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Quitten-Apfel-Gelee

IMG_0732Gestern Abend haben wir uns endlich unseren Quittenvorräten im Keller gewidmet. Die Birnenquitten haben die Lagerzeit zum Nachreifen genutzt und sehen jetzt wunderschön gelb aus.

Da wir für Marmelade- oder Geleekochen gern vorrätige Zutaten aus eigener Ernte verwenden, fiel die Wahl auf ein Quitten-Apfel-Gelee. Dieses Mal sollte es eine einfache Variante werden, in der man deutlich die Aromen von Apfel und Quitte schmecken könnte, deshalb wurden alle Gewürze außen vor gelassen.

Das Ergebnis ist ein oranger Gelee, der nicht so süß, dafür jedoch sehr aromatisch ist. Quitte und Apfel passen wunderbar zusammen. Dank des verwendeten Dampfentsafters ist das Gelee auch ohne viel Arbeitsaufwand herzustellen, der Einsatz eines scharfen Messers zum Quittenteilen lohnt jedoch trotzdem.

Quitten-Apfel-Gelee (ca. 8 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 3 l Apfelstücke
  • ca. 3 l Quittenstücke (wir hatten Birnenquitten)
  • Saft von 2 Zitronen
  • 2 Pck. Gelierzucker 2:1

Zubereitung:

Die Äpfel und Quitten waschen, putzen und in samt Schale und Kerngehäuse in Stücke schneiden. Sollten die Quitten nach dem Waschen noch “Pelz” haben, dann diesen mithilfe von Küchentüchern abreiben. Die Härchen enthalten nämlich Bitterstoffe, die man nicht im Gelee haben möchte.

Die Fruchtstücke in einen Dampfentsafter geben und für 60 – 90 Minuten (Gebrauchsanweisung des Dampfentsafters beachten) entsaften.

Währenddessen die zu verwendenden Gläser heiß auswaschen, die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Nun die entstandene Saftmenge abmessen, wir erhielten 1,6 l Saft. Damit entschieden wir uns, 2 Pck. Gelierzucker zu benutzen, da wir das Gelee nicht so fest mögen.

Den Saft nun mit dem Zitronensaft und dem Gelierzucker in einem großen Topf vermischen und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.

Das Gelee für 3-4 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen, dabei regelmäßig rühren und den sich bildenden Schaum abschöpfen.

Das Gelee danach sofort in die ausgespülten Marmeladengläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Ob man die Gläser danach kurz umdreht und auf den Deckel stellt oder nicht, sollte jeder selbst entscheiden, wir tun es nicht und haben bisher keine Nachteile erfahren.

Norwegische Apfelmarmelade

IMG_0577Heute ist norwegischer Apfeltag, ein Tag, der den in Norwegen angebauten Exemplaren des Obstes gewidmet ist. Eine schöne Idee, um die Qualität und Wertigkeit des einheimischen Obstes zu würdigen.

Nun haben wir zurzeit zwar keine norwegischen Äpfel, dafür jedoch anständige Exemplare aus unserem erzgebirgischen Garten. Diese haben wir unter anderem zu einer norwegischen Apfelmarmelade verarbeitet. Diese minimalistisch anmutende, den Apfelgeschmack betonende Marmelade genießt in ihrem Heimatland große Verbreitung und Popularität. Es gibt sie im Gegensatz zu Deutschland in jedem Supermarkt zu kaufen, noch viel besser schmeckt sie allerdings in der selbst gekochten Variante, ergänzt um Zimt und Zitronensaft.

Da es in Norwegen keinen Gelierzucker gibt, wird normaler Zucker verwendet. Dadurch darf beim Kochen der Apfelstückchen nur wenig Wasser zugesetzt werden, was den Geschmack der Marmelade intensiviert. Gleichzeitig sorgt das Pektin der Äpfel für ausreichende Festigkeit, so dass die Marmelade nicht von der Brotscheibe läuft. So entsteht eine fruchtige, nicht zu süße Marmelade, die einfach nur lecker schmeckt.

Norwegische Apfelmarmelade (ca. 4,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 1,4 kg säuerliche, saftige Äpfel (geputzt und geschält gewogen)
  • 50 ml Wasser
  • 1 – 1,5 Zimtstangen
  • Saft von 1 Zitrone
  • 350 – 400 g Zucker

Zubereitung:IMG_0571

Die Äpfel waschen, schälen und das Kerngehäuse entfernen. Das Fruchtfleisch in Stücke schneiden.

