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Bratkartoffeln mit Rührei – sächsisch gewürzt

IMG_6867“Wieso schmecken eure Bratkartoffeln anders als wenn ich sie mache? Da muss ich mal auf dem scheckenlaks nachschauen, dort hast du doch bestimmt euer Rezept stehen.” “? ” “Hmm, nein bisher nicht.” Na das muss sich natürlich schnellstmöglich ändern. Als foodblogger gerät man ziemlich leicht in die Falle, dass man eher geneigt ist, ungewöhnliche, neue Rezepte zu beschreiben als die, die man schon seit gefühlten Ewigkeiten so zubereitet und von denen man denkt, dass sie allgemein bekannt sind. Bis man sich erinnert, wie es als Kochanfänger war und man wirklich gar nichts kochen konnte. Für alle diejenigen gibt es jetzt das Bratkartoffelrezept, typisch sächsisch mit viel Majoran und Kümmel gewürzt, allerdings ohne Speck, da wir den nicht darin mögen.

Bratkartoffeln mit Rührei – sächsisch gewürzt für 3 hungrige Personen

Zutaten:

  • ca. 1 kg festkochende Kartoffeln
  • 2 Zwiebeln
  • 2 – 2,5 EL Butterschmalz
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 – 3 TL Kümmel, ganz
  • ca. 2 TL gerebelter getrockneter Majoran
  • 5 Eier
  • 1 gehäufter TL Butter
  • Salz
  • Pfeffer
  • frischer Schnittlauch
  • Gewürzgurken oder andere eingelegte Gurken
  • eingelegte Rote Bete

Zubereitung:

Für die Zubereitung von Bratkartoffeln am besten kleine festkochende Kartoffeln verwenden. Die Kartoffeln am Vorabend in Wasser gar kochen. Das dauert je nach Größe zwischen 25 und 35 Minuten, im Zweifel einfach eine der größeren Kartoffeln mit einem Messer anstechen. Das Wasser abgießen und die Kartoffeln auskühlen lassen.

Die Kartoffeln schälen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden. Die Zwiebeln schälen und in Stücke hacken.

Damit die Bratkartoffeln von beiden Seiten goldbraun gebraten werden können, müssen alle Scheiben mit dem Pfannenboden Kontakt haben. Man verwendet also eine wirklich große Pfanne, wenn nötig auch zwei, um ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen.

Nun den Butterschmalz in der Pfanne erhitzen, die Bratkartoffeln hinzugeben und bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun braten. Dabei nicht zu häufig wenden, sonst werden die Kartoffeln nicht braun. Mit Kümmel, Majoran, Salz und Pfeffer würzen.

Nach ca. 15 Minuten die Zwiebel hinzugeben und alles für weitere ca. 5 Minuten braten, bis die Zwiebel leicht gebräunt ist. Gibt man die Zwiebel bereits am Anfang zusammen mit den Kartoffeln in die Pfanne, wird sie zu dunkel.

Für das Rührei, Butter in einer zweiten Pfanne zerlassen. Wenn die Butter heiß ist, die Eier in die Pfanne geben, kurz stocken lassen. Danach mit einem Holzlöffel zerreißen und mit Salz würzen. Die Rühreier nun mehrmals mit einem Holzlöffel wenden und so lange braten lassen, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht haben. Zum Schluss mit in Röllchen geschnittenem Schnittlauch bestreuen.

Die Bratkartoffeln mit dem Rührei auf Tellern anrichten. Als Zubehör eignen sich eingelegte Gurken und Rote Bete.

Enjoy!

Eierscheckenguss für Obstkuchen

IMG_6441Heute darf ein ganz besonderer Kuchenguss die Hauptrolle in der blogpost spielen. Es ist DER Kuchenguss meiner Kindheit und gleichzeitig wohl auch das Rezept, das aus jedem normalen Obstkuchen einen “Sachsen” zaubern kann. Es handelt sich um einen verkürzten luftig, lockeren Eierscheckenguss, der wunderbar zu Johannisbeeren, Sauerkirschen, Rhabarber oder Stachelbeeren passt. Auch auf Quark- oder Mohnkuchen macht er eine gute Figur.

Damit der Guss jedoch tipp-topp und sonntagskuchenwürdig gelingt, muss u. a. der Eischnee  genau richtig aufgeschlagen werden, das war meiner Oma besonders wichtig. Als Sommerferienbesuchskind fiel mir nun diese verantwortungsvolle Aufgabe zu.

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Anders als bei uns zu Hause hatte meine Oma jedoch noch kein elektrisches Rührgerät. Der Eischnee musste daher von Hand aufgeschlagen werden. Dazu  bekam ich einen mit rosa Blümchen versehenen Porzellankrug, in den die Eiweiße gegeben wurden und den, wie ich fand, überaus lustigen, sprungfederartigen Aufschläger.

Mit diesem bearbeitete ich nun mit aller Kraft die Eiweiße, erst mit dem rechten, dann mit dem linken Arm. Es dauerte bis sich die ersten Anzeichen von Schnee entwickelten. Und dann brauchte es nochmals viel länger, ehe der Eischnee bis auf den Grund des Krugbodens fest genug war und er den Qualitätstest meiner Oma bestand.

