Tag Archives: Marmelade

Norwegische Apfelmarmelade

IMG_0577Heute ist norwegischer Apfeltag, ein Tag, der den in Norwegen angebauten Exemplaren des Obstes gewidmet ist. Eine schöne Idee, um die Qualität und Wertigkeit des einheimischen Obstes zu würdigen.

Nun haben wir zurzeit zwar keine norwegischen Äpfel, dafür jedoch anständige Exemplare aus unserem erzgebirgischen Garten. Diese haben wir unter anderem zu einer norwegischen Apfelmarmelade verarbeitet. Diese minimalistisch anmutende, den Apfelgeschmack betonende Marmelade genießt in ihrem Heimatland große Verbreitung und Popularität. Es gibt sie im Gegensatz zu Deutschland in jedem Supermarkt zu kaufen, noch viel besser schmeckt sie allerdings in der selbst gekochten Variante, ergänzt um Zimt und Zitronensaft.

Da es in Norwegen keinen Gelierzucker gibt, wird normaler Zucker verwendet. Dadurch darf beim Kochen der Apfelstückchen nur wenig Wasser zugesetzt werden, was den Geschmack der Marmelade intensiviert. Gleichzeitig sorgt das Pektin der Äpfel für ausreichende Festigkeit, so dass die Marmelade nicht von der Brotscheibe läuft. So entsteht eine fruchtige, nicht zu süße Marmelade, die einfach nur lecker schmeckt.

Norwegische Apfelmarmelade (ca. 4,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 1,4 kg säuerliche, saftige Äpfel (geputzt und geschält gewogen)
  • 50 ml Wasser
  • 1 – 1,5 Zimtstangen
  • Saft von 1 Zitrone
  • 350 – 400 g Zucker

Zubereitung:IMG_0571

Die Äpfel waschen, schälen und das Kerngehäuse entfernen. Das Fruchtfleisch in Stücke schneiden.

Die Äpfel nun mit dem Wasser, dem Zitronensaft und den Zimtstangen in einen Topf geben und alles für ca. 20 – 25 Minuten köcheln lassen, bis die Äpfel stückig zerfallen sind. Eventuell kann man dem Zerfall mit einem Kartoffelstampfer etwas nachhelfen, jedoch sollten einige Apfelstücke im Gegensatz zum Apfelmus erhalten bleiben.

Danach den Zucker zugeben. Die Menge richtet sich je nach Säuerlichkeit der Äpfel und der gewünschten Süße für die Marmelade. Wir tendieren eher zu 350 g Zucker bei ziemlich sauren Äpfeln.

Die Marmelade nun für weitere 5 – 6 Minuten köcheln lassen, bis sie etwas, dank des Apfelpektins, eingedickt ist.

Die Marmelade heiß in die vorbereiteten Gläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Aufgrund des nicht allzu hohen Zuckergehalts ist die Apfelmarmelade nur eingeschränkt haltbar. Am besten ist es daher, sie entweder in Portionen einzufrieren oder die Gläser zumindest in den Kühlschrank zu stellen.

Apfelstrudelmarmelade mit Rum und Rosinen

IMG_0595Das ist die perfekte Marmelade für alle, die Apfelstrudel oder Apfelkuchen mit Rosinen mögen. Mit ihr kann man ohne Weiteres ein Stück helles Brot oder Brötchen am Sonntagmorgen in einen kuchenähnlichen Genusshappen verwandeln. So gefällt mir die Apfelverwertung!

Apfelstrudelmarmelade mit Rum und Rosinen (ca. 5 Gläser zu 250 ml)

Zutaten:

  • 1,2 kg Äpfel (geputzt und geschält gewogen)
  • 50 ml Wasser
  • Saft von 1 großen Zitrone
  • 100 g Rosinen
  • 100 ml Rum
  • 1/2 TL Zimt
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 500 g Gelierzucker 2:1

Zubereitung:

Die Rosinen waschen und in einer Schüssel mit dem Rum übergießen. Durchziehen lassen, während man die Äpfel vorbereitet.

