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Kartoffel Lauch Gratin mit gebratenem Lachs

Dieses Nebelpieselregenwetter ruft geradezu nach Wohlfühlessen an einem Freitag. Dieses Kartoffel-Lauch Gratin habe ich bei Chili und Ciabatta entdeckt und sofort, auch aufgrund unserer positiven Erfahrungen mit dem Sellerie-Pastinaken-Kartoffel-Gratin, auf meine Nachkochliste gesetzt. Ich habe hier und da ein paar kleine Änderungen eingefügt und anstelle von Fleisch gebratenen Lachs dazu kombiniert, was allen in der Familie sehr gut geschmeckt hat. Der Porree verleiht dem Gratin zusammen mit dem würzigen Käse einen ausgezeichneten Geschmack, so dass sich ein Nachkochen in jedem Fall lohnt. Einen extra Dipp o. ä. benötigt man nicht, da durch die Sahne-Milch Sauce des Gratins genug Saftigkeit zur Verfügung steht.

Kartoffel Lauch Gratin mit gebratenem Lachs für 3 Personen

Zutaten:

  • 500 g Lachsfilet
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl und Butter zum Braten
  • etwas Dill zum Bestreuen
  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • 3 Stangen Porree / Lauch
  • 2 kleine Möhren
  • 200 ml Schlagsahne
  • 100 ml Milch
  • 1 TL Gemüsebrühpulver
  • Salz
  • Pfeffer
  • geriebene Muskatnuss
  • ca. 1 TL Paprikapulver
  • 40 g geriebener Bergkäse oder Parmesan
  • etwas Olivenöl zum Fetten der Gratinform

Zubereitung:

Zuerst die feuerfeste Auflaufform dünn mit Olivenöl auspinseln, damit später nichts kleben bleibt.

Die Kartoffeln und Möhren schälen, putzen und in dünne Scheiben schneiden. Den Lauch ebenfalls putzen, gründlich waschen und in ca. 1 cm breite Rollen schneiden.

Bergkäse und / oder Parmesan ggf. reiben.

Für die Sauce Milch, Sahne und Gemüsebrühpulver gut miteinander verquirlen und mit Salz, Pfeffer, Paprikapulver sowie geriebener Muskatnuss herzhaft abschmecken.

Kartoffeln und Lauch im Wechsel in die Auflaufform einschichten. Die Möhren dazwischen streuen und alles etwas würzen.

Die Sahne-Milch Mischung darüber gießen.

Das Gratin im vorgeheizten Backofen bei 200 °C (Ober- und Unterhitze) auf der mittleren Schiene für 30 – 35 Minuten backen. Danach den darüberstreuen und für weitere 15 Minuten backen lassen, so dass der Käse etwas bräunt.

Während das Gratin fertigbäckt, die Lachsfilets zubereiten. Diese sollten vor der Verwendung möglichst vollständig aufgetaut sein. Die Stücke von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Filets von jeder Seite für etwa 3 – 4 Minuten braten. Sind die Stücke noch etwas gefroren, verlängert sich die Bratzeit. Gegen Ende der Bratzeit etwas Butter auf die Lachsfilets legen, das gibt extra Geschmack und Saftigkeit. Den Lachs vor dem Verzehr kurz ruhen lassen.

Die Lachsfilets mit etwas gehacktem Dill bestreuen und zusammen mit dem saftigen Gratin genießen.

Kanarische Salzkartoffeln (Schnellvariante)

IMG_2289Kanaren = Sonne, Meer, Palmen, Strand, kurvige Straßen, Gebirge und Papas arrugadas, kleine kanarische Pellkartoffeln mit Salzkruste. Diese findet man, glaube ich, in jedem Restaurant bzw. jeder Kneipe. Wir begegneten ihnen mehrmals während unseres Urlaubs und waren begeistert.

Jetzt sollten sie auch auf den heimischen Tisch kommen als Beilage zu einem spanischen Fischgericht. Da ich nicht so viel Zeit in der Küche aufwenden wollte, habe ich mich in der Zubereitung der Kartoffeln für eine Schnellvariante entschieden, bei der nicht gewartet wird, bis das Kochwasser vollständig verdampft ist. Stattdessen wird ein Teil des Wasser nach Ende der Garzeit abgeschüttet, wodurch man natürlich mehr Salz bei der Herstellung benötigt. Es bleibt ja nur ein Teil an den Kartoffeln hängen. Trotz der zunächst wahnsinnig hoch erscheinenden Salzmenge schmecken die Kartoffeln angenehm und nur leicht salzig. Perfekt, fanden wir.