Die Äpfel nun mit dem Wasser, dem Zitronensaft und den Zimtstangen in einen Topf geben und alles für ca. 20 – 25 Minuten köcheln lassen, bis die Äpfel stückig zerfallen sind. Eventuell kann man dem Zerfall mit einem Kartoffelstampfer etwas nachhelfen, jedoch sollten einige Apfelstücke im Gegensatz zum Apfelmus erhalten bleiben.

Danach den Zucker zugeben. Die Menge richtet sich je nach Säuerlichkeit der Äpfel und der gewünschten Süße für die Marmelade. Wir tendieren eher zu 350 g Zucker bei ziemlich sauren Äpfeln.

Die Marmelade nun für weitere 5 – 6 Minuten köcheln lassen, bis sie etwas, dank des Apfelpektins, eingedickt ist.

Die Marmelade heiß in die vorbereiteten Gläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Aufgrund des nicht allzu hohen Zuckergehalts ist die Apfelmarmelade nur eingeschränkt haltbar. Am besten ist es daher, sie entweder in Portionen einzufrieren oder die Gläser zumindest in den Kühlschrank zu stellen.

Apfelstrudelmarmelade mit Rum und Rosinen

IMG_0595Das ist die perfekte Marmelade für alle, die Apfelstrudel oder Apfelkuchen mit Rosinen mögen. Mit ihr kann man ohne Weiteres ein Stück helles Brot oder Brötchen am Sonntagmorgen in einen kuchenähnlichen Genusshappen verwandeln. So gefällt mir die Apfelverwertung!

Apfelstrudelmarmelade mit Rum und Rosinen (ca. 5 Gläser zu 250 ml)

Zutaten:

  • 1,2 kg Äpfel (geputzt und geschält gewogen)
  • 50 ml Wasser
  • Saft von 1 großen Zitrone
  • 100 g Rosinen
  • 100 ml Rum
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 500 g Gelierzucker 2:1

Zubereitung:

Die Rosinen waschen und in einer Schüssel mit dem Rum übergießen. Durchziehen lassen, während man die Äpfel vorbereitet.

Die Äpfel waschen, putzen, schälen und das Fruchtfleisch in Stücke schneiden.

Apfelstücke, Wasser und Zitronensaft in einem großen Topf aufkochen und 20 – 25 Minuten unter gelegentlichem Umrühren köcheln lassen, bis die Apfelstücke weich geworden sind. Wir mögen die Marmelade stückig, daher verzichten wir auf das Pürieren mit einem Stabmixer.

Während die Apfelstücke kochen, die zu verwendenden Gläser heiß auswaschen und die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Nun Zimt, Vanillezucker, Gelierzucker, Rosinen und den gesamten “Einweich”Rum in die Marmeladenmasse einrühren und alles zusammen unter Rühren zum Kochen bringen. Die Marmelade für 3-4 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen.

Da die Äpfel bereits durch ihren Pektingehalt gut beim Gelieren helfen und wir keine so feste Marmelade mögen, fanden wir 500 g Gelierzucker ausreichend. Süß genug wird die Marmelade trotzdem.

Die Marmelade heiß in die vorbereiteten Gläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Süß-sauer eingelegte grüne Bohnen

IMG_6922Eingelegte grüne Bohnen aus der Gartenernte … oder auch auf der Suche nach dem Rezept aus meiner Kinderzeit. Ich kann mich genau daran erinnern, dass es diese Bohnen früher bei uns gab, ich habe sie geliebt. Doch dann wurde der Platz in unserem Hausgarten eng – mein Vater hatte in unserem mehrere Obstbäume gepflanzt – das Bohnenbeet musste weichen. Für mehrere Jahre. Ohne Eigenernte gab es auch keine eingelegten Bohnen mehr. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn während dieser Zeit nicht das Rezept spurlos verschwunden wäre. Alle Kochbücher und Aufzeichnungen haben meine Mutter und ich seither durchsucht, aber das Rezept ist und bleibt weg. So ein Quatsch.

Inzwischen haben wir uns gemeinsam auf die Suche nach dem Geschmack der damals hergestellten Bohnen begeben und haben mehrere Zubereitungsarten ausprobiert. Mit Erfolg. Das folgende Rezept schmeckt fast identisch verglichen mit meiner Erinnerung. Vielleicht fehlt noch irgendetwas, vielleicht ist aber auch die Erinnerung nur falsch. So genau kann man das ja immer nicht wissen. Auf jeden Fall sind die Bohnen gut und da ist es ja eigentlich unerheblich, ob sie genauso wie früher schmecken. Daher geht es jetzt ran, an die Bohnen aus dem Garten.