Die Äpfel waschen, putzen, schälen und das Fruchtfleisch in Stücke schneiden.

Apfelstücke, Wasser und Zitronensaft in einem großen Topf aufkochen und 20 – 25 Minuten unter gelegentlichem Umrühren köcheln lassen, bis die Apfelstücke weich geworden sind. Wir mögen die Marmelade stückig, daher verzichten wir auf das Pürieren mit einem Stabmixer.

Während die Apfelstücke kochen, die zu verwendenden Gläser heiß auswaschen und die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Nun Zimt, Vanillezucker, Gelierzucker, Rosinen und den gesamten “Einweich”Rum in die Marmeladenmasse einrühren und alles zusammen unter Rühren zum Kochen bringen. Die Marmelade für 3-4 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen.

Da die Äpfel bereits durch ihren Pektingehalt gut beim Gelieren helfen und wir keine so feste Marmelade mögen, fanden wir 500 g Gelierzucker ausreichend. Süß genug wird die Marmelade trotzdem.

Die Marmelade heiß in die vorbereiteten Gläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Wintermarmelade – Apfel, Grapefruit, Zimt und Zitrone

IMG_4283Die ersten Schneeflocken fallen, endlich. Ich kann es dieses Jahr kaum erwarten, dass die Skisaison anfängt und das “Zwischenwetter” (kein richtiger Herbst, aber auch noch kein Winter) des Novembers aufhört. Zur Überbrückung ist die Wintermarmelade vielleicht ganz hilfreich, wir haben sie gestern mit unseren letzten Äpfeln der Herbsternte hergestellt. Das wurde nun auch höchste Zeit, ehe sie in unserem Keller anfangen zu verfaulen. Die Marmelade schmeckt aromatisch, sehr frisch, nach Wintergewürzen und hat durch den Grapefruitanteil eine leichte bittere Note, die jedoch nicht so ausgeprägt ist wie in englischen Orangenmarmeladen, da die Äpfel dies mildern. Damit ist sie eine unserer Lieblingsapfelmischmarmeladen.

Wintermarmelade – Apfel, Grapefruit, Zimt und Zitrone (9 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 3,5 l Apfelstücke
  • 1 rote Grapefruit
  • 1 Sweetie
  • 1 Bio-Zitrone
  • 2 TL Zimt
  • 1 TL Kardamom
  • 1/2 TL Sternanis
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • ca. 500 ml Wasser
  • 2 Pck. Gelierzucker 2:1
  • 5 EL Cointreau (Orangenlikör)

Zubereitung:

Die Äpfel waschen, schälen, putzen und in kleine Stücke schneiden. Grapefruit und Sweetie schälen, das Fruchtfleisch ohne Zwischenhäute ebenfalls in Stücke zerteilen. Die Biozitrone sehr gut mit heißem Wasser waschen, die Schale dünn abschälen (nur das Gelbe) und in kleine Stücke hacken. Danach die Zitrone auspressen.

Apfelstücke, Grapefruit, Sweetie, Zitronensaft und -schale, Vanillezucker und Gewürze in einem großen Topf zusammen mit dem Wasser vermischen, aufkochen und ca. 15 Minuten unter gelegentlichem Umrühren köcheln lassen, bis die Apfelstücke weich geworden sind.

Währenddessen die zu verwendenden Gläser heiß auswaschen, die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Die Marmeladenmasse abwiegen, danach die benötigte Menge Gelierzucker (siehe Packungsanweisung) berechnen. Wir haben 2,35 kg Marmeladenmasse erhalten und uns daher für 2 Pck. Gelierzucker entschieden, da die Äpfel bereits durch ihren Pektingehalt gut beim Gelieren helfen und wir keine so feste Marmelade mögen.