Währenddessen hatte meine Oma den Rest des Gusses schon vorbereitet, so dass ich dann ganz vorsichtig den Eischnee unterheben konnte. Nun hieß es hoffen, dass der Guss wie gewünscht luftig und locker wurde, auf der anderen Seite sich jedoch auch keine Risse in der Oberfläche bildeten, was er meist unterließ.

Soviel also zur Familiengeschichte unseres Obstkuchengusses, mit dem ich passenderweise am blogevent Kindheitserinnerungen von from-snuggs-kitchen teilnehmen kann.

Jetzt aber genug der langen Vorrede, hier kommt das Rezept für den Eierscheckenguss.

Eierscheckenguss für Obstkuchen (runde Springform, ø 28 cm)

Zutaten:

  • 3 Eiweiße, zimmerwarm
  • 2 Eigelbe
  • 250 ml Milch
  • 2 leicht gehäufte EL Zucker
  • 2 EL Mehl
  • 1/2 TL Butter

Zubereitung:

Die Eier sorgfältig trennen.

Das Mehl mit etwas der Milch verquirlen. Den Rest der Milch in einem Topf mit dickem Boden zum Kochen bringen. Den Zucker einrühren, bis er sich vollständig aufgelöst hat. Die Mehl-Milch Mischung langsam in den Guss gießen, dabei kräftig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Alles nochmals aufkochen lassen. Danach von der Herdplatte nehmen und für ca. 10 Minuten quellen lassen. Dabei gelegentlich umrühren.

Wenn der Guss etwas ausgekühlt ist, die Butter sowie ein Eigelb nach dem anderen einrühren.

Die Eiweiße zu mittelfestem Eischnee schlagen und danach vorsichtig unter die Gussmasse heben. Ziel ist es, so viel wie möglich der Luft zu erhalten, die man vorher in den Eischnee eingeschlagen hat.

Den Obstkuchen für ca. 10 Minuten vorbacken. Danach den Guss gleichmäßig auf den Kuchen gießen und alles bei Ober- und Unterhitze auf der 2. Schiene von unten bei 170 – 180 °C für 30 – 40 Minuten backen lassen, bis der Guss goldbraun und fest geworden ist.

Den Kuchen nach dem Backen sanft auskühlen lassen, daher ihn am besten noch etwas bei leicht geöffneter Herdtür im Ofen stehen lassen.

Nach dem vollständigen Abkühlen genießen.

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Keulchen oder auch Klitscher

IMG_2068Nach leckeren Muscheln, King Prawns, Shrimps und allerlei Fischsorten, die wir im Urlaub genießen durften, hatten wir heute richtig großen Appetit auf ein urerzgebirgisches Essen, die Keulchen. Die auch als Klitscher oder grieene Keilchen bezeichneten handtellergroßen Kartoffelpuffer gab es als ich Kind war häufig samstags. Traditionell wurden die Keulchen hier in der Region in Leinöl gebraten, da dies durch den Flachsanbau billig verfügbar war. Das verleiht den Klitschern einen besonderen Geschmack und eine schöne gold-braune Färbung. Aber Achtung, wenn man diese traditionelle Methode verwenden will, muss man sich auf eine recht verdunstete Küche und viel Spritzerei einstellen. Daher brate ich die Keulchen nur zu besonderen Anlässen in Leinöl, ansonsten mit einem Leinöl-Rapsöl-Gemisch oder nur in Rapsöl. Das bekenne ich jetzt mutig, auch wenn ich jetzt sicher von einigen eingefleischten Leinölfans für einen Banausen gehalten werde :-).

Wie bei vielen Traditionsessen gibt es auch hier nicht DAS Keulchenrezept, typisch sind die Form, die Verwendung von rohen geriebenen Kartoffeln und von Ei als Bindemittel. Ob aber Kümmel, Zwiebel oder etwas Quark dem Teig zugefügt werden, wird ebenso unterschiedlich gehandhabt wie das Zubehör zu einem Keulchenessen. Häufig werden die Klitscher mit Apfelmus oder auch mit Zucker gegessen, ich kenne aber auch Menschen, die sie pur verputzen oder mit etwas Salz bestreuen oder in der modernen Variante mit Nutella bestreichen. Da kann jeder also selbst nach seiner Lieblingsvariante suchen.

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Ich hoffe, ich habe euch jetzt den Mund wässrig geschrieben, so dass ihr nun gespannt auf unser Familienrezept wartet. Hier ist es.