Süß-sauer eingelegte grüne Bohnen

Zutaten Bohnen:

  • 650 g grüne Bohnen
  • ca. 2 TL Salz

Zutaten Sud:

  • 750 ml Wasser
  • ca. 5 EL Essig (10 %)
  • 3 mittelgroße Zwiebeln (rot oder weiß)
  • 30 g frischer Meerrettich
  • 3 EL Zucker
  • ca. 2,5 TL Salz
  • 3 TL Senfkörner
  • ca. 1/2 TL Pfeffer
  • 3 TL frische Bohnenkrautblättchen
  • 2 TL frischer Dill, gehackt
  • ca. 5 große Stängel Petersilie

Zubereitung:

Die Bohnen gut waschen, die Enden abschneiden und evtl. vorhandene Fäden abziehen. Ausreichend Wasser in einem Topf zum Kochen bringen, Salz und Bohnen hinzufügen und alles für 10 – 12 Minuten köcheln lassen. Danach die Bohnen in ein Sieb abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken, damit der Kochvorgang beendet wird. Gut abtropfen lassen.

Während die Bohnen kochen, den Sud herstellen. Dazu die Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden, die Kräuter putzen und hacken sowie den Meerrettich dünn schälen und in kleine Stückchen schneiden.

Alle Zutaten des Suds in einem Topf zum Kochen bringen und 5 Minuten köcheln lassen. Danach etwas abkühlen lassen. Der Sud sollte intensiv würzig schmecken.

Die Bohnen nun mit dem Sud übergießen. Sie sollten vollständig davon bedeckt sein. Im Kühlschrank für 48 Stunden abgedeckt durchziehen lassen. Danach sind sie fertig zum Genuss.

Die Bohnen sind ca. 4 – 5 Tage im Kühlschrank haltbar, wichtig ist dabei, dass sie immer vom Sud bedeckt bleiben.

Wintermarmelade – Apfel, Grapefruit, Zimt und Zitrone

IMG_4283Die ersten Schneeflocken fallen, endlich. Ich kann es dieses Jahr kaum erwarten, dass die Skisaison anfängt und das “Zwischenwetter” (kein richtiger Herbst, aber auch noch kein Winter) des Novembers aufhört. Zur Überbrückung ist die Wintermarmelade vielleicht ganz hilfreich, wir haben sie gestern mit unseren letzten Äpfeln der Herbsternte hergestellt. Das wurde nun auch höchste Zeit, ehe sie in unserem Keller anfangen zu verfaulen. Die Marmelade schmeckt aromatisch, sehr frisch, nach Wintergewürzen und hat durch den Grapefruitanteil eine leichte bittere Note, die jedoch nicht so ausgeprägt ist wie in englischen Orangenmarmeladen, da die Äpfel dies mildern. Damit ist sie eine unserer Lieblingsapfelmischmarmeladen.

Wintermarmelade – Apfel, Grapefruit, Zimt und Zitrone (9 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 3,5 l Apfelstücke
  • 1 rote Grapefruit
  • 1 Sweetie
  • 1 Bio-Zitrone
  • 2 TL Zimt
  • 1 TL Kardamom
  • 1/2 TL Sternanis
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • ca. 500 ml Wasser
  • 2 Pck. Gelierzucker 2:1
  • 5 EL Cointreau (Orangenlikör)

Zubereitung:

Die Äpfel waschen, schälen, putzen und in kleine Stücke schneiden. Grapefruit und Sweetie schälen, das Fruchtfleisch ohne Zwischenhäute ebenfalls in Stücke zerteilen. Die Biozitrone sehr gut mit heißem Wasser waschen, die Schale dünn abschälen (nur das Gelbe) und in kleine Stücke hacken. Danach die Zitrone auspressen.

Apfelstücke, Grapefruit, Sweetie, Zitronensaft und -schale, Vanillezucker und Gewürze in einem großen Topf zusammen mit dem Wasser vermischen, aufkochen und ca. 15 Minuten unter gelegentlichem Umrühren köcheln lassen, bis die Apfelstücke weich geworden sind.