Nun den Gelierzucker in die Marmeladenmasse einrühren und alles zusammen unter Rühren zum Kochen bringen. Die Marmelade für 3-4 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen, danach sofort mit einem Pürierstab kurz anpürieren, wenn man keine so stückige Marmelade haben möchte. Zum Schluss den Cointreau unterrühren und die Marmelade heiß in die vorbereiteten Gläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

IMG_4286

Die Holunderbeersaison hat begonnen – Holunderbeergelee

IMG_3645Die Holunderbeersaison ist hier im Gebirge in vollem Gang. Wir waren auch fleißig und haben die sonntägliche Wandertour zum Pflücken einer ganzen Menge Dolden genutzt. In den letzten Jahren haben wir einige alte und neue Holunderbeerrezepte gesammelt, deshalb habe ich mir gedacht, den Blog für diese Woche unter das Motto “Holunderbeere” zu stellen.

Durch unsere Wohnlage direkt am Wald haben wir viele Holunderbeersträucher als direkte Nachbarn. Das Pflücken ist daher überhaupt kein Problem, etwas zeitaufwändiger ist dagegen das Putzen der Beeren, besonders wenn man den Beginn der Saison nicht abwarten konnte und zu früh geerntet haben sollte. Dann sind nämlich noch einige grüne Beeren an den Dolden, die man vor dem Verarbeiten entfernen muss. Für die Mühe wird man jedoch reichhaltig durch einen sehr aromatischen Geschmack des jeweiligen Endprodukts belohnt, so dass wir auch dieses Jahr wieder für den Winter vorgesorgt und knapp 11 Gläser Holunderbeergelee im Keller eingelagert haben.

Für diejenigen, die bisher noch nicht viel mit Holunderbeeren zu tun hatten, habe ich zunächst einige Hinweise zum Pflücken und Verarbeiten zusammengestellt, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Die Holunderbeeren sollten nur von Sträuchern gesammelt werden, die nicht direkt an Straßenrändern oder Bahndämmen stehen, da diese u. U. durch Schadstoffe bzw. Pestizide belastet sein könnten.
  • Man sollte nur reife Dolden mit dunkelvioletten bis schwarzen, jedoch noch nicht vertrockneten, Beeren pflücken, das erleichtert das Beerenputzen hinterher ganz erheblich.
  • Die Dolden am besten mit einer Schere vom Strauch schneiden, bei hohen Sträuchern leistet ein Rechen gute Dienste, um die Äste etwas herunterziehen zu können. Dabei bitte Vorsicht walten lassen, damit die Äste nicht abbrechen.
  • Gepflückte Dolden verderben schnell (Schimmelbildung, beginnende Vergärung), unserer Erfahrung nach sollte man sie spätestens am Tag nach dem Pflücken verarbeiten. Bis dahin am besten kühl lagern.
  • Grüne Beeren an den Dolden müssen beim Putzen entfernt werden.
  • Die Beeren enthalten einen wunderbaren lila Farbstoff, bei der Verarbeitung sollte man daher entsprechend vorsichtig mit empfindlichen Arbeitsflächen und Kleidungsstücken sein.
  • Beim Kochen entwickeln die Holunderbeeren ordentlich Schaum, daher immer einen großen Topf wählen.

So, jetzt kann es endlich losgehen. Das erste Rezept in der scheckenlaks-Holunderbeerenwoche ist Holunderbeergelee, sicher ein Klassiker, jedoch ungemein aromatisch, schmackhaft auf Brot, Brötchen, Waffeln oder auch im Winter zu Fleischgerichten.

Holunderbeergelee – Variante 1 (6,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 3,5 l geputzte Holunderbeeren ohne Dolde
  • 2 große säuerliche Äpfel

Der Dampfentsafter hat daraus ca. 1 l Saft produziert, der danach weiterverarbeitet wird.