Keulchen für 3 hungrige Personen (20 – 24 Stück)

Zutaten:

  • ca. 1 kg Kartoffeln (mit Schale gewogen)
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 2 Eier (Größe M)
  • 125 g Quark (20 %)
  • ca. 2 gehäufte EL Mehl
  • ca. 1,5 TL Kümmel, ganz
  • ca. 1/2 TL Salz
  • reichlich Rapsöl und / oder Leinöl zum Braten
  • Apfelmus und / oder Zucker als Beilage

Zubereitung: IMG_2062IMG_4744

Die Kartoffeln und die Zwiebel schälen. Gut geeignet sind eher große Kartoffeln, dann hat man weniger Arbeit beim Schälen und Reiben. Kartoffeln und Zwiebel nun entweder mithilfe einer Küchenmaschine oder von Hand fein reiben. Wichtig ist dabei, dass die Stücke nicht zu groß werden, da diese sonst beim Braten roh bleiben. Auf der anderen Seite darf auch kein komplettes Mus beim Reiben entstehen, da dann die Konsistenz der Keulchen nicht stimmig ist.

Die geriebenen Kartoffeln und Zwiebeln mit den weiteren Zutaten in einer Schüssel gut verrühren. Es sollte ein relativ dickflüssiger Brei entstehen.

In einer großen Pfanne das Öl erhitzen und pro Keulchen einen großen gehäuften Esslöffel Teig hineingeben. Die Keulchen sollen ungefähr handtellergroß werden. Die Keulchen von beiden Seiten goldbraun braten. Den Vorgang so oft wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist. Damit die Klitscher nicht anbrennen, muss man mehr Öl verwenden, als man zunächst denken würde und vor jedem neuen Backvorgang etwas nachgießen.

Da wir die Keulchen nicht ganz so fettig mögen, lasse ich sie immer auf etwas Küchenpapier abtropfen, aber das ist natürlich Geschmackssache. Zusammen mit Apfelmus und / oder Zucker servieren und erzgebirgisch genießen.

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Buttermilchplinsen

IMG_5004Gestern gab es bei uns eine leckere, thailändisch angehauchte Fischsuppe. Ich hatte mich nur leider etwas mit der Menge verschätzt, wodurch ein Rest übrig blieb. Da war die Gelegenheit sehr günstig, heute eine Süßspeise auf den Plan zu setzen und vorher den Rest der Suppe zu essen, damit es nicht nur “süß” als Mittagessen gibt.

Als nächste Süßspeise stand mit den Buttermilchplinsen ein echter Sachse auf unserem Menüplan. Dafür sind wir weitgehend einem traditionellen Rezept gefolgt, haben aber die verwendete Fettart und -menge verändert. Statt den Tiegel mit einer Speckschwarte zu fetten, haben wir Butter genommen. Im Originalrezept fand sich zudem die Angabe, dass die fertig gebackenen Plinsen noch mit Fett einzustreichen seien, auch darauf haben wir gern verzichtet. Der Teig war verglichen mit normalen Pfannkuchen eher dickflüssig, durch Natron und Eischnee wurden die Plinsen jedoch trotzdem fluffig und luftig. Wir können daher dieses alte Rezept sehr empfehlen, auch wenn wir heute nicht mehr auf der Suche nach Verwertungsmöglichkeiten der beim Buttern entstehenden Flüssigkeit sein müssen.

Die Plinsen kann man entweder mit Zimt und Zucker bestreuen oder mit Marmelade, am liebsten Heidelbeer, bestreichen. Welch Glück, dass uns vor einigen Tagen ein Überraschungspäckchen von einer Freundin mit ebensolcher Marmelade erreichte, vielen Dank.

Buttermilchplinsen für 3 Personen (8 Stück)

Zutaten:

  • 500 ml Buttermilch
  • 2 Eier, getrennt
  • 1 Pr. Salz
  • 1 EL Zucker
  • 250 g Mehl
  • 1/2 TL Natron
  • 1,5 EL Korinthen (kann man auch weglassen)
  • Butter zum Braten
  • Marmelade oder Zimt und Zucker für die fertigen Plinsen

Zubereitung:

Korinthen waschen und in einem Sieb abtropfen lassen. Die Eier trennen, das Eiweiß mit einem Handrührgerät zu Eischnee schlagen.

Eigelbe, Zucker und Salz schaumig rühren. Das Mehl mit dem Natron vermischen und zu den Eigelben geben. Die Buttermilch darübergießen und alles zu einem klümpchenfreien und recht dickflüssigen Teig verrühren.

Zum Schluss Eischnee und Korinthen unterheben.

Etwas Butter (etwa eine große Messerspitze voll) in einer Pfanne zerlassen, 1 Schöpfkelle voll Teig in den Tiegel geben und die Plinse von beiden Seiten goldgelb backen.

Die fertigen Plinsen auf einen Teller legen und im Backofen bei ca. 80 °C warm stellen, bis alle 8 fertig gebacken sind. Nun nur noch mit Zimt und Zucker bestreuen oder mit Marmelade bestreichen und genießen.