Währenddessen die zu verwendenden Gläser heiß auswaschen, die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Die Marmeladenmasse abwiegen, danach die benötigte Menge Gelierzucker (siehe Packungsanweisung) berechnen. Wir haben 2,35 kg Marmeladenmasse erhalten und uns daher für 2 Pck. Gelierzucker entschieden, da die Äpfel bereits durch ihren Pektingehalt gut beim Gelieren helfen und wir keine so feste Marmelade mögen.

Nun den Gelierzucker in die Marmeladenmasse einrühren und alles zusammen unter Rühren zum Kochen bringen. Die Marmelade für 3-4 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen, danach sofort mit einem Pürierstab kurz anpürieren, wenn man keine so stückige Marmelade haben möchte. Zum Schluss den Cointreau unterrühren und die Marmelade heiß in die vorbereiteten Gläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

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Apfelmus – gewürzt

IMG_3799Nachdem uns der Nachtfrost vor reichlich einer Woche zur Apfelernte gezwungen hatte, sind die derzeitigen Regentage prima zur Verarbeitung geeignet. Die meisten Äpfel lagern wir zunächst ein, um sie nach und nach frisch essen zu können. Unser Ökobaum produziert jedoch nicht nur 1A Qualität, sondern auch Wirtschaftsäpfel, die relativ schnell verarbeitet werden müssen. Zum Glück sind es dieses Jahr im Gegensatz zur letztjährigen Ernte nur wenige, wir müssen also nicht Äpfel in fast jedem Essen mehr oder weniger versteckt unterbringen und auch nicht 6 Sorten Apfelmarmelade herstellen :-), von der wir immer noch ordentlich Vorrat im Keller haben. Wir können uns also auf das Wesentliche konzentrieren und dazu gehört u.a. die Herstellung von richtig leckerem Apfelmus, das sehr viel besser schmeckt als die gekauften Varianten, die häufig nach viel Zucker und wenig Apfel schmecken. Wir ergänzen das Mus meist um einige Gewürze, lässt man diese weg, erhält man die klassische Variante, für die man nur Äpfel, Wasser, Zucker und etwas Zitronensaft benötigt.

Letztes Jahr haben wir mit gutem Erfolg probiert, den benötigten Zucker, teilweise oder insgesamt, durch Stevia (Dosierung entsprechend Empfehlung auf der Packung) zu ersetzen. Fazit war, man schmeckt einen Unterschied, an den man sich aber, wie wir fanden, gewöhnen kann, zumindest im gewürzten Apfelmus.

Apfelmus – gewürzt (3 Gläser zu 750 ml)

Zutaten:

  • 3,5 l säuerliche Äpfel (geputzt und geschnitten, evtl. geschält)
  • 500 ml Wasser (bei sehr saftigen Äpfeln reichen 400 ml Wasser)
  • Saft 1/2 Zitrone (verhindert Grauwerden des Apfelmus)
  • 1 TL Zimt, gemahlen
  • 1/2 TL Kardamom, gemahlen
  • 1/4 TL Sternanis, gemahlen
  • 1/4 TL Koriander, gemahlen
  • 2 – 3 gehäufte EL Zucker (je nach Süße der Äpfel)

Zubereitung: IMG_3871

Äpfel waschen, Kerngehäuse und alle Schadstellen entfernen, danach in Stückchen schneiden. Hat man einen leistungsstarken Pürierstab, muss man die Äpfel nicht unbedingt schälen.

Die Äpfel in einem großen Topf zusammen mit den Gewürzen, dem Zucker, Zitronensaft und Wasser für 10 Minuten köcheln lassen, bis die Stückchen weich geworden sind. Dabei gelegentlich umrühren.IMG_3875

Danach die Masse mit einem Pürierstab zu Mus verarbeiten. Diese abschmecken und ggf. mehr Zucker zufügen, danach nochmals umrühren.

Das Apfelmus sofort in Schraubgläser umfüllen und diese fest zuschrauben. Alternativ kann man es auch in Dosen umfüllen, etwas abkühlen lassen und danach einfrosten. Verwendet man die Gläservariante ist es wichtig, sowohl die Gläser als auch die Deckel vorher auszukochen, damit sie keimfrei werden. Unserer Erfahrung nach hält sich das Apfelmus darin 3-4 Monate. Soll es länger haltbar sein, empfiehlt es sich, das Mus auf die traditionelle Art richtig einzukochen. Wichtig ist auch noch, dass man bei Wiederverwendung von Gläsern, nur solche nehmen sollte, in denen vorher auch bereits ein süßer Inhalt war. Letztes Jahr ist uns ein ehemaliges Rote Bete Glas mit hineingerutscht, die erdige Note hat man im Apfelmus doch sehr deutlich geschmeckt ;-).