Leider traf das nicht so richtig auf die spanische Fischpfanne mit Tomaten und Paprika zu, die keine Begeisterungsstürme in der Familie auslöste. Schade eigentlich, aber so dürfen wenigstens die “Papas” die ihnen zustehende Hauptrolle spielen.

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Kanarische Salzkartoffeln (Schnellvariante) für 3 Personen als Beilage

Zutaten:

  • ca. 550 g kleine, festkochende Kartoffeln
  • 5 dl Wasser
  • 125 g Meersalz

Zubereitung:

Die Kartoffeln gut waschen, ggf. abschrubben. Dabei jedoch aufpassen, dass die Schale möglichst intakt bleibt.

Die Kartoffeln in einen großen Topf legen und so viel Wasser angießen, dass sie fast bedeckt sind. In unserem Topf reicht ein halber Liter.

Das Salz hinzufügen.

Die Kartoffeln nun für ca. 20 Minuten bei leicht geöffnetem Topfdeckel köcheln lassen bis sie gar sind. Dabei entweicht schon ein Teil des Wasser als Dampf. Das restliche Wasser nach Ende Kochzeit abgießen und die Kartoffeln auf der warmen Herdplatte im Topf für mehrere Minuten trocknen lassen. Dadurch entsteht die Salzkruste.

Alternativ kann man auch die Kartoffeln so lange kochen, bis das Wasser verdampft ist. Dann benötigt man deutlich weniger Salz als bei der oben beschriebenen Schnellvariante.

Die Kartoffeln eignen sich hervorragend als Beilage zu Fisch, Fleisch oder beim Grillen. Auch solo als Snack schmecken sie hervorragend und kombiniert man sie mit einer kanarischen Sauce wie Mojo verde oder Mojo rojo, dann kann man fast die Palmen rascheln hören.

Kabeljau auf Spinat-Kartoffelmus mit Chorizo

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Heute sind wir wieder einmal bei einem gesunden, leicht herzustellenden Alltagsgericht angelangt. Kartoffelmus, das mit Spinat (oder Grünkohl) vermischt wird und zusammen mit würziger Chorizo sowie leckerem, ofengebackenem Kabeljau angerichtet wird. Einfach, schnell und gut mit wenigen Zutaten hergestellt und natürlich lecker. So lieben wir die Wochentagsküche.

Kabeljau auf Spinat-Kartoffelmus mit Chorizo für 2 Personen

Zutaten:

  • 250 – 300 g Kabeljaufilet
  • Salz
  • Olivenöl
  • 400 g Kartoffeln, gern mehlig kochende
  • 3 Knoblauchzehen
  • ca. 150 g Spinat (frisch oder TK, wir: TK “Schnipselspinat”)
  • etwas Olivenöl
  • 3 leicht gehäufte EL Saure Sahne
  • 1,5 EL Butter
  • Salz
  • Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • 6 dickere Scheiben Chorizo (spanische Paprikasalami)

Zubereitung:

Die Fischfilets vor der Verwendung möglichst auftauen lassen. Danach von beiden Seiten salzen.

Eine kleine Auflaufform mit Olivenöl einfetten, die Filets hineinlegen und ebenfalls mit etwas Öl beträufeln. Die Auflaufform in den vorgeheizten Backofen (mittlere Schiene) schieben und bei 200 °C (Ober- und Unterhitze) für 15 – 20 Minuten backen lassen. Der Fisch ist fertig, wenn er auf leichten Druck hin anfängt, sich in Segmente aufzuteilen. Bei dünneren Filets daher unbedingt nach 15 Minuten prüfen, ob der Fisch fertig ist, bleibt er zu lange im Ofen, wird er trocken und schmeckt nicht mehr gut.

Für das Kartoffelmus die Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden und in ungesalzenem Wasser ca. 15 Minuten gar kochen. Währenddessen die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Frischen Spinat waschen, abtropfen, verlesen und grob hacken. TK-Spinat zumindest leicht auftauen lassen.

Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, den Knoblauch darin kurz anrösten, er sollte dabei jedoch nicht braun werden. Den Spinat hinzufügen und so lange anbraten, bis er zusammenfällt bzw. bei TK-Spinat vollständig erwärmt ist. Mit etwas Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss würzen.