Sächsische Kartoffelsuppe

IMG_4095Betrachtet man historische Rezeptesammlungen aus dem Erzgebirge, kann man zu dem Schluss kommen, dass sich die Bevölkerung in diesem eher armen Landesteil hauptsächlich von Kartoffeln, Quark, Leinöl und wer hatte Speck oder einem Hering ernährt zu haben scheint. Kein Wunder also, dass es auch eine traditionelle sächsische Kartoffelsuppe gibt, die kräftig mit Majoran und / oder Liebstöckel gewürzt wird. Die Suppe ist nahrhaft, sättigt sehr gut, schmeckt lecker und ist schnell zubereitet. Passte perfekt, denn wir sind heute etwas durchgefroren, da wir zuerst bei einem Termin in Dresden waren und danach noch dem heute eröffneten Freiberger Weihnachtsmarkt einen Kurzbesuch abgestattet haben. An die -4 °C muss man sich doch erst wieder gewöhnen. Die Kartoffelsuppe hilft da ganz ausgezeichnet beim Wiederaufwärmen.

Sächsische Kartoffelsuppe für 3 Personen

Zutaten:

  • 550 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 100 g Möhren
  • 100 g Sellerie
  • 75 g Kohlrabi
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • ca. 700 ml Gemüsebrühe
  • 1 EL Butter oder 50 g Speck
  • ca. 1 gestrichener TL getrockneter Majoran
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer
  • etwas Thymian
  • etwas geriebene Muskatnuss
  • etwas Kümmel, gemahlen
  • frische Petersilie
  • 2 EL Kaffeesahne
  • 3 Paar Wiener oder 3 Bockwürste

Zubereitung:

Kartoffeln und Gemüse schälen, putzen und in kleine Stücke schneiden.

Die Kartoffelstücke in einem Topf in Salzwasser für ca. 10 Minuten kochen lassen, bis die Stücke weich geworden sind. Danach das Kochwasser abgießen.

In einem anderen Topf das klein geschnittene Gemüse in der Gemüsebrühe für ca. 15 Minuten gar kochen. Das Gemüse mithilfe einer Schaumkelle aus der Brühe angeln und zu den Kartoffelstücken geben. Beides zusammen mit einem Kartoffelstampfer zu Mus verarbeiten, wobei gern noch einige Stücke erhalten bleiben dürfen. Dafür sollte man auf keinen Fall einen Pürierstab verwenden, da man damit eine eigenartige, etwas schleimige Suppenkonsistenz erhält.

Das Kartoffel-Gemüsemus nun mit der heißen Brühe aufgießen, bis die gewünschte recht dickflüssige Konsistenz erreicht ist. Die Suppe mit Salz, Pfeffer, Majoran (ganz wichtig), gemahlenem Kümmel, Muskatnuss und etwas Thymian würzen und für weitere ca. 10 Minuten köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren.

Während die Suppe kocht, in einer Pfanne den Speck aus- bzw. die Butter zerlassen und die Zwiebelstückchen darin kurz anbraten. Diese danach ebenfalls in die Suppe einrühren und alles kurz durchziehen lassen.

Nun nur noch die Suppe abschmecken, etwas Kaffeesahne unterrühren und die Würstchen heiß werden lassen. Die Suppe mit frischer gehackter Petersilie dekoriert genießen und sich dabei richtig aufwärmen.

Sollten Reste übrig bleiben, macht das übrigens gar nichts, da die Suppe am nächsten Tag noch mal so gut schmeckt.

Traditioneller Kokoskuchen

IMG_4397Wir haben diese Woche Stollen gebacken, überall duftete es herrlich nach Weihnachts-gewürzen, Butter, Mandeln und Rum – nur leider darf man ja nicht kosten, da die Stollen erst noch mindestens eine, besser mehrere Wochen durchziehen müssen. Da bleibt nicht nur die Vorfreude, sondern auch die Spannung bei den Bäckern groß, besonders, wenn man ein neues Rezept ausprobiert hat. Ob die Stollen wohl etwas geworden sind? Bei dieser Stollenbackerei stellte sich auch schon so ein kleines bisschen vorweihnachtliche Stimmung in unserer Familie ein, so dass es fast außer Frage stand, welcher Kuchen heute auf den Tisch kommen sollte – ein traditioneller Kokoskuchen, den wir geschmacklich mit den weihnachtlichen Kokosmakronen verbunden haben.

Dieser Kokoskuchen, der in Sachsen relativ weit verbreitet ist, kommt ohne viel Schnickschnack daher, also ohne Quark, Pudding oder Sahne, sondern einfach nur mit einem fluffigen Hefeteig, auf dem sich die Kokos-Ei-Masse befindet. Er gehört damit, ähnlich wie Zucker-, Grieß- oder Kartoffelkuchen zu den Kuchen, die am besten schmecken, wenn sie ganz frisch sind. Daher sollte der Kokoskuchen erst an dem Tag gebacken werden, an dem man ihn essen möchte. Wenn man ihn bis zum nächsten Tag aufbewahren möchte, sperrt man ihn am besten in eine dicht schließende Kuchenbox, damit er seine Feuchtigkeit behält.