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Roter Johannisbeer Gelee – 3 Varianten

IMG_3001Nachdem wir im letzten Herbst unseren bereits älteren Roten Johannisbeerstrauch ordentlich ausgelichtet und im Frühjahr gut gedüngt haben, belohnt er uns mit einer großen Beerenanzahl an lang gewachsenen Rispen. Die Beeren sind gegenüber dem letzten Jahr auch wieder deutlich größer und süßer geworden. Eine regelmäßige Pflege des sonst ja häufig eher am Rand stehenden Johannisbeerstrauches lohnt wirklich.

Jetzt war es also an der Zeit, Teil 2 unserer Initiative zu starten, die Sommersonne in Gläsern für den Winter einzufangen, für Teil 1 waren ja bereits die schwarzen Johannisbeeren konserviert worden. In den letzten Jahren haben wir immer 2 Sorten Gelee gekocht, dieses Jahr ist eine neue spannende Variante dazugekommen, die wir bei Chili und Ciabatta (hier) entdeckt haben.

Roter Johannisbeer Gelee – Variante 1 (3,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 1 kg Rote Johannisbeeren ergeben ca. 800 ml Saft
  • 1 Pck. Gelierzucker 2:1
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • Saft 1/2 Zitrone

Diese Variante ist unsere bevorzugte zum Füllen von Pfefferkuchen, wie z.B. Honigkuchenherzen, in der Weihnachtsbäckerei.

Roter Johannisbeer Gelee – Variante 2 (3,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 1 kg Rote Johannisbeeren ergeben ca. 800 ml Saft
  • 1 Pck. Gelierzucker 2:1
  • 2 EL Kaffeebohnen
  • 20 einzelne Kaffeebohnen

Roter Johannisbeer Gelee – Variante 3 (3 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 500 g Johannisbeeren ergeben ca. 400 ml Saft
  • 425 g Gelierzucker 2:1
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1/2 TL Zimt
  • 250 ml Rotwein (Dornfelder, halbtrocken)

Zubereitung für alle 3 Varianten 

Die Roten Johannisbeeren gut waschen, Blättchen und kleine Spinnen auslesen. Wir entrispeln die Beeren vor dem Entsaften immer, aber im Dampfentsafter geht es wohl auch mit den Stielen, haben wir uns sagen lassen.

Die Beeren danach in einen Dampfentsafter geben und für 45 Minuten (Gebrauchsanweisung des Dampfentsafters beachten) entsaften.

Wer keinen Dampfentsafter besitzt, kann hier schauen, wie man die Beeren auch ohne diesen um ihren Saft bringt.

Die weiteren Zutaten für die jeweilige Geleevariante zurechtstellen. Die zu verwendenden Gläser heiß auswaschen, die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Für Geleevariante 2, 800 ml des heißen Saftes abmessen und 20 Kaffeebohnen zufügen. Zusätzlich 2 EL Kaffeebohnen in einen großen Teebeutel oder ein Tee-Ei geben und alles zusammen für 20 bis 30 Minuten im heißen Saft ziehen lassen. Den Kaffeebohnen im Teebeutel danach wieder entfernen, die einzelnen Bohnen verbleiben jedoch im Gelee.

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Für die anderen beiden Geleevarianten ebenfalls die entsprechende Saftmenge abmessen, mit den jeweiligen Zutaten vermischen und zusammen mit dem Gelierzucker unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.

Das Gelee für 3 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen, dabei erneut Rühren. Bildet sich Schaum auf der Oberfläche, sollte man diesen vorsichtig abschöpfen.

Das Gelee danach sofort in die ausgespülten Marmeladengläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Das Gelee im Herbst oder Winter auf einem frisch gebackenen Brötchen genießen und sich an der konservierten Sommersonne freuen :-).