Das Kartoffelkochwasser abgießen, die Kartoffelstückchen von Hand oder mithilfe eines Kartoffelstampfaufsatzes eines Stabmixers zu Mus zerdrücken. Dabei die Saure Sahne sowie die Butter zusetzen. Zum Schluss den Spinat einrühren. Das Kartoffelmus mit etwas Salz, Pfeffer und ggf. Muskatnuss abschmecken. Erscheint das Mus zu trocken, kann man noch etwas Milch hinzufügen.

Die Chorizo in Stücke schneiden und in einer Pfanne ohne die Zugabe von Fettigkeit knusprig anbraten.

Den Kabeljau auf dem Spinat-Kartoffelmus anrichten und mit der gebratenen, würzigen Chorizo belegen. Den Alltag genießen.

Gazpacho – eine sommerlich erfrischende Gemüsesuppe

IMG_2110Gazpacho ist eine kalt zu genießende Gemüsesuppe mit spanischen Wurzeln. Sie ist denkbar einfach zuzubereiten. Hat man einen Stabmixer, kann man Smoothies oder eben auch Gazpacho in ca. 15 Minuten herstellen. Das Besondere an diesem Rezept ist, dass fast die gesamte Flüssigkeit der Suppe aus dem Gemüse stammt, so dass der Geschmack von Gurke, Tomate und Co. intensiviert wird.

Die Suppe schmeckt nicht nur gut, sie führt dem Körper auch jede Menge wichtige Vitamine und Mineralstoffe sowie Flüssigkeit in der sommerlichen Wärme zu. Perfekt für alle, die in der Sonne etwas Frisches und wirklich Gesundes zu essen haben möchten.

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Gazpacho für 3 – 4 Personen oder 8 Personen als Vorspeise

Zutaten:

  • 1 kg wirklich reife Tomaten
  • 1 Gurke
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 kleine rote Zwiebel
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1/2 frische Chilischote
  • 3 EL kaltgepresstes gutes Olivenöl
  • 3 – 4 EL trockener Rotwein, alternativ ca. 1 EL Rotweinessig
  • Salz
  • Pfeffer
  • frische Kräuter zur Garnierung, z. B. Basilikum, Zitronenmelisse, Minze, Koriander

Zubereitung:

Das kühlschrankkalte Gemüse, Zwiebeln und Knoblauch waschen, putzen und in Stücke schneiden. Die Chilischote halbieren und die Kerne entfernen.

Alle Zutaten mit Ausnahme der Kräuter sowie von Salz und Pfeffer in einer Schüssel vermischen und mit einem leistungsstarken Stabpürierer / Mixer fein pürieren.

Mit Salz und Pfeffer würzen und die Suppe abschmecken.

Bis zum Verzehr kalt stellen, evtl. Eiswürfel verwenden.

Mit Kräutern bestreut eiskalt in der sommerlichen Wärme genießen.

Cremige Süßkartoffel-Blumenkohlsuppe

IMG_1802Da sind wir nach den ganzen Feiertagen im Mai zurück im mehr oder weniger schnöden Alltag. Das bedeutet jedoch nicht, dass man dadurch automatisch langweilige Mahlzeiten mit altbekannten Zutatenkombinationen essen muss. Stattdessen kann man einfach mal in der Küche seiner Phantasie freien Lauf lassen und herumexperimentieren. Im besten Fall kommt etwas Geniales heraus, häufig etwas Neues, das einfach nur gut schmeckt und selten etwas, bei dem man feststellen muss, dass die verwendeten Zutaten nicht gut zueinander passen.

Mit dieser Suppe bewegen wir uns in Kategorie zwei, Süßkartoffel und Blumenkohl sind sicher keine gewöhnliche Kombination, ergeben aber eine interessante, wohlschmeckende Alltagssuppe. Die Süßkartoffel kompensiert dabei den leicht bitteren Geschmack von püriertem Blumenkohl. Die angebratene Chorizo liefert extra Würze und Schärfe, die Minze besondere Frische. Insgesamt ergibt das eine durchaus leckere Suppe.

Cremige Süßkartoffel-Blumenkohlsuppe für 3 Personen

Zutaten:

  • 1/2 großer oder 3/4 kleiner Blumenkohl
  • 1 Süßkartoffel
  • 1 mittlere Kartoffel
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 – 2 EL Olivenöl
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • ca. 1 EL Butter
  • 50 ml Sahne
  • Salz
  • Pfeffer
  • geriebene Muskatnuss
  • evtl. etwas Zucker
  • Chorizo (spanische Paprikasalami)
  • einige Minzeblätter

Zubereitung:

Das Gemüse putzen und in kleine Stücke schneiden.