Traditioneller Kokoskuchen (runde Springform, ø 28 cm)

Zutaten Boden:

  • 10 g Frischhefe
  • ca. 70 ml Milch, lauwarm
  • 200 g Mehl
  • 40 g Zucker
  • 1/2 Pck. Vanillezucker
  • 1 Pr. Salz
  • 1 Ei (Größe M)
  • 40 g Butter, zimmerwarm

Zutaten Belag:

  • 120 g Kokosflocken
  • 120 g Butter
  • 90 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 2 Eier
  • 12 g Butter zum Bestreichen des Hefeteiges
  • 100 ml Milch zum Bestreichen des gebackenen Kuchens
  • 25 g Zartbitterschokolade zum Verzieren

Zubereitung:

Man beginnt mit dem Hefeteig. Wenn man Frischhefe verwendet, ist es günstig, damit einen kleinen Vorteig herzustellen. Dazu die Hefe in 60 ml der lauwarmen Milch auflösen und mit 100 g des Mehles zu einem Hefestück vermischen. Dieses abgedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen. Es sollte sich dabei deutlich vergrößern.

Danach die restlichen Teigzutaten, mit Ausnahme der 10 ml Milch, zugeben und den Teig von Hand oder mit einer Küchenmaschine für ca. 5 Minuten langsam, danach für weitere ca. 5 Minuten schneller kneten. Sollte der Teig zu trocken erscheinen, die restliche Milch zugeben. Der Teig sollte sich leicht klebend von der Arbeitsfläche und den Händen lösen. Den relativ weichen Teig abgedeckt in einer leicht bemehlten Schüssel an einem warmen Ort erneut ca. 1 Stunde gehen lassen. Er sollte sein Volumen ungefähr verdoppeln.

Während der Teig geht, die Kokosmasse zubereiten. Dazu die Butter in einem Topf zerlassen, Zucker und Vanillezucker unterrühren und alles einmal aufkochen lassen. Danach die Kokosflocken unterrühren und unter ständigem Rühren leicht bräunen. Die Kokosmasse etwas abkühlen lassen. Zum Schluss die Eier gut unterrühren.

Den Hefeteig leicht durchkneten und in der gefetteten Kuchenform möglichst gleichmäßig ausrollen. Den Hefeteig mit einer Gabel mehrmals einstechen und die 12 g Butter darauf in kleinen Flöckchen verteilen. Nun die Kokosmassen auf dem Boden verteilen.

Den Kuchen auf der 2. Schiene des vorgeheizten Backofens bei Ober- und Unterhitze mit 190 °C für ca. 25 Minuten backen. Gegen Ende der Backzeit den Bräunungsgrad kontrollieren, da jeder Herd unterschiedliche Backeigenschaften aufweist. Ich war etwas abgelenkt, daher ist unser Kuchen ein kleines bisschen zu dunkel geraten, was jedoch den Geschmack nicht beeinträchtigt hat, zum Glück ;-).

Die Milch in einem Topf erhitzen und den frisch gebackenen Kuchen sofort damit einpinseln, damit er an Feuchtigkeit gewinnt. Den Kuchen danach abkühlen lassen.

Zum Schluss die Schokolade im Wasserbad schmelzen und den abgekühlten Kuchen damit verzieren. Bis zum Verzehr erneut kühl stellen, damit die Schokolade wieder fest wird.

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Sächsische Biersuppe

IMG_4271Etwa so hätte es bei meiner Oma abends auf dem Tisch auch aussehen können. Als sie Ende der 1930er Jahre eine jung verheiratete Frau war, hatte sie ein Haushaltsbuch geführt, in dem sie verzeichnete, was sie zu welchem Preis an Lebensmitteln gekauft und was sie gekocht hatte. Dieses Buch ist glücklicherweise erhalten geblieben. Als es uns neulich abends mal wieder in die Hände fiel, haben wir interessiert besonders die Kochaufzeichnungen entziffert. Es gab abends häufig Suppe, so viel steht fest – Milchsuppe, Grießsuppe, Brotsuppe oder Biersuppe. Biersuppe? Die war mir gänzlich unbekannt. Wie die wohl zubereitet wurde? Zum Glück haben wir auch das alte Koch- und Backbuch meiner Oma geerbt, den “Ratgeber für Herd und Haus” von Berta Dißmann. Dort fanden wir das Rezept, heute haben wir es ausprobiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass die Suppe ein bisschen ungewöhnlich, aber sehr interessant und gut schmeckt. Sie ist damit in unser Suppenprogramm aufgenommen.

Wer es ebenfalls probieren möchte, findet hier das Originalrezept, weiter unten unsere Variante. Die Suppe ist nicht so sättigend, daher haben wir vorher einen Salat mit etwas Brot gegessen und die Suppenmenge pro Kopf etwas erhöht.

IMG_4280(Quelle: Dißmann, Berta. 193?. Ratgeber für Herd und Haus. Alwin Huhle, Dresden.)

Sächsische Biersuppe für 2 Personen als Hauptspeise

Zutaten:

  • 400 ml Schwarzbier
  • 300 ml Milch
  • 1 Pr. Salz
  • 30 g Zucker
  • 20 g Mehl
  • 1 Nelke
  • 2 – 3 Pr. Zimt
  • 1 – 2 Pr. Ingwer, gemahlen

Zubereitung:

Das Bier ca. 2 Stunden vor der Verwendung öffnen, dann schäumt es beim Erwärmen nicht ganz so stark.