Schwarzer-Johannisbeer-Gelee

IMG_2924Die Sommersonne konservieren und für nasskalt neblige Novembertage aufheben? Wenn das nur gehen würde, dann könnten wir jetzt etwas von ihr aufheben, in unserem Keller, obwohl, Moment, vielleicht ist das ja doch möglich! Schließlich heißen die Schwarzen Johannisbeeren in Norwegen doch nicht umsonst “solbær”, also Sonnenbeeren. Wenn man die jetzt in ein Glas z.B. als Gelee abfüllt, dann hat man doch auch ein bisschen der Sommersonne gespeichert, oder? Also los und an die Arbeit…

Als gestern Abend endlich etwas Schatten auf unseren Johannisbeerstrauch fiel, haben wir ihm einen Teil seiner Fruchtlast abgeknöpft. Er hat dieses Jahr leider nicht so viele Beeren produziert, dafür sind sie jedoch besonders aromatisch und würzig geworden. Während wir bei anderen Früchten und Beeren gern schon einmal mit den Zutaten zum Gelee oder zur Marmelade experimentieren und vielfältig mischen, sind wir bei den Schwarzen Johannisbeeren Puristen. Sie schmecken einfach allein schon so lecker und charakteristisch gut – nach Sommersonne eben.

Schwarzer-Johannisbeer-Gelee (5 Gläser zu 350 ml)

Zutaten: IMG_2907

  • ca. 1,5 kg Schwarze Johannisbeeren, daraus sind 1,1 l Saft entstanden
  • 730 g Gelierzucker 2:1
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 2 Pck. Vanillezucker oder 
  • 1 Pck. Vanillezucker und 1 Zimtstange

Zubereitung:

Die Beeren nach dem Pflücken gründlich waschen, Blätter und Stielchen entfernen.

Danach die Beeren am besten mit einem Dampfentsafter ohne Zugabe von Zucker oder anderen Zutaten entsaften. Dazu die Bedienungsanleitung des Entsafters beachten, unserer benötigt 45 Minuten zum Entsaften.

Hat man keinen Dampfentsafter, kann man die Beeren in einem großen Topf zusammen mit etwas Wasser aufkochen und ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis sie anfangen zu zerfallen. Danach kann man sie nach und nach in ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb, das auf einer großen Schüssel steht, gießen und abtropfen lassen. Damit man eine möglichst große Saftausbeute erhält, ist es bei diesem Verfahren ratsam, das Tuch mitsamt den Beeren mit der Hand auszupressen. Dafür müssen die Beeren jedoch noch ordentlich heiß sein, gleichzeitig können sie nur in relativ kleinen Portionen ausgedrückt werden. Das ist für die Hände mit der Zeit unangenehm heiß. Die Beeren färben außerdem sowohl Tuch als auch Hände, dort besonders die Fingernägelränder, sehr schön lila ein, das sollte man also bedenken, falls man am Abend noch etwas vorhat ;-).

Nach dieser Prozedur sollte man den Johannisbeersaft erhalten haben, den man nun zunächst abmessen sollte, da die Beeren nicht immer gleich viel Saft enthalten. Kennt man die Saftmenge, kann man die benötigte Menge Gelierzucker einfach berechnen (Dosierungsangaben siehe Rückseite des Gelierzuckerpäckchens). Für gewöhnlich benötigt man für 750 ml Saft 500 g Gelierzucker 2:1.

Während des Entsaftens außerdem die zu verwendenden Schraubgläser gründlich mit heißem Wasser auswaschen und die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Danach den Johannisbeersaft mit der entsprechenden Menge Gelierzucker sowie den weiteren Zutaten in einem großen Topf mischen, unter ständigem Rühren aufkochen und für 3 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen.

Das Gelee sofort in die Gläser füllen, dazu benutzt man am besten eine Einfüllhilfe, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, sonst besteht Schimmelgefahr. Nun die Gläser fest zuschrauben und abkühlen lassen.

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Ob man die Gläser danach kurz umdreht und auf den Deckel stellt oder nicht, sollte jeder selbst entscheiden, wir tun es nicht und haben bisher keine Nachteile erfahren.

An einem grauen Nebelnovembertag ein Glas des “Sonnenbeerengelees” aus dem Keller oder Vorratsschrank holen und ein bisschen der konservierten Sommersonne genießen.

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Holunderblütengelee

IMG_2432Endlich, endlich hat es dieses Jahr auch unser Holunder im Erzgebirge geschafft, Blüten zu produzieren. In vielen wärmeren Regionen ist die Blüte wahrscheinlich schon vorbei, aber für alle Gebirgler und andere Kaltwetterregionenbewohner dürfte das Rezept für einen Holunderblütengelee noch rechtzeitig kommen.