Das Olivenöl in einem Suppentopf erhitzen. Darin zunächst die Zwiebelstücke, danach das restliche Gemüse für wenige Minuten unter Rühren anbraten.

Die Gemüsebrühe angießen und alles für 15 – 20 Minuten kochen lassen, so dass Kartoffeln und Gemüse weich werden.

Währenddessen die Chorizo in Stücke schneiden und in einer Pfanne abraten. In der Regel benötigt man dafür keine extra Zugabe von Fettigkeit.

Butter und Sahne in die Suppe geben und alles mit einem Stabmixer fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und eventuell etwas Zucker abschmecken. Gegebenenfalls noch etwas Flüssigkeit hinzufügen, wenn die Suppe zu dickflüssig ist und nochmals aufkochen.

Die Suppe mit Chorizo und frischer Minze bestreut genießen.

Mini Fruchtpizza

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Oh ho, diese kleinen Pizzen mit frischen Beeren und Obst sind definitiv unsere diesjährigen Sommerfavoriten. Ich liebe Kuchen, die Beeren und Sahne enthalten, allerdings nur, wenn sie wesentlich einfacher und schneller herzustellen sind als herkömmliche Sahnetorten. Diese farbenfrohen und nicht ganz so kalorienreichen Portionskuchen sind da genau das Richtige. Das Obst ruht dabei auf einem luftigen Biskuitboden, der ganz simpel mit Vanilleschlagsahne verfeinert wird. Eine Idee für Pfingsten? Bei uns ganz bestimmt.

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Aufpassen beim Backen, die Böden werden schnell etwas zu dunkel, siehe oben, unten sind sie perfekt.

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Mini Fruchtpizza 7 – 8 Stück

Zutaten:

  • 2 Eier (Größe L), zimmerwarm
  • 50 g Zucker
  • 25 g Mehl
  • 25 g Kartoffelmehl
  • 150 ml Schlagsahne
  • Mark von 1/2 Vanilleschote
  • ca. 2 TL Zucker (oder mehr, wenn ihr sehr saure Beeren / Früchte habt)
  • frische Beeren und / oder Obst nach eigener Wahl (wir hatten Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Mango und Kiwi)

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Zubereitung:

Für die Böden Zucker und zimmerwarme Eier mit einem Handrührgerät sehr gut verschlagen. Dabei muss sich die anfänglich gelbe, flüssige Masse zu einem weißlichen schaumartigen Gebilde umwandeln. Das dauert mehrere Minuten.

Mehl und Kartoffelmehl miteinander vermischen und in den Teig sieben. Vorsichtig mit einem Löffel unterheben. Dabei darauf achten, dass möglichst viel Luft im Teig erhalten bleibt.

Den Teig nun zu 7 oder 8 kleinen Portionen auf zwei mit Backpapier belegten Blechen verteilen und leicht breit streichen. Dabei etwas mehr Abstand lassen, als auf dem Foto zu sehen ist.

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Die Böden im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene bei 210 °C (Ober- und Unterhitze) für ca. 7 Minuten backen. Sie sind fertig, wenn sie goldbraun geworden sind. Das beste Resultat erhält man, wenn die beiden Bleche einzeln nacheinander gebacken werden. Das dauert ja nicht lang.

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Mit einem Tuch bedeckt abkühlen lassen. Das Backpapier lässt sich im lauwarmen Zustand der Böden einfach abziehen.

Das Mark einer halben Vanilleschote auskratzen und mit der kalten Schlagsahne vermischen. Die Sahne danach steif schlagen, dabei den Zucker einrieseln lassen.

Die Sahne auf die Böden streichen und die Pizzen mit Beeren oder klein geschnittenem Obst nach eigenen Vorlieben belegen. Bis zum Verzehr kalt stellen und am besten in der Sonne sitzend mit einer Tasse Kaffee genießen.

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Kirschkuchen mit Streuseln – einfach und gut

IMG_1675Einige werden jetzt vermutlich sagen: “Typischer Hausfrauenkuchen” oder auch “Omakuchen”, modern würde ich eher “minimalistisch” zu ihm sagen. Handelt es sich doch um einen einfachen, saftigen und guten Kirschkuchen, der ausgezeichnet schmeckt und dass, obwohl er auf Creme, Quark und Co. oder sonstigen “Fixfax” verzichtet.