Das Bier mit dem Salz, dem Zucker und den Gewürzen in einem Topf erwärmen, jedoch nicht kochen. Für ca. 25 Minuten ziehen lassen.

Von der Milch ca. 4 EL abnehmen und das Mehl darin sehr gut verquirlen, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind.

Die Milch in einem anderen Topf zum Kochen bringen. Die Mehl-Milch Mischung unter ständigem Rühren langsam in die kochende Milch gießen und für ca. 5 Minuten köcheln lassen. Dabei gelegentlich umrühren.

Das warme Bier nun in die heiße Milch gießen, dabei die Nelke wieder herausangeln. Die Suppe nun nicht mehr aufkochen, sondern nur noch warm halten. Zum Schluss noch abschmecken und evtl. noch etwas Zimt oder Ingwer hinzufügen. Warm genießen.

Wer es nicht geschafft hat, die Suppe ganz klümpchenfrei anzuquirlen, sollte sie vor dem Servieren noch durch ein Sieb gießen.

So sieht sie übrigens in Farbe aus – nicht ganz so attraktiv, gebe ich zu, das macht aber bei einem wohlschmeckenden Traditionsgericht überhaupt nichts, finden wir.

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Hefeklöße mit Holunderbeer-Apfel-Sauce

IMG_3673Wir beschließen die scheckenlaks-Holunderbeerwoche mit einer sehr schmackhaften Süßspeise, in der sich eine aromatische Sauce zu fluffigen Hefeklößen gesellt. Genau das richtige Essen, um den sonnigen Herbst zu genießen. Allerdings ist das Rezept in der Herstellung etwas zeitintensiv, da aber die Abende nun schon etwas dunkler und kälter sind, passt es gut nach einem aktivitätsreichen Tag draußen, bei dem man auch gleich die benötigte Menge Holunderbeeren pflücken kann.

Hefeklöße mit Holunderbeer-Apfel-Sauce für 3 Köpfe 🙂

Zutaten Hefeklöße:

  • 375 g Weizenmehl
  • ca. 210 ml Milch, ca. 30 °C warm
  • 2 Pr. Salz
  • 30 g Zucker
  • Schale von 1/4 Bio-Zitrone (kann weggelassen werden)
  • 1 Ei, zimmerwarm
  • 21 g Frischhefe oder 1 Pck. Trockenhefe
  • 30 g Butter, zimmerwarm

Zutaten Sauce:

  • 400 g Holunderbeeren (geputzt gewogen)
  • ca. 180 g säuerlicher Apfel
  • 1 Zimtstange
  • 2 Nelken
  • 1/4 TL Sternanis
  • 1/4 TL Koriander
  • 450 ml Wasser
  • ca. 60 g brauner Zucker
  • 190 ml Milch
  • 1,5 – 2 EL Kartoffelstärke (je nach gewünschter Konsistenz)

Zubereitung: IMG_3653

Man beginnt mit dem Ansetzen des Hefeteiges, da dieser ca. 1 Stunde gehen muss. Dafür vermischt man die zerbröckelte Frischhefe mit der ca. 30 °C warmen Milch und den weiteren Zutaten mit Ausnahme der Butter. Da das Mehl nicht immer identisch viel Flüssigkeit binden kann, sollte man zunächst nur 190 ml der Milch zugeben und den Rest erst dann einkneten, wenn der Teig zu fest erscheint.

Der Teig sollte möglichst intensiv für ca. 10 Minuten verknetet werden, damit die Hefeklöße groß, stabil und sehr locker werden. Das beste Ergebnis erzielt man, wenn man die Butter erst nach der ersten Knetzeit einarbeitet. Dazu gibt man die Butter in kleinen Stückchen in den Teig und knetet diesen für weitere ca. 10 Minuten bis er eine weiche, jedoch nur noch schwach klebende Konsistenz aufweist. IMG_3654

Den Teig danach abgedeckt in einer Schüssel für etwa 1 Stunde an einem warmen Ort (Sonnenfenster oder Heizungsnähe, ca. 22 °C) gehen lassen, bis er sich deutlich vergrößert hat.

Nach der Gehzeit, den Teig in der Schüssel kurz zusammenstoßen. Danach 10 Teigstücke zu etwa 70 g abstechen. Diese mit bemehlten Händen auf einer Arbeitsfläche zu runden, brötchenartigen Klößen formen und nochmals abgedeckt ca. 20 – 30 Minuten (je nach Temperatur) gehen lassen.

IMG_3657Zum Garen der Klöße verwendet man am besten 2 breite Töpfe, damit möglichst viele gleichzeitig fertig werden. Die Töpfe mit Wasser füllen und dieses zum Kochen bringen. Danach spannt man je ein großes Tuch straff über die Töpfe. Das Tuch darf das Wasser nicht berühren, da die Klöße nur durch den Wasserdampf gegart werden. Nun die Klöße mit entsprechend Abstand auf das Tuch legen, mit einem zweiten Tuch dicht abdecken und für 18 – 20 Minuten garen. Damit die fertigen Klöße nicht zusammenfallen, kann man diese entweder sofort auf dem Tuch aufreißen oder mit einem Holzstäbchen mehrmals einstechen.