Das Ernten der Holunderblütendolden ist recht einfach, wenn man mit Schere, Spankorb und einem Gegenstand (z. B. Hacke oder Rechen) zum sanften Herunterziehen von Ästen bewaffnet losgeht. Um das volle Aroma der Holunderblüten zu erhalten, sollte man zum einen nur vollreife, duftende Blütendolden mitnehmen, zum anderen diese an einem sonnigen Tag mittags oder nachmittags ernten. Keinesfalls sollte man sie direkt nach einem Regenguss vom Baum schneiden, dann schmeckt das Gelee mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich wenig nach Holunderblüten. Außerdem sollte man wegen der unter Umständen hohen Schadstoffbelastung nicht direkt an Straßenrändern oder Bahndämmen ernten.

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Holunderblütengelee für 13 Gläser (je 350 ml)

Zutaten:

  • 35 – 50 mittelgroße Holunderblütendolden (je nachdem, wie intensiv das Gelee nach den Blüten schmecken soll)
  • 1,5 l klarer Apfelsaft
  • 1,5 l Wasser
  • Saft von 1,5 Zitronen
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • 3,5 Pck. Gelierzucker (2:1)

Zubereitung:

Die Holunderblüten nach der Ernte möglichst sofort weiterverarbeiten. Die Blütendolden können kleine Spinnen, Schnecken, Läuse und anderes Getier enthalten, diese muss man auslesen bzw. aus den Dolden herausschütteln. Ob man die Blütendolden kurz mit Wasser abspült, sollte jeder selbst entscheiden. Man verliert dadurch etwas Aroma, entfernt jedoch auch einiges des Kleingetiers ganz effektiv. Danach werden die weißen Blüten mithilfe einer Schere abgeschnitten. Dabei sollte man darauf achten, möglichst wenig vom grünen Stiel mit in den Geleeansatz zu bekommen. Dieser Arbeitsschritt ist etwas zeitaufwändig.

Die Blüten nun in einer großen Schüssel mit dem Wasser, dem Apfelsaft, der Zitrone und dem Vanillezucker vermischen und für ca. 24 h abgedeckt an einem kühlen Ort durchziehen lassen.

Am nächsten Tag zunächst die zu befüllenden Gläser heiß auswaschen, die Schraubdeckel bei bereits gebrauchten Gläsern am besten kurz in kochendes Wasser einlegen.

Den Geleeansatz durch ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb gießen. Daran anschließend den im Tuch verbliebenen Blütenrest leicht ausdrücken. Die so entstandenen 3 l Flüssigkeit jetzt am besten in 2 Portionen teilen und nacheinander verarbeiten, dann hat man es beim Abfüllen in die Gläser etwas einfacher.

Nun in einem großen Topf den Saft mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen. Wir verwenden in der Regel 1 Pck. Gelierzucker für 850 ml Saft, da der enthaltene Apfelsaft beim Gelieren hilfreich ist. Das Gelee wird dadurch nicht ganz so süß. Wer das Gelee ganz stichfest mag, sollte das Saft zu Gelierzuckerverhältnis jedoch so wählen, wie auf der Gelierzuckerpackung angegeben.

Das Gelee nun unter häufigem Rühren aufkochen und ca. 1 Minute kochen lassen. Danach sofort heiß in die ausgespülten Gläser füllen. Dabei am besten einen Einfülltrichter verwenden, da kein Gelee auf den Glasrand tropfen sollte. Die Gläser sofort fest zuschrauben.

Beim Gelee- bzw. Marmeladekochen gibt es, so scheint es mir zumindest, einige alt überlieferte Bräuche. Meine Oma schwor z.B. darauf, die vorbereiteten Gläser auf ein feuchtes Tuch zu stellen und erst dann mit dem heißen Gelee zu befüllen, da sie sonst platzen könnten. Ob da etwas dran ist, kann ich jedoch nicht sagen. So ähnlich scheint es sich auch mit dem Glasumdrehen nach dem Befüllen mit dem Gelee zu verhalten. Wir tun es nicht und haben trotzdem keine Schimmelprobleme, da sollte also am besten jeder für sich selbst entscheiden, welche Bräuche bzw. Gewohnheiten er befolgen möchte.

Wir haben dieses Jahr probiert, ein paar Holunderblüten aus dekorativen Gründen mit in das Gelee zu geben. Das war jedoch nicht so erfolgreich, da sie alle oben im Glas schwimmen. Deshalb würden wir das nicht wiederholen.

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