Zwetschgen-Tarte mit Baiserhaube

Zwetschgen bzw. Pflaumen in Hülle und Fülle = Zeit für ein neues Kuchenrezept. Nachdem wir unseren traditionellen Pflaumenkuchen mit Streuseln am letzten Wochenende bereits gebacken hatten, schwebte mir nun eine Tarte mit knusprig-buttrigem Mürbeteig vor. Auf der Suche nach einem Rezept stieß ich auf einen Blogeintrag bei Chili und Ciabatta, die von einer herrlichen Zwetschgentarte mit Baiserhaube schwärmte.

Nun habe ich mit Baiserhauben auf Kuchen bisher eher gemischte Erfahrungen gemacht, die von knochenhart bis fast flüssig, zusammengefallen und quietschesüß reichen. Ich bin also bisher kein Fan davon gewesen. Das hat sich jedoch mit diesem Rezept eindeutig geändert, denn diese Baiserhaube ist toll, angemessen süß, luftig und weich, ich würde sagen, die beste Haube, die ich bisher auf einer Tarte gegessen habe.

Als Tarteboden habe ich nicht den aus dem oben verlinkten Originalrezept verwendet, sondern unsere Standardmürbeteigvariante. Der Boden ist einfach herzustellen und schmeckt angenehm süß-buttrig. Die Knusprigkeit erhält er durch das Vorbacken, dadurch ist er auch für saftig-flüssige Beläge gut geeignet. Jetzt aber los und ran an die Zwetschgen-, Pflaumenernte.

Zwetschgen-Tarte mit Baiserhaube (24er Tarteform)

Zutaten Mürbeteigboden:

  • 200 g Weizenmehl
  • 100 g Butter, kalt
  • 65 g Zucker
  • 1 Pr. Salz
  • 1 kleines Ei

Zutaten Füllung:

  • 550 g Zwetschgen
  • 10 g Butter
  • 1 knapper EL Zucker
  • Schale von 1 Bio-Zitrone
  • 150 ml Schlagsahne
  • 20 g Zucker
  • 10 g Mehl
  • 1 Ei

Zutaten Baiserhaube:

  • 2 Eiweiß von großen Eiern, sonst eher 3 Eiweiß
  • 1 Pr. Salz
  • 80 g Zucker

Zubereitung Boden: 

Man beginnt mit dem Mürbeteigboden, da dieser vor seiner Verwendung mindestens 1 Stunde, jedoch gern auch länger, im Kühlschrank lagern sollte, damit er beim später nötigen Ausrollen leichter handhabbar ist. Der Teig ist schnell hergestellt. Dazu Mehl, Zucker und Salz auf eine Arbeitsplatte geben. Die kühlschrankkalte Butter in Stückchen schneiden und zusammen mit dem Ei auf dem Mehl verteilen. Daraus am besten mit den Händen schnell einen Teig kneten. Wichtig ist, dass die Zutaten gleichmäßig im Teig verteilt sind. Nun den Teig in eine Plastikfolie wickeln und im Kühlschrank verwahren.

Für die eigentliche Tartebereitung, den kalten Teig auf der Arbeitsfläche ungefähr in der Größe der Tarteform ausrollen. Danach die mit Butter ausgestrichene und mit Semmelbröseln bestreute Form mit dem Teig auslegen, ringsherum einen Teigrand formen und den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Den Boden danach erneut für ca. 30 Minuten im Kühlschrank oder für ca. 10 Minuten im Gefrierschrank erkalten lassen.

Den Boden nun vollständig inkl. der Ränder mit Backpapier bedecken, darauf getrocknete Erbsen, Bohnen o.ä. verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Ober- und Unterhitze) auf mittlerer Schiene für ca. 20 Minuten vorbacken. Das Backpapier samt der Erbsen oder Bohnen entfernen und den Tarteboden für weitere ca. 10 Minuten backen, bis er eine leicht goldene Farbe angenommen hat. Während man die Füllung zubereitet, den Boden etwas auskühlen lassen.

Zubereitung Füllung:

Die Zwetschgen waschen, entsteinen und vierteln. Die Bio-Zitrone gut waschen und die Schale abreiben. Nun die Zwetschgen zusammen mit dem Zucker und der abgeriebenen Zitronenschale in einer Pfanne in der heißen Butter anschwitzen bis sie leicht karamellisiert sind. Die Zuckermenge richtet sich dabei nach der Süße der Pflaumen und kann von der hier angegebenen Menge abweichen. Die Zwetschgen abkühlen lassen.

Für den Guss Schlagsahne, Zucker, Mehl und Ei gut verquirlen.

Die Zwetschgen jetzt mit der Innenseite nach oben auf dem vorgebackenen Tarteboden kreisförmig verteilen und alles mit dem Guss übergießen. IMG_6961

Die Tarte im vorgeheizten Backofen auf der 2. Schiene von unten bei 180 °C (Ober- und Unterhitze) für 40 – 50 Minuten backen bis der Guss leicht gebräunt und fest geworden ist. Die kürzere Backzeit bei kleineren Hauspflaumen, die lange Backzeit bei großen Pflaumen verwenden. Die Tarte etwas abkühlen lassen.

Den Backofen auf 200 °C aufheizen.

Zubereitung Baisermasse / Fertigstellung:

Für die Baisermasse die Eiweiße mit dem Salz steif schlagen. Nach und nach den Zucker einrieseln lassen und für mehrere Minuten weiterschlagen, bis eine weiß glänzende, steife Masse entstanden ist.

Die Masse auf der Tarte verteilen, mit einem Teelöffel als Muster einige wellenförmige Vertiefungen formen. Nun die Tarte bei 200 °C zurück in den Backofen schieben und erneut für ca. 10 Minuten backen, bis die Baisermasse leicht gebräunt ist.

Die Tarte vor dem Verzehr abkühlen lassen, sie schmeckt sowohl lauwarm als auch ganz kalt. Die Baisermasse bleibt erstaunlicherweise auch bis zum nächsten Tag luftig locker.

Hat man alles richtig gemacht, wird man für seine Mühen mit kleinen Goldtröpfchen auf der Baiserdecke belohnt, na wenn das nichts ist!

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