  • 400 ml Rotwein, halbtrocken
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • Saft 1 Zitrone
  • 875 g Gelierzucker 2:1

Holunderbeergelee – Variante 2 (3,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 2,5 l geputzte Holunderbeeren ohne Dolde
  • 2 große säuerliche Äpfel

Der Dampfentsafter hat daraus 800 ml Saft produziert, der danach weiterverarbeitet wird.

  • 1 TL Zimt
  • 1/2 TL Kardamom
  • 1/2 TL Sternanis
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 500 g Gelierzucker 2:1

Zubereitung: IMG_3711

Die reifen Holunderbeerdolden pflücken und in einem offenen Pappkorb ggf. bis zur Verarbeitung kühl zwischenlagern. Die Dolden gut waschen, danach die Beeren von den Dolden streifen. Dabei darauf achten, grüne (roh giftig) und vertrocknete (geben keinen Saft mehr) Beeren ebenso wie Kleingetier auszulesen. Die Äpfel ebenfalls waschen, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in Stücke schneiden. Ist dieser Schritt geschafft, geht die Weiterverarbeitung wie am Schnürchen.

Die Beeren nun zusammen mit den Apfelstücken in einen Dampfentsafter geben und für 45 Minuten (Gebrauchsanweisung des Dampfentsafters beachten) entsaften. Hier lohnt es sich, den Saft gleich für beide Gelees zusammen herzustellen.

Wer keinen Dampfentsafter besitzt, kann hier schauen, wie man die Beeren auch ohne diesen um ihren Saft bringt. Dabei bekommt man allerdings wirklich sehr schön lila gefärbte Hände, das sollte man bei der Planung der folgenden Aktivitäten beachten.

Die weiteren Zutaten für die jeweilige Geleevariante zurechtstellen. Die zu verwendenden Gläser heiß auswaschen, die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Für die beiden Geleevarianten die entsprechende Saftmenge abmessen, mit den jeweiligen Zutaten in einem großen Topf vermischen und zusammen mit dem Gelierzucker unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.

Das Gelee für 3-4 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen, dabei regelmäßig rühren und den sich reichlich bildenden Schaum abschöpfen.

Das Gelee danach sofort in die ausgespülten Marmeladengläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Ob man die Gläser danach kurz umdreht und auf den Deckel stellt oder nicht, sollte jeder selbst entscheiden, wir tun es nicht und haben bisher keine Nachteile erfahren.

IMG_3739

Orangen-Aronia-Grapefruit Marmelade

IMG_3561Vor ein paar Jahren ist auch in unseren Garten ein Aroniabäumchen eingezogen. Seitdem trägt es regelmäßig Beeren, die wir allerdings heftig mithilfe einer dichten Netzabdeckung gegen die Vögel verteidigen müssen, für die die Beeren wohl das leckerste Futter darstellen, das sie kennen. Das steht ziemlich deutlich im Gegensatz zu unserem Geschmackserlebnis, roh sind sie herb und sauer, ich halte daher den norwegischen Namen svartsurbær (Schwarzsauerbeere) für eine sehr passende Beschreibung. Aufgrund ihres Geschmacks wird die Beere daher in den meisten Fällen zu Marmelade, Gelee, Sirup oder Saft verarbeitet, probiert haben wir sie auch schon als Smoothiebestandteil, was sicher die beste Variante ist, wenn man auf die gesundheitsfördernden Wertstoffe der Aronia aus ist. Leider bekommt man damit jedoch nur relativ wenige Beeren verarbeitet.

In einer Marmelade schmecken sie ohne Zweifel jedoch auch sehr gut und sie geben ihr eine schöne dunkle Färbung. Nur darf man dabei eben nicht vergessen, dass Marmelade, Saft und Co. in der Regel sehr zuckerhaltig sind, daher sollte man davon immer nur in Maßen und nicht zu häufig genießen.