Darüber hinaus verbindet unsere Familie eine besondere Freundschaft mit genau diesem Kuchen. Die Verursacher dieser speziellen Verbindung sind die Kinder meiner älteren Schwester. Waren sie früher bei meinen Eltern zu Besuch, bei denen ich selbst noch wohnte, musste dieser Kuchen auf der Kaffeetafel stehen. Fehlte er, waren die Gesichter lang, egal, was wir sonst noch Leckeres anzubieten hatten. Ohne ihren Lieblingskuchen waren sie nicht zufrieden.

Also gab es diesen Kirschkuchen, jahrelang, bis zu jenem denkwürdigen Tag, an dem eines der beiden Kinder zu uns meinte: “Könnt ihr eigentlich nur Kirschkuchen backen? Wieso gibt es nie anderen Kuchen? Das ist doch eigentlich ein bisschen langweilig, immer gibt’s den gleichen Kuchen bei euch.” Hah, “endlich”, dachten wir im Stillen, ab jetzt können wir auch ab und zu wieder anderen Kuchen auf den Tisch stellen. Und trotzdem, nach einer Pause, wurde der Kirschkuchen mit Streuseln doch vermisst, so dass er jetzt mehrmals im Jahr wieder Bestandteil des Kaffeetrinkens ist. Verdient hat er es.

Besonders gut verträgt er sich übrigens mit etwas Schlagsahne als Beilage. Darüber hinaus ist er durch und durch unkompliziert herzustellen, aufzubewahren und anzubieten. Auch kann man ihn ohne Probleme einfrosten. Einfach gut eben.

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Kirschkuchen mit Streuseln – einfach und gut (runde Springform ø 26 cm)

Zutaten Boden:

  • 150 g Mehl
  • 1 gestrichener TL Backpulver
  • 1 Pr. Salz
  • 65 g Zucker
  • 65 g Butter, zimmerwarm
  • 1 Ei
  • etwas Butter zum Fetten der Backform

Zutaten Belag:

  • 2 Gläser Sauerkirschen (je 720 ml)

Zutaten Streusel:

  • 100 g Mehl
  • 60 g Butter, zimmerwarm
  • 60 g Zucker

Zubereitung:

Die Sauerkirschen in ein großes Sieb gießen und gut abtropfen lassen.

Eine runde Kuchenform mit Butter fetten.

Für den Boden Ei, Zucker und die weiche Butter sehr gut miteinander verschlagen, bis eine lockere Masse entstanden ist. In einer anderen Schüssel Mehl, Backpulver und Salz vermischen. Jetzt die Trockenmasse zur Feuchtmasse geben und alles mit den Knethaken miteinander zu einem klümpchenfreien, gleichmäßigen Teig verrühren.

Den Teig nun in der gefetteten Backform mithilfe eines kleinen Teigrollers oder den Händen gleichmäßig ausrollen bzw. -drücken.

Die gut abgetropften Kirschen auf dem Boden verteilen.

Für die Streusel alle Zutaten kurz von Hand miteinander verkneten. Die Streusel auf die Kirschen krümeln.

Den Kuchen im vorgeheizten Backofen bei 170 °C (Ober- und Unterhitze) auf der mittleren Schiene für ca. 45 Minuten backen, bis die Streusel goldbraun geworden sind.

Danach mit einem Tuch bedeckt abkühlen lassen.

Der saftige Kirschkuchen schmeckt sowohl pur als auch mit einem Klecks Schlagsahne und natürlich einer Tasse Kaffee oder Tee.

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Buchweizen-Hafer-Brei mit Apfel, Rosinen und Kiwi

IMG_1400Nein, es handelt sich nicht um Babykost, vielmehr um Resteverwertung. Genau genommen um diese plastiksperrigen Tüten, die sich in den hintersten Winkel des Küchenschrankes verkrümeln, dort den Ablauf ihres Verfallsdatums in aller Seelenruhe abwarten, um schlussendlich dem armen im Vorratsschrank nichtsahnend etwas Suchenden urplötzlich vor die Füße zu springen ;-). So hat mich auf jeden Fall diese Tüte Buchweizen behandelt. Es hat ihr jedoch nichts genützt, wir haben sie trotzdem am Donnerstag, unserem Süßspeisentag, gegessen.