Während der ersten Gehzeit des Teiges kann man mit der Zubereitung der Sauce beginnen. Generelle Hinweise zum Holunderbeerpflücken und -verlesen sind hier zu finden. Für die Sauce die Holunderbeeren und Äpfel waschen und putzen. Die Äpfel in kleine Stückchen schneiden. Danach die Beeren und Apfelstücke zusammen mit den Gewürzen und dem Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis die Beeren weich geworden sind.

Nun die Mischung durch ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb gießen, den Saft dabei auffangen. Für eine möglichst großes Saftausbeute, die Fruchtmasse noch etwas z. B. mithilfe eines Fleischklopfers auspressen.

Den so aufgefangenen Saft mit dem Zucker und dem Großteil der Milch mischen und erneut zum Kochen bringen. Ca. 3 EL der kalten Milch mit der Kartoffelstärke klümpchenfrei verquirlen und mit einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren in die heiße Sauce gießen. Die Sauce nochmals aufkochen und abschmecken, ggf. mehr Zucker zufügen. Sollte die Sauce noch zu dünn erscheinen, dann nochmals in kalter Milch verquirlte Kartoffelstärke einrühren und erneut aufkochen lassen.

Die Hefeklöße sofort nach dem Garen zusammen mit der Sauce servieren und genießen.

IMG_3662Wie man hier gut sehen kann, hatte ich die Hefeklöße beim Dämpfen etwas zu dicht nebeneinander gelegt, so dass sie leider an den Seiten etwas zusammengeklebt sind. Geschmeckt haben sie trotzdem ganz ausgezeichnet.

Holunderbeersuppe

IMG_3768Heute kann ich endlich einmal wieder ein für das Erzgebirge ganz typisches Traditionsessen präsentieren – die Holunderbeersuppe. Wie so häufig bei Traditionsessen galt auch diese Suppe als arme Leute Essen und geriet wohl dadurch etwas in Vergessenheit. Das hat sie jedoch überhaupt nicht verdient, denn sie schmeckt sehr gut, fruchtig frisch, leicht süß und herbstlich aromatisch. Zusätzlich erzeugt sie jede Menge Wärme im Körper, das macht sie im Herbst noch sympathischer.

Unser Hausrezept basiert auf einer Anleitung, die wir in dem alten Kochbuch meiner Oma gefunden haben. Wir haben einige kleine Änderungen vorgenommen und noch ein paar Gewürze hinzugefügt, die wir heute im Gegensatz zu den 1930er Jahren sicher viel einfacher verfügbar haben. Der Suppeneinlage sind wir jedoch treu geblieben, bei meiner Oma wurde einfach nur Zwieback hineingebrockt, Punkt und lecker. Andere Varianten wie Weißbrot oder Grießklößchen könnte man sicher auch wählen.

Sehr lustig fand ich übrigens, dass damals in den Rezepten noch nicht für 4 Personen gekocht wurde, sondern für 4 Köpfe. Fragt sich, wo da der Rest der Körper war :-).

Holunderbeersuppe für 4 Köpfe

Zutaten:

  • 500 – 600 g Holunderbeeren (geputzt gewogen)
  • 2 große, säuerliche Äpfel
  • 750 ml Wasser
  • 1 Pr. Salz
  • 1 Zimtstange
  • 3 Nelken
  • 1 Sternanis oder 1/4 TL Sternanispulver
  • 3 grüne Kardamomkapseln oder 1/4 TL gemahlener Kardamom
  • 50 – 60 g Zucker
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 2 EL Kartoffelstärke
  • 5 EL kaltes Wasser
  • 150 – 200 ml Rotwein, trocken oder Milch
  • ca. Saft 1/2 Zitrone
  • ggf. Zimt- und Kardamompulver
  • 12 Zwiebäcke

IMG_3757Zubereitung:

Für generelle Tipps zum Pflücken und Verarbeiten der Holunderbeeren siehe hier. Die Holunderbeeren und Äpfel waschen und putzen. Äpfel in kleine Stücke schneiden.

Die Holunderbeeren zusammen mit den Äpfeln und dem Wasser sowie dem Salz, der Zimtstange, den Nelken, dem Sternanis und den Kardamomkapseln in einem großen Topf mischen und zum Kochen bringen. Alles 10 – 15 Minuten köcheln lassen.

Danach die Suppe durch ein mit einem sauberen Tuch ausgelegtes Sieb gießen und die Fruchtmasse mit einem Fleischklopfer oder den Händen (Achtung färben sich lila ein) etwas ausquetschen.

Den so entstandenen Saft in einem Topf zusammen mit dem Zucker, dem Vanillezucker und dem Rotwein erneut zum Kochen bringen. Anstelle des Rotweins kann auch Milch verwendet werden.