In dieser Marmeladenvariante dominieren die Orangen den Geschmack, die Aroniabeeren geben ihr eine interessante frisch herbe Note. Möchte man den Aroniageschmack im Vordergrund haben, sollte man ihren prozentualen Anteil etwas erhöhen und den der Orangen entsprechend senken.

Orangen-Aronia-Grapefruit Marmelade (4,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten: IMG_3556

  • 200 g Aroniabeeren
  • 3 große Orangen
  • 1 Grapefruit (zusammen mit den Orangen ca. 800 g Fruchtfleisch)
  • 1/4 l Wasser
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • 4 EL Cointreau oder anderer Orangenlikör

Zubereitung:

Die Aroniabeeren waschen und verlesen. Die Orangen und die Grapefruit schälen und das Fruchtfleisch aus den weißen Innenhäuten herauslösen.

Die Beeren zusammen mit dem Fruchtfleisch, dem Wasser und dem Vanillezucker mischen und unter gelegentlichem Rühren zum Kochen bringen. Für ca. 5 Minuten köcheln lassen, bis die Aroniabeeren weich geworden sind.

Währenddessen die zu verwendenden Gläser mit heißem Wasser ausspülen und die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Nun die Marmelade mit einem Pürierstab kurz anpürieren, dabei sollte kein Mus entstehen, jedoch sollten auch keine zu großen Stücke übrig bleiben.

Danach den Topf wieder zurück auf die Herdplatte setzen, den Gelierzucker zugeben und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Die Marmelade für 3 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen. Bildet sich dabei Schaum auf der Oberfläche, sollte man diesen vorsichtig abschöpfen. Unmittelbar nach Abschluss des Kochens den Orangenlikör zufügen.

Die Marmelade sofort in die ausgespülten Marmeladengläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Ob man die Gläser nach dem Befüllen kurz umdreht und auf den Deckel stellt oder nicht, sollte jeder selbst entscheiden, wir tun es nicht und haben bisher keine Nachteile erfahren. 

IMG_3590

Roter Johannisbeer Gelee – 3 Varianten

IMG_3001Nachdem wir im letzten Herbst unseren bereits älteren Roten Johannisbeerstrauch ordentlich ausgelichtet und im Frühjahr gut gedüngt haben, belohnt er uns mit einer großen Beerenanzahl an lang gewachsenen Rispen. Die Beeren sind gegenüber dem letzten Jahr auch wieder deutlich größer und süßer geworden. Eine regelmäßige Pflege des sonst ja häufig eher am Rand stehenden Johannisbeerstrauches lohnt wirklich.

Jetzt war es also an der Zeit, Teil 2 unserer Initiative zu starten, die Sommersonne in Gläsern für den Winter einzufangen, für Teil 1 waren ja bereits die schwarzen Johannisbeeren konserviert worden. In den letzten Jahren haben wir immer 2 Sorten Gelee gekocht, dieses Jahr ist eine neue spannende Variante dazugekommen, die wir bei Chili und Ciabatta (hier) entdeckt haben.

Roter Johannisbeer Gelee – Variante 1 (3,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 1 kg Rote Johannisbeeren ergeben ca. 800 ml Saft
  • 1 Pck. Gelierzucker 2:1
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • Saft 1/2 Zitrone

Diese Variante ist unsere bevorzugte zum Füllen von Pfefferkuchen, wie z.B. Honigkuchenherzen, in der Weihnachtsbäckerei.

Roter Johannisbeer Gelee – Variante 2 (3,5 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 1 kg Rote Johannisbeeren ergeben ca. 800 ml Saft
  • 1 Pck. Gelierzucker 2:1
  • 2 EL Kaffeebohnen
  • 20 einzelne Kaffeebohnen

Roter Johannisbeer Gelee – Variante 3 (3 Gläser zu 300 ml)

Zutaten:

  • ca. 500 g Johannisbeeren ergeben ca. 400 ml Saft
  • 425 g Gelierzucker 2:1
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1/2 TL Zimt
  • 250 ml Rotwein (Dornfelder, halbtrocken)

Zubereitung für alle 3 Varianten 

Die Roten Johannisbeeren gut waschen, Blättchen und kleine Spinnen auslesen. Wir entrispeln die Beeren vor dem Entsaften immer, aber im Dampfentsafter geht es wohl auch mit den Stielen, haben wir uns sagen lassen.