Beim Kochen entwickelt Buchweizen einen etwas eigenartigen Geruch, finde ich zumindest, der jedoch keinerlei Auswirkungen auf den Geschmack des fertigen Essens hat. Das ist positiv und zusammen mit den milden Haferflocken, frischen Apfelstückchen und süßen Rosinen entsteht ein nahrhafter Brei, der gut schmeckt und sättigt. Die Kiwi bildet einen angenehmen säuerlichen Kontrast, die solltet ihr also nicht vergessen.

Buchweizen-Hafer-Brei mit Apfel, Rosinen und Kiwi für 3 Personen

Zutaten:

  • 2,5 dl Buchweizen, ganz
  • Wasser zum Spülen und Einweichen
  • ca. 7,5 dl Milch
  • 1 Pr. Salz
  • 1 dl Rosinen oder getrocknete Beeren (wir: getrocknete Beerenmischung)
  • 2 dl zarte Haferflocken
  • 1 großer, süßer Apfel
  • 2 Kiwis
  • evtl. Zimt und Zucker zum Bestreuen

Zubereitung:

Den Buchweizen unter fließendem, warmem Wasser abspülen, danach am besten über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Vor der Zubereitung das Einweichwasser weggießen.

Den Buchweizen zusammen mit der Milch und der Prise Salz in einem Topf zum Kochen bringen. Den Brei abgedeckt für ca. 15 Minuten köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren, damit nichts anbrennt.

In der Zeit die Kiwis schälen und in Scheiben schneiden. Zunächst zur Seite stellen.

Den Apfel waschen, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in Stückchen schneiden.

Nun Haferflocken, Apfel und Rosinen bzw. die Trockenbeeren in den Brei einrühren und für weitere ca. 3 Minuten köcheln lassen, so dass die Haferflocken aufquellen. Jetzt sollte man auch die Konsistenz des Breis über die Milch- bzw. Haferflockenmenge anpassen. Ist er zu fest, mehr Milch zugeben, ist er zu flüssig, mehr Haferflocken benutzen.

Den Buchweizenbrei nun auf Teller verteilen, mit den Kiwischeiben belegen und ggf. mit Zimt und Zucker bestreuen. Den Tag genießen.

Ei-Einlaufsuppe – traditionelle Vorsuppe aus Oberschlesien

IMG_1188Die Familie meiner Mutter stammt mehrheitlich aus dem Erzgebirge, dem “Kartoffelesserland”, diejenige meines Vaters hingegen aus Oberschlesien. Mit ihr kam eine etwas abwechslungsreichere, andere Küche in unsere Familie, die meine Mutter sowohl aus Interesse als auch einer gewissen Notwendigkeit heraus übernommen hat. Am Sonntag, so die oberschlesische Tradition, auf die mein Vater in den frühen Ehejahren noch großen Wert legte, musste nämlich ein ordentliches Drei-Gang-Menü auf dem Tisch stehen. Ein Bestandteil dieses Festessens war diese Ei-Einlaufsuppe, gefolgt von einem Fleischessen mit Rot- oder Sauerkraut und zumindest im Winter Klößen und einem Nachtisch. Wir sprechen jetzt mal nicht davon, was das für meine Vollzeit arbeitende Mutter für sonntagvormittäglichen Stress bedeutete, wenn gleichzeitig die Kinder um sie herumtanzten, ein Kuchen für den Nachmittag gebacken, die Wäsche gewaschen und die Wohnung besuchsfein aufgeräumt und geputzt sein sollte.

Genug von den Hausgeschichten, jetzt geht es zum Rezept, von dem ich nicht sicher weiß, ob es nur in unserer Familie den treffenden Namen Ei-Einlaufsuppe hat oder auch offiziell so heißt. Die Vorsuppe besteht traditionell aus einer ordentlichen selbst gekochten Fleischbrühe, Petersilie und eben dem Ei-Einlauf. Ziemlich minimalistisch und unglaublich wohlschmeckend.

Ei-Einlaufsuppe für 6 Personen als Vorsuppe oder 3 Personen als Hauptsuppe

Zutaten:

  • 750 ml selbst gekochte Fleischbrühe, bei uns auch Knochenbrühe genannt
  • 2 Eier (Größe M)
  • ca. 4,5 leicht gehäufte EL Mehl
  • etwas Salz
  • etwas Pfeffer
  • frische Petersilie, gehackt
  • evtl. einige TK-Erbsen und / oder frische Möhrenwürfel (traditionell gehören die allerdings nicht in die Suppe)

Zubereitung:

Die Fleischbrühe im Suppentopf zum Kochen bringen. Je nachdem wie gut man beim Kochen der Knochenbrühe gewürzt hat, sollte man jetzt ggf. noch etwas Salz und Pfeffer ergänzen.

Möchte man in der Suppe einige Erbsen oder Möhrenstückchen haben, fügt man diese gleich hinzu und lässt alles für wenige Minuten köcheln, bis das Gemüse gar ist (Erbsen ca. 3 Minuten, Möhren ggf. bis zu 10 Minuten, je nach Größe der Würfel).

Währenddessen die Eier mit dem Mehl in einem Becher klümpchenfrei verquirlen und mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken. Es sollte eine zähflüssige Masse entstehen, die schwer vom Quirl tropft.

Die Eimasse nun über den Quirl aus dem Becher in die kochend heiße Suppe tropfen lassen. Dazu den Quirl während des Tropfens regelmäßig drehen. Es sollen relativ lange, fast nudelförmige, dicke Fäden entstehen.

Die Suppe erneut bis kurz unter den Kochpunkt erhitzen und ca. 5 Minuten abgedeckt ziehen lassen. NICHT nochmals Aufkochen, sonst zerfasern die Ei-Einlauffäden.

Danach mit etwas gehackter Petersilie bestreuen und sofort heiß servieren.

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Proteinreiche Bananenpfannkuchen mit Haferflocken

IMG_1174Richtig gute Bananenpfannkuchen für Sportler sind das, viel Eiweiß, kein zugesetzter Zucker, kein Weißmehl, stattdessen Haferflocken. Was will man mehr? Doch, man will mehr. Zeitsparend und einfach herzustellen müssen sie sein und wenige Zutaten umfassen. Ok, auch diese Kriterien erfüllen die Bananenpfannkuchen leicht. Der dickflüssige Teig klebt gut zusammen, so dass sie beim Braten deutlich leichter zu wenden sind als die bisher auf dem scheckenlaks veröffentlichten Banana-Pancakes.

Bleibt noch die Frage, wo ich dieses Rezept aufgegabelt habe. In einem lustigen norwegischen Kochbuch, das “Gull i munn” (Gold im Mund) heißt. In ihm werden nicht nur Ernährungshinweise für Sportler gegeben, sondern es sind auch eine Vielzahl von Lieblingsrezepten norwegischer Spitzensportler abgedruckt. Die Bananenpfannkuchen hat Aksel Lund Svindal (Skirennläufer) beigesteuert.

Jetzt müsste nur noch jemand ordentlich viel Schnee ins Erzgebirge schicken, damit wir die Wirkung der Pfannkuchen auf unsere Skifahrkünste ausprobieren können. Vielleicht wird man damit ja noch ein bisschen schneller?

Proteinreiche Bananenpfannkuchen mit Haferflocken für 4 Personen (ca. 16 Stück)

Zutaten:

  • 3 dl Vollkorn-Haferflocken
  • 3 mittelgroße, möglichst reife Bananen
  • 6 Eier
  • 1 gute Pr. Salz
  • evtl. 1/2 TL Zimt
  • evtl. 1/2 TL Kardamom
  • ca. 2 TL Butter zum Braten (1/2 TL je Pfanne)

Zubereitung:

Bananen schälen und in grobe Stücke schneiden.

Alle Zutaten mit Ausnahme der Butter in eine Schüssel geben und mit einem Stabmixer zu einem recht dickflüssigen Teig pürieren. Wer weder Zimt noch Kardamom im Haus hat oder diese Gewürze nicht mag, lässt sie einfach weg.

Etwas Butter (ca. 1/2 TL je Pfanne) in einer großen Pfanne erhitzen und darin die Pfannkuchen von beiden Seiten braten, bis sie goldbraun geworden sind. Bei uns passten 4 Stück gleichzeitig in die Pfanne.

Das war es schon, fertig ist das Essen. Schneller und einfacher geht es eigentlich kaum, oder?

Gut eingepackt in Butterbrotpapier lassen sich die Bananenpfannkuchen ohne Weiteres bis zum nächsten Tag aufbewahren. Kalt schmecken sie nämlich auch richtig gut.