vom grünen Stiel mit in den Geleeansatz zu bekommen. Dieser Arbeitsschritt ist etwas zeitaufwändig.

Die Blüten nun in einer großen Schüssel mit dem Wasser, dem Apfelsaft, der Zitrone und dem Vanillezucker vermischen und für ca. 24 h abgedeckt an einem kühlen Ort durchziehen lassen.

Am nächsten Tag zunächst die zu befüllenden Gläser heiß auswaschen, die Schraubdeckel bei bereits gebrauchten Gläsern am besten kurz in kochendes Wasser einlegen.

Den Geleeansatz durch ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb gießen. Daran anschließend den im Tuch verbliebenen Blütenrest leicht ausdrücken. Die so entstandenen 3 l Flüssigkeit jetzt am besten in 2 Portionen teilen und nacheinander verarbeiten, dann hat man es beim Abfüllen in die Gläser etwas einfacher.

Nun in einem großen Topf den Saft mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen. Wir verwenden in der Regel 1 Pck. Gelierzucker für 850 ml Saft, da der enthaltene Apfelsaft beim Gelieren hilfreich ist. Das Gelee wird dadurch nicht ganz so süß. Wer das Gelee ganz stichfest mag, sollte das Saft zu Gelierzuckerverhältnis jedoch so wählen, wie auf der Gelierzuckerpackung angegeben.

Das Gelee nun unter häufigem Rühren aufkochen und ca. 1 Minute kochen lassen. Danach sofort heiß in die ausgespülten Gläser füllen. Dabei am besten einen Einfülltrichter verwenden, da kein Gelee auf den Glasrand tropfen sollte. Die Gläser sofort fest zuschrauben.

Beim Gelee- bzw. Marmeladekochen gibt es, so scheint es mir zumindest, einige alt überlieferte Bräuche. Meine Oma schwor z.B. darauf, die vorbereiteten Gläser auf ein feuchtes Tuch zu stellen und erst dann mit dem heißen Gelee zu befüllen, da sie sonst platzen könnten. Ob da etwas dran ist, kann ich jedoch nicht sagen. So ähnlich scheint es sich auch mit dem Glasumdrehen nach dem Befüllen mit dem Gelee zu verhalten. Wir tun es nicht und haben trotzdem keine Schimmelprobleme, da sollte also am besten jeder für sich selbst entscheiden, welche Bräuche bzw. Gewohnheiten er befolgen möchte.

Wir haben dieses Jahr probiert, ein paar Holunderblüten aus dekorativen Gründen mit in das Gelee zu geben. Das war jedoch nicht so erfolgreich, da sie alle oben im Glas schwimmen. Deshalb würden wir das nicht wiederholen.

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