Die Beeren danach in einen Dampfentsafter geben und für 45 Minuten (Gebrauchsanweisung des Dampfentsafters beachten) entsaften.

Wer keinen Dampfentsafter besitzt, kann hier schauen, wie man die Beeren auch ohne diesen um ihren Saft bringt.

Die weiteren Zutaten für die jeweilige Geleevariante zurechtstellen. Die zu verwendenden Gläser heiß auswaschen, die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Für Geleevariante 2, 800 ml des heißen Saftes abmessen und 20 Kaffeebohnen zufügen. Zusätzlich 2 EL Kaffeebohnen in einen großen Teebeutel oder ein Tee-Ei geben und alles zusammen für 20 bis 30 Minuten im heißen Saft ziehen lassen. Den Kaffeebohnen im Teebeutel danach wieder entfernen, die einzelnen Bohnen verbleiben jedoch im Gelee.

IMG_2994

Für die anderen beiden Geleevarianten ebenfalls die entsprechende Saftmenge abmessen, mit den jeweiligen Zutaten vermischen und zusammen mit dem Gelierzucker unter ständigem Rühren zum Kochen bringen.

Das Gelee für 3 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen, dabei erneut Rühren. Bildet sich Schaum auf der Oberfläche, sollte man diesen vorsichtig abschöpfen.

Das Gelee danach sofort in die ausgespülten Marmeladengläser füllen. Dabei am besten eine Einfüllhilfe verwenden, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, da sonst Schimmelgefahr besteht. Die Gläser sofort fest zuschrauben und abkühlen lassen.

Das Gelee im Herbst oder Winter auf einem frisch gebackenen Brötchen genießen und sich an der konservierten Sommersonne freuen :-).

Schwarzer-Johannisbeer-Gelee

IMG_2924Die Sommersonne konservieren und für nasskalt neblige Novembertage aufheben? Wenn das nur gehen würde, dann könnten wir jetzt etwas von ihr aufheben, in unserem Keller, obwohl, Moment, vielleicht ist das ja doch möglich! Schließlich heißen die Schwarzen Johannisbeeren in Norwegen doch nicht umsonst “solbær”, also Sonnenbeeren. Wenn man die jetzt in ein Glas z.B. als Gelee abfüllt, dann hat man doch auch ein bisschen der Sommersonne gespeichert, oder? Also los und an die Arbeit…

Als gestern Abend endlich etwas Schatten auf unseren Johannisbeerstrauch fiel, haben wir ihm einen Teil seiner Fruchtlast abgeknöpft. Er hat dieses Jahr leider nicht so viele Beeren produziert, dafür sind sie jedoch besonders aromatisch und würzig geworden. Während wir bei anderen Früchten und Beeren gern schon einmal mit den Zutaten zum Gelee oder zur Marmelade experimentieren und vielfältig mischen, sind wir bei den Schwarzen Johannisbeeren Puristen. Sie schmecken einfach allein schon so lecker und charakteristisch gut – nach Sommersonne eben.

Schwarzer-Johannisbeer-Gelee (5 Gläser zu 350 ml)

Zutaten: IMG_2907

  • ca. 1,5 kg Schwarze Johannisbeeren, daraus sind 1,1 l Saft entstanden
  • 730 g Gelierzucker 2:1
  • Saft 1/2 Zitrone
  • 2 Pck. Vanillezucker oder 
  • 1 Pck. Vanillezucker und 1 Zimtstange

Zubereitung:

Die Beeren nach dem Pflücken gründlich waschen, Blätter und Stielchen entfernen.

Danach die Beeren am besten mit einem Dampfentsafter ohne Zugabe von Zucker oder anderen Zutaten entsaften. Dazu die Bedienungsanleitung des Entsafters beachten, unserer benötigt 45 Minuten zum Entsaften.

Hat man keinen Dampfentsafter, kann man die Beeren in einem großen Topf zusammen mit etwas Wasser aufkochen und ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis sie anfangen zu zerfallen. Danach kann man sie nach und nach in ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb, das auf einer großen Schüssel steht, gießen und abtropfen lassen. Damit man eine möglichst große Saftausbeute erhält, ist es bei diesem Verfahren ratsam, das Tuch mitsamt den Beeren mit der Hand auszupressen. Dafür müssen die Beeren jedoch noch ordentlich heiß sein, gleichzeitig können sie nur in relativ kleinen Portionen ausgedrückt werden. Das ist für die Hände mit der Zeit unangenehm heiß. Die Beeren färben außerdem sowohl Tuch als auch Hände, dort besonders die Fingernägelränder, sehr schön lila ein, das sollte man also bedenken, falls man am Abend noch etwas vorhat ;-).

Nach dieser Prozedur sollte man den Johannisbeersaft erhalten haben, den man nun zunächst abmessen sollte, da die Beeren nicht immer gleich viel Saft enthalten. Kennt man die Saftmenge, kann man die benötigte Menge Gelierzucker einfach berechnen (Dosierungsangaben siehe Rückseite des Gelierzuckerpäckchens). Für gewöhnlich benötigt man für 750 ml Saft 500 g Gelierzucker 2:1.

Während des Entsaftens außerdem die zu verwendenden Schraubgläser gründlich mit heißem Wasser auswaschen und die Deckel kurz in kochendes Wasser legen.

Danach den Johannisbeersaft mit der entsprechenden Menge Gelierzucker sowie den weiteren Zutaten in einem großen Topf mischen, unter ständigem Rühren aufkochen und für 3 Minuten sprudelnd weiter kochen lassen.

Das Gelee sofort in die Gläser füllen, dazu benutzt man am besten eine Einfüllhilfe, damit die Glasränder nicht beschmutzt werden, sonst besteht Schimmelgefahr. Nun die Gläser fest zuschrauben und abkühlen lassen.

IMG_2931

Ob man die Gläser danach kurz umdreht und auf den Deckel stellt oder nicht, sollte jeder selbst entscheiden, wir tun es nicht und haben bisher keine Nachteile erfahren.

An einem grauen Nebelnovembertag ein Glas des “Sonnenbeerengelees” aus dem Keller oder Vorratsschrank holen und ein bisschen der konservierten Sommersonne genießen.

IMG_1604

Holunderblütengelee

IMG_2432Endlich, endlich hat es dieses Jahr auch unser Holunder im Erzgebirge geschafft, Blüten zu produzieren. In vielen wärmeren Regionen ist die Blüte wahrscheinlich schon vorbei, aber für alle Gebirgler und andere Kaltwetterregionenbewohner dürfte das Rezept für einen Holunderblütengelee noch rechtzeitig kommen.

Das Ernten der Holunderblütendolden ist recht einfach, wenn man mit Schere, Spankorb und einem Gegenstand (z. B. Hacke oder Rechen) zum sanften Herunterziehen von Ästen bewaffnet losgeht. Um das volle Aroma der Holunderblüten zu erhalten, sollte man zum einen nur vollreife, duftende Blütendolden mitnehmen, zum anderen diese an einem sonnigen Tag mittags oder nachmittags ernten. Keinesfalls sollte man sie direkt nach einem Regenguss vom Baum schneiden, dann schmeckt das Gelee mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich wenig nach Holunderblüten. Außerdem sollte man wegen der unter Umständen hohen Schadstoffbelastung nicht direkt an Straßenrändern oder Bahndämmen ernten.