Zum Andicken der Suppe die Kartoffelstärke in dem kalten Wasser klümpchenfrei verrühren. Diese Mischung unter Rühren mit einem dünnen Strahl in die heiße Suppe gießen, danach nochmals aufkochen lassen. Ist die Suppe immer noch zu dünn, etwas mehr der in kaltem Wasser gelösten Kartoffelstärke verwenden.

Die Suppe mit Zitronensaft, ggf. mehr Zucker, Zimt oder Kardamom abschmecken. Zum Anrichten je 3 Zwiebäcke pro Teller in Stückchen zerbrechen und mit der Suppe übergießen. Am besten schmeckt die Suppe, wenn sie heiß genossen wird, möchte man sie kalt essen, sollte man den Zuckeranteil etwas erhöhen.

Genießt den Herbst und diese wärmende, fruchtige Suppe.

Pilzbohnen und Rosmarinkartoffeln

IMG_3210Pilzbohnen – das ist definitiv ein Essen, mit dem ich aufgewachsen bin. Immer wenn die Bohnenernte im Garten startete, gab es dieses Gericht, früher einfach nur mit Brot, jetzt auch gern mit anderen Beilagen wie z. B. Rosmarinkartoffeln. Der Witz an Pilzbohnen ist, dass sie in unserer Variante gänzlich ohne Pilze auskommen, jedoch aufgrund der Würzung fast so schmecken, als ob welche enthalten wären.

Das schafft auch einen guten Ausgleich in Jahren mit schlechter Pilzernte. Dieses Jahr ist diese für uns bisher auch nicht gerade üppig ausgefallen, von unserer letzten Sammeltour im Wald brachten wir jede Menge, leider ziemlich vermadete, Rotfußröhrlinge mit, jedoch nur 2 Steinpilzchen, Braunhedel (Maronen) Fehlanzeige. Nun gut, dann essen wir eben Pilzbohnen – ohne Pilze.

Pilzbohnen und Rosmarinkartoffeln für 3 Personen

Zutaten: IMG_3189

  • ca. 600 g grüne Bohnen
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer
  • ca. 1 EL Bohnenkraut-Blättchen, frisch
  • 1 EL Butterschmalz oder Butter
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer
  • ca. 1 TL Bohnenkraut-Blättchen, frisch
  • 1/2 – 1 TL Kümmel, ganzIMG_3199
  • 1 großes oder 2 kleine Ei(er)
  • Petersilie
  • 10-12 kleine Kartoffeln*, festkochend
  • 3-4 Zweige Rosmarin, frisch oder
  • etwas getrockneter Rosmarin
  • ca. 3 EL Olivenöl
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer
  • wenige Chiliflocken, getrocknet

* Anmerkung: das Rosmarinkartoffelfoto ist bei einer anderen Gelegenheit entstanden, daher befinden sich deutlich mehr als 10 Kartoffeln in der Pfanne ;-).

Zubereitung Pilzbohnen:

Die Bohnen gut waschen, die Enden abschneiden und evtl. vorhandene Fäden abziehen. Dann die Bohnen entweder in kleinere Stücke schneiden oder in eine Bohnenschnippelmaschine geben. Wichtig ist, dass die Bohnen schräg und nicht gerade durchgeschnitten werden.

In einem Topf Wasser zum Kochen bringen, mit Salz, Pfeffer und ca. 1 EL Bohnenkraut (nur die Blättchen) würzen. Die Bohnen darin 10-12 Minuten kochen lassen, bis sie knapp gar sind, danach das Wasser abgießen.

Während die Bohnen kochen, die Zwiebel schälen und in kleine Stücke schneiden sowie die Petersilie putzen und hacken.

In einer Pfanne Butterschmalz erhitzen und zunächst die Zwiebel etwas anbraten bis sie weich geworden ist. Danach die Bohnen zufügen und mit Salz, Pfeffer, Bohnenkraut, Kümmel und den Petersilienstängeln würzen. Für ca. 10 Minuten unter mehrmaligem Umrühren schmoren lassen.

Zum Schluss das bzw. die Ei(er) verquirlen und über die geschmorten Bohnen geben, umrühren und kurz weiterbraten (ca. 1 Minute). Danach die Pilzbohnen abschmecken. Die Petersilienstängel vor dem Servieren wieder herausangeln, dafür jedoch die Bohnen mit der gehackten Petersilie bestreuen.

Zubereitung Rosmarinkartoffeln:

Für die Rosmarinkartoffeln die ungeschälten Kartoffeln zunächst kochen, bis sie weich sind. Je nach Kartoffelgröße dauert dies 20 – 30 Minuten. Danach die etwas abgekühlten Kartoffeln schälen und die Rosmarinzweige grob zerkleinern.

Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen, die ganzen Kartoffeln hinzufügen und mit Rosmarin, Salz, Pfeffer und wenigen Chiliflocken, möglichst von beiden Seiten, würzen. Die Kartoffeln nun unter mehrmaligem Wenden bei mittlerer Hitze goldbraun braten. Dies dauert ca. 10 – 15 Minuten.

Die Kartoffeln eignen sich auch gut als Beilage zu Fleischgerichten.