IMG_2445

Holunderblütengelee für 13 Gläser (je 350 ml)

Zutaten:

  • 35 – 50 mittelgroße Holunderblütendolden (je nachdem, wie intensiv das Gelee nach den Blüten schmecken soll)
  • 1,5 l klarer Apfelsaft
  • 1,5 l Wasser
  • Saft von 1,5 Zitronen
  • 2 Pck. Vanillezucker
  • 3,5 Pck. Gelierzucker (2:1)

Zubereitung:

Die Holunderblüten nach der Ernte möglichst sofort weiterverarbeiten. Die Blütendolden können kleine Spinnen, Schnecken, Läuse und anderes Getier enthalten, diese muss man auslesen bzw. aus den Dolden herausschütteln. Ob man die Blütendolden kurz mit Wasser abspült, sollte jeder selbst entscheiden. Man verliert dadurch etwas Aroma, entfernt jedoch auch einiges des Kleingetiers ganz effektiv. Danach werden die weißen Blüten mithilfe einer Schere abgeschnitten. Dabei sollte man darauf achten, möglichst wenig vom grünen Stiel mit in den Geleeansatz zu bekommen. Dieser Arbeitsschritt ist etwas zeitaufwändig.

Die Blüten nun in einer großen Schüssel mit dem Wasser, dem Apfelsaft, der Zitrone und dem Vanillezucker vermischen und für ca. 24 h abgedeckt an einem kühlen Ort durchziehen lassen.

Am nächsten Tag zunächst die zu befüllenden Gläser heiß auswaschen, die Schraubdeckel bei bereits gebrauchten Gläsern am besten kurz in kochendes Wasser einlegen.

Den Geleeansatz durch ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb gießen. Daran anschließend den im Tuch verbliebenen Blütenrest leicht ausdrücken. Die so entstandenen 3 l Flüssigkeit jetzt am besten in 2 Portionen teilen und nacheinander verarbeiten, dann hat man es beim Abfüllen in die Gläser etwas einfacher.

Nun in einem großen Topf den Saft mit der entsprechenden Menge Gelierzucker mischen. Wir verwenden in der Regel 1 Pck. Gelierzucker für 850 ml Saft, da der enthaltene Apfelsaft beim Gelieren hilfreich ist. Das Gelee wird dadurch nicht ganz so süß. Wer das Gelee ganz stichfest mag, sollte das Saft zu Gelierzuckerverhältnis jedoch so wählen, wie auf der Gelierzuckerpackung angegeben.

Das Gelee nun unter häufigem Rühren aufkochen und ca. 1 Minute kochen lassen. Danach sofort heiß in die ausgespülten Gläser füllen. Dabei am besten einen Einfülltrichter verwenden, da kein Gelee auf den Glasrand tropfen sollte. Die Gläser sofort fest zuschrauben.

Beim Gelee- bzw. Marmeladekochen gibt es, so scheint es mir zumindest, einige alt überlieferte Bräuche. Meine Oma schwor z.B. darauf, die vorbereiteten Gläser auf ein feuchtes Tuch zu stellen und erst dann mit dem heißen Gelee zu befüllen, da sie sonst platzen könnten. Ob da etwas dran ist, kann ich jedoch nicht sagen. So ähnlich scheint es sich auch mit dem Glasumdrehen nach dem Befüllen mit dem Gelee zu verhalten. Wir tun es nicht und haben trotzdem keine Schimmelprobleme, da sollte also am besten jeder für sich selbst entscheiden, welche Bräuche bzw. Gewohnheiten er befolgen möchte.

Wir haben dieses Jahr probiert, ein paar Holunderblüten aus dekorativen Gründen mit in das Gelee zu geben. Das war jedoch nicht so erfolgreich, da sie alle oben im Glas schwimmen. Deshalb würden wir das nicht wiederholen.

IMG